Amateur-Fußball

Fußballkreis Unna/Hamm: Schiedsrichter Decker-Törö richtet Appell an Sportler

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Schiedsrichter Daniel Decker-Törö zeigt schon mal gerne eine Karte mehr.

Schiedsrichter Daniel Decker-Törö hat zuletzt mit einem Spielabbrauch für viel Aufmerksamkeit gesorgt – und sich jetzt dazu geäußert.

Update vom 11. Oktober, 11.21 Uhr: Schiedsrichter Daniel Decker-Törö hat lange geschwiegen. Der umstrittene Unparteiische wollte sich bislang nicht zu den Vorkommnissen der vergangenen Wochen im Amateurfußball äußern. Wohl auch, um sich selbst zu schützen – und weil es sich um ein laufendes Verfahren handelte. Mittlerweile hat er das Schweigen aber gebrochen.

Dabei hat Decker-Törö im Laufe seiner Schiedsrichter-Karriere schon für reichlich Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt mit dem Spielabbruch in der Kreisliga B. Es gab hitzige Diskussionen – Decker-Törö wünscht sich mehr Respekt.

Wie er gegenüber dem Hellweger Anzeiger meint, sollte es im Fußball "interessantere Themen geben" als den Schiedsrichter. An seine Kritiker hat Decker-Törö zudem eine klare Botschaft: "Gerade in der (vermeintlichen) Anonymität des Internets gibt es einige Trolle und Hater. Wenn ich ehrlich bin, tun mir diese Leute leid, dass sie ihre Aggressionen so kanalisieren müssen."

Weiter erklärt Decker-Törö, dass er auch in Zukunft die Pfeife nicht zur Seite legen will. "Die Schiedsrichterei ist eines meiner größten Hobbys. Ich pfeife ja bereits seit über 20 Jahren. Unvergessen sind immer noch die Erstligaspiele, die ich in der Jugend geleitet habe, wie beispielsweise 1. FC Köln gegen SG Wattenscheid 09 oder auch Bayer Leverkusen gegen den FC Schalke 04 mit Rudi Völler und Ulf Kirsten als Zuschauer", sagt Decker-Törö und richtet einen Appell an die Fußballer: "Egal was auf dem Feld passiert, niemand sollte einen anderen beleidigen, bedrohen oder gar körperlich angehen. Man sollte sich mit Respekt auf Augenhöhe begegnen."

Abbruch durch Schiedsrichter Decker-Törö: Sportgericht hat entschieden

Hamm - In der vierten Minute der Nachspielzeit hat Schiedsrichter Daniel Decker-Törö das Fußball-Kreisliga-B-Spiel zwischen RW Unna II und SuS Oberaden II beim Stand von 4:4 abgebrochen. Jetzt stehen erste Konsequenzen fest.

Das Sportgericht des Fußballkreises Unna/Hamm – besetzt durch Veysel Cerci (TSC Hamm), Veit Demmig (VfL Mark) und Michael Zahorodnyj (TuS Germania Lohauserholz) – wertete die Partie am Dienstagabend im Vereinsheim des TuS Germania Lohauserholz mit 2:0 für Unna, da es Oberaden als Verursacher des Abbruchs ausgemacht hatte. 

Drei der vier SuS-Akteure (Bicakci, Opitz und Gärtner), die Rot gesehen hatten, wurden mit dem Mindeststrafmaß von zehn Tagen belegt, der Klub muss 100 Euro Geldstrafe zahlen. Almir Halilovic wurde für vier Wochen gesperrt. Aufgrund einer Beleidigung des Unparteiischen in Sozialen Netzwerken droht ihm noch ein Nachspiel.

Decker-Törö, der drei weitere Platzverweise in Form von Gelb-Rot verteilt hatte, begründete zu Beginn detailliert die Kartenflut, ehe der Schiedsrichter des VfK Nordbögge auf den Abbruch zu sprechen kam, der sich nach dem Wiederanpfiff nach dem Elfmeter für Unna zum 4:4 ereignete: „Als Unna im Angriff war, sprang ein Spieler gewaltsam mit beiden Beinen in den Gegenspieler. Als ich Rot zeigen wollte, kam es von der Oberadener Auswechselbank zu einem Platzsturm. Der Spieler Ramazan Bicakci stand mit erhobener Faust vor mir und hat mich als ‘dumme Sau‘ beleidigt. Es war dem besonnenen Verhalten von Unna zu verdanken, dass nicht mehr passiert ist.“

Schiedsrichter Decker-Törö zum Auto begleitet

Kritik an Decker-Törö übte im Anschluss Ulrich Ritter, Kreisjugendvorsitzender und zugleich SuS-Mitglied: „Wo andere Verwarnungen geben, gibt er Gelb, wo andere Gelb geben, gibt er Rot..“ Lediglich einen Platzverweis bezeichnete Ritter als angemessen. Unnas Geschäftsführer Vincenzo LoGiudice sah im Oberadener Verhalten hingegen „zuviel des Guten. Die Gefahr, dass etwas passiert, war relativ groß. Wir mussten den Schiedsrichter begleiten, da er mit den Worten bedroht wurde, ‘du wirst den Platz nicht lebend verlassen‘“. Oliver Pelster, Beisitzer im SuS Oberaden, bestätigte, dass das Vorgehen seiner zweiten Mannschaft „der falsche Weg“ gewesen sei. Aber: „Wenn man sich das ganze Spiel benachteiligt fühlt, kochen die Emotionen hoch.“

Das Sportgericht tagte im Vereinsheim des TuS Germania Lohauserholz. Schiedsrichter Daniel Decker-Törö (links) sagte als Zeuge aus.

Das taten sie auch noch im Nachgang, Decker-Törö verwies auf Kommentare zur Berichterstattung in den Sozialen Netzwerken. So habe der Oberadener Almir Halilovic geschrieben, dem Referee „jeden Abend Durchfall“ zu wünschen. Halilovic selbst berichtete von einem Gespräch mit Schiedsrichter-Beobachter Rene Kunsleben: „Ich habe ihn gefragt, ob es eine Rote Karte war. Er sagte: ‘Bei dem Schiedsrichter schon‘.“ Bicakci betonte: „Der Schiedsrichter hat das ganze Spiel kaputt gemacht.“

Entscheidung über Decker-Törö steht aus

Die SuS-Vertreter erklärten nach der Zeugenbefragung, die Mindeststrafe für die Platzverweise von zehn Tagen akzeptieren zu wollen. Torsten Perschke, Vorsitzender des Kreis-Schiedsrichter-Ausschusses, erklärte, das Spiel müsse für Unna gewertet werden, denn: „Oberaden war Verursacher des Abbruchs.“ Perschke schränkte allerdings ein: „Es hätte nach dem Elfmeter abgepfiffen werden müssen. Das ist bedauerlicherweise nicht geschehen.“

Wie es mit dem immer wieder umstrittenen Decker-Törö weiter geht, ist noch nicht abzusehen. „Am 23. Oktober wird der Kreisschiedsrichter-Ausschuss tagen. Dann wird das Gremium die Beobachtungsbögen nebeneinander legen und entscheiden, was zu tun ist“, sagte Perschke am Dienstagabend.

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Kommentare

Gabriel
(0)(0)

Das dürfte interessant werden, nicht immer sind die lautesten ja auch die welche Recht haben.
Finde diese Entwicklung mach dem Vorbericht schon erstaunlich.