3:0, 3:3, 4:3 – Ricke beschert Rhynern verrückten Sieg in Erkenschwick

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Lucas Arenz (links) trifft zum 2:0 – zu diesem Zeitpunkt sah es nach einem klaren Rhyneraner Sieg aus.

Erkenschwick - Noch lange nach Spielschluss schüttelte Björn Mehnert ungläubig den Kopf. Zum einen war der Trainer des SV Westfalia Rhynern völlig fassungslos wegen des Auftritts seiner Schützlinge, die eine total verrückte Partie bei der Spvgg. Erkenschwick mit 4:3 (3:0) gewonnen hatten. Zum anderen wunderte sich der 40-Jährige über die merkwürdigen Ergebnisse der anderen Spitzenteams der Fußball-Oberliga.

Denn urplötzlich rangiert die Westfalia auf dem dritten Platz und hat nur noch zwei Zähler Rückstand auf den Ortsrivalen Hammer SpVg, der einen der zwei Aufstiegsplätze belegt. Doch Mehnert wollte sich am frühen Sonntagabend überhaupt nicht mit dem möglichen Sprung in die Regionalliga beschäftigen. „Bevor wir unsere zahlreichen Fehler in der Defensive nicht schleunigst abstellen, müssen wir uns darüber keine Gedanken machen.“

Der Auftritt der Rhyneraner vor 246 Zuschauern auf dem Stimberg war in der Tat nur in den ersten 45 Minuten eines Oberliga-Spitzenteams würdig. Da hatten die Gäste die Partie komplett im Griff gehabt, die Begegnung nach Belieben dominiert und hätten eigentlich höher als mit 3:0 führen müssen. Aber Thanh-Tan Tran hatte eine Großchance liegen gelassen (36.), und als Lennard Kleine elfmeterreif im Erkenschwicker Strafraum umgestoßen wurde, blieb die Pfeife von Schiedsrichter Patrick Holz (Münster) unverständlicherweise still. Dennoch war es ein komfortabler Vorsprung, den die Elf vom Papenloh mit in die Pause nahm. In der 13. Minute hatte Salvatore Gambino die Gäste in Front gebracht, als Erkenschwicks Verteidiger Enes Coemez der Ball nach einer Tran-Hereingabe durch die Beine rutschte und der Ex-Profi zum 1:0 traf. Vier Minuten später behauptete Lucas Arenz den Ball gegen Dennis Weßendorf sowie Keeper Marvin Kröger und schob zum 2:0 ein (17.). Für die vermeintliche Voretscheidung sorgte Gambino mit seinem zweiten Treffer, als er beim 3:0 eine Vorlage von Mücahit Kücükyagci verwertete (26.). „Wir haben die Räume gut genutzt und hätten 4:0 oder 5:0 in Führung liefen müssen“, sagte Mehnert.

Doch nach dem Wechsel war es mit der Herrlichkeit der Gäste vorbei. Das 3:1 nach einer Ecke durch den Kopfball des eingewechselten Muhamed Demir hakten die Westfalia-Akteure noch als Ergebniskosmetik ab (50.). Doch als Demir nur zwei Minuten später nach einem Freistoß den Ball zum 2:0 an Alexander Hahnemann vorbeispitzelte, war das Spiel wieder offen – und die Rhyneraner hatten keine Ordnung mehr in ihren Aktionen. Erkenschwick bestimmte das Geschehen und drängte mit aller Macht gegen nun orientierungslose Gäste auf den Ausgleich. In der 68. Minute hatte Ismail Viran schon Hahnemann umkurvt, traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz. Besser machte es dann Dennis Konarski, der einen Freistoß zum 3:3 einköpfte (69.). Anschließend hatte die Erkenschwicker sogar das Führungstor auf dem Fuß, aber Ozan Yilmaz traf nur die Latte (76.). „Wir kassieren drei Tore nach Standards. Das gefällt mir gar nicht. Am Ende war Erkenschwick dem vierten Treffer näher als wir”, so Mehnert.

Doch nicht die Gastgeber, sondern die Rhyneraner erzielten das Siegtor. Nach einem Pass von Gambino eilte Sven Ricke alleine auf Keeper Kröger zu und überwand ihn nervenstark mit einem Lupfer zum 4:3 (89.). Die Erkenschwicker protestierten zwar lautstark wegen einer angeblichen Abseitsposition des Schützen, doch der Treffer zählte. In der 90. Minute musste dann Tran noch einmal auf der Linie für den bereits geschlagenen Hahnemann retten, ehe der wichtige Erfolg feststand. „Bei meinem Heber hatte ich gesehen, dass der Torwart etwas weit vor seinem Gehäuse stand. Das war Sekt oder Selters“, sagte Matchwinner Ricke – und fügte hinzu: „So ist das natürlich überragend für uns. Wir gewinnen, und die Konkurrenz oben lässt Punkte liegen.“

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