Dritte Pleite in Folge

Zu überhastet: Großwallstadt entführt beide Punkte

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Björn Wiegers (links) unterlag mit dem ASV Hamm-Westfalen dem TV Großwallstadt mit 26:34.

HAMM -  Der ASV Hamm-Westfalen hat zum dritten Mal in Folge verloren. Der Handball-Zweitligist unterlag am Dienstagabend in eigener Halle dem TV Großwallstadt mit 26:34 (13:15).

Die äußerst überschaubare blau-weiße Fankolonie hatte die Feierlichkeiten schon lange vor dem Ende der Partie eröffnet. Nach dem Schlusspfiff gesellten sich die Spieler des TV Großwallstadt dazu, während die Akteure des ASV Hamm-Westfalen das Treiben bedröppelt verfolgten. Das Duell der Handball-Zweitligisten vor 1845 Zuschauern in der Westpress-Arena hatte mit den Unterfranken einen deutlichen 34:26 (15:13)-Sieger gefunden – und noch dazu einen „völlig verdienten“, wie ASV-Trainer Kay Rothenpieler konstatierte.

Nach der dritten Niederlage in Serie haben die Hammer die gute Ausgangsposition, die sie nach dem Erfolg in Aue hatten, und damit den Kontakt zu den vorderen Plätzen verloren. „Wir sind in einer schwierigen Phase“, befand Rothenpieler nach der am Ende deftigen Pleite. Was Markus Fuchs, mit neun Treffern bester ASV-Werfer, bestätigte: „In letzter Zeit lassen wir uns vielleicht zu sehr das Spiel des Gegners aufdrücken.“

Dabei hatte es gut begonnen für den ASV. Fuchs und Matthias Struck sorgten für eine 2:0-Führung (3.). Doch der Start war trügerisch: Weil die Hammer fortan nachlässig bei der Chancenverwertung waren und die Gäste ihre Möglichkeiten nutzten, verloren die Hammer rasch ihre Linie – und damit die Führung. Es war der erste von zwei Knackpunkten für Rothenpieler, der in der Folge eine „gewisse Unsicherheit“ bei seinem Team ausmachte.

Die Partie in Bildern

ASV Hamm-Westfalen -- TV Großwallstadt

So bestimmten die Gäste das Geschehen, der ASV knickte in der ungewohnt ruhigen Halle mehr und mehr ein. Die anfängliche Aggressivität war gewichen, im Abschluss fehlte die letzte Konsequenz, vor allem der angeschlagene Struck leistete sich zahlreiche Fehlversuche. Und Großwallstadt drehte den Spieß um, ging mit 4:2 in Führung (9.). Nach einer guten Viertelstunde (4:7) begann Rothenpieler, zu diversen Maßnahmen zu greifen, um sein Team wieder in die Spur zu bringen. Doch weder die personellen Veränderungen noch die Umstellung auf die 5:1-Variante in der Abwehr griffen zunächst, im Gegenteil: Die Hammer wirkten seltsam teilnahmslos, und als die Gäste durch vier Treffer in Serie von 9:11 auf 9:15 (27.) davonzogen, deutete sich eine Vorentscheidung an.

Doch nun ließen die Gäste nach – und urplötzlich waren sowohl die Halle als auch der ASV da. Die Gastgeber nutzten entschlossen die Angebote, die der TVG machte – und waren zur Halbzeit auf zwei Treffer herangekommen (13:15). Doch das war nur der Beginn der Aufholjagd, an deren Ende Fabian Huesmanns Tempogegenstoß-Treffer zum 16:15 stand (34.). Fortan war es ein Duell auf Augenhöhe.

Doch der ASV schaffte es nicht, den Schwung in eine deutlichere Führung umzumünzen. „Der zweite Knackpunkt“, meinte Rothenpieler. So erholten sich die cleveren Gäste von ihrer Schwächephase. Und schlugen zurück. „Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das war der Schlüssel“, lobte TVG-Coach Maik Handschke. Mit dem Tor von Michael Spatz zum 18:21 (40.) – beileibe nicht das einzige, das die Hammer in Überzahl kassierten – hatte der TVG sich wieder ein kleines Polster verschafft, die Gäste nutzten jeden Fehler eiskalt aus.

Und dem ASV fehlten in der Folge die Mittel, um noch einmal näher als auf zwei Treffer heranzukommen. „Da sieht man, dass die Abläufe bei uns nicht so gefestigt sind“, sagte Rothenpieler mit Blick auf den wegen der Zweitspielrechte und Verletzungen einiger Akteure problematischen Trainingsbetrieb. „In solchen Momenten musst du klar und ruhig spielen. Aber wir sind zu überhastet.“

Das 25:28 durch Julian Possehl (53.) war der letzte kleine Hoffnungsschimmer, danach zog der Erstliga-Absteiger unaufhaltsam und gnadenlos davon. Zur Freude von TVG-Spielmacher Chen Pomeranz, der sich bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte durch manche Schauspieleinlage einige Pfiffe einhandelte, ansonsten aber umsichtig Regie führte. „Ich habe mich die ganze Woche auf das Spiel gefreut“, meinte der Deutsch-Israeli. „Ich habe noch viele Emotionen für den ASV. Aber es war wichtig für uns, hier zwei Punkte zu holen.“ Sprach’s – und ging feiern. - fh

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