Fußball

25 Jahre Treue: Christian Hartmann ist der „Mr. VfL Mark“

In der Defensive des VfL Mark seit vielen Jahren eine wichtige Größe: Christian Hartmann (rechts).
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In der Defensive des VfL Mark seit vielen Jahren eine wichtige Größe: Christian Hartmann (rechts).

Für Kevin Schulzki ist es eine klare Sache. „Das ist Mr. VfL Mark“, sagt der Trainer des Fußball-A-Kreisligisten und beginnt gleich damit, in den höchsten Tönen über seinen Schützling zu schwärmen: „Er ist super verlässlich, hat keine Allüren und ist auf dem Platz für mich als Coach einfach Gold wert.“

Hamm - Gemeint ist Christian Hartmann, der mit vier Jahren auf dem Sportplatz an der Realschule mit dem Fußballspielen begann und mittlerweile seit 25 Jahren seinem Stammverein die Treue hält. „Es gab auch mal Anfragen von anderen Klubs und Momente, wo ich nachgedacht habe. Aber den letzten Schritt habe ich nie gemacht. Ich war immer zufrieden mit dem, was ich hatte“, sagt der 29 Jahre alte Innenverteidiger, der mit seinem Team am Sonntag durch das 2:2 im Spitzenspiel gegen Eintracht Werne und die gleichzeitige Spielabsage des bisherigen Spitzenreiters SVF Herringen die Tabellenführung in der Fußball-Kreisliga A übernommen hat.

Über seinen drei Jahre älteren Bruder war Hartmann zum Fußballspielen gekommen. „Mein Vater hat meinen Bruder Stefan immer zum Training gebracht. Und ich war jedes Mal dabei und habe dann irgendwann selbst angefangen, beim VfL zu spielen“, erinnert er sich an seine Bambini-Zeit.

Seit dem ersten Seniorenjahr eine feste Größe

Er durchlief anschließend alle Jugendteams im Hammer Osten und war dann auch von seinem ersten Seniorenjahr an eine feste Größe in der ersten Mannschaft des Kreisligisten.

Er durchlebte dabei in den vergangenen Jahren viele Höhen, aber auch hin und wieder Tiefen. Besonders ungern erinnert er sich an die Saison 2015/16, als er zusammen mit seinen Teamkollegen ohne Niederlage durch die Saison marschiert war, dann aber letztlich hauchdünn in der Relegation am Aufstieg in die Bezirksliga scheiterte. Doch der sportliche Erfolg steht für den Defensivspezialisten nicht unbedingt an erster Stelle. „Auch wenn wir früher kein Training hatten, habe ich mich mit meinen Freunden am Platz getroffen. Daher sind Freundschaften und ein Zusammenhalt gewachsen, die mir sehr wichtig sind. Es ging nicht immer nur um das Sportliche, vielmehr war mir das Drumherum wichtig”, erklärt Hartmann, der seit ewigen Zeiten die Nummer vier auf dem Rücken trägt. „Man kann schon sagen, dass der VfL mein zweites Zuhause geworden ist.“

„Der Zusammenhalt ist sehr groß“

Mit Teamkollegen wie Sascha Horn, Yannick Giersch oder Bastian Wappler spielt er seit vielen Jahren zusammen und möchte kaum einen Augenblick missen, den er mit ihnen zusammen erlebt hat. „Dadurch ist der Zusammenhalt bei uns in der Mannschaft einfach sehr groß“, sagt er – und führt damit einen der wichtigen Gründe an, warum es beim VfL derzeit so gut läuft. „Selbst als wir damals so unglücklich den Aufstieg verpasst haben, sind wir zusammengeblieben.“

Mit seinen 29 Jahren neigt sich seine Karriere so langsam dem Ende entgegen, daher macht er sich bereits Gedanken darüber, wie es bei ihm in naher Zukunft aussehen wird. „Ich werde sicherlich nicht mehr zu einem anderen Verein gehen“, meint er, ehe er hinzufügt: „Außer natürlich zu unseren Alten Herren.“ Vorher würde er aber noch zu gerne in der Bezirksliga spielen. Vor viereinhalb Jahren hatte der VfL den Aufstieg knapp verpasst, in dieser Spielzeit könnte er sich durchaus mit dem Gedanken anfreunden, das damals Entgangene im kommenden Sommer nachzuholen. Allerdings steht dem VfL noch eine lange Saison bevor. „Am Sonntag gegen Eintracht Werne war das nicht unser bestes Spiel. Das Kreieren von Chancen hat nicht so gut funktioniert. Jetzt kommen die Pflichtaufgaben, da dürfen wir keine Punkte liegen lassen“, sagt Hartmann und stellt klar: „Wenn wir aufsteigen, wäre ich auf jeden Fall dabei.“

Schulzki lobt seinen Schützling

Dass Hartmann, der vor zwei Jahren seinen Master als Wirtschaftsingenieur gemacht hat und seitdem für ein Hammer Unternehmen arbeitet, auch in der Bezirksliga weiter ein wichtiger Leistungsträger für den VfL wäre, davon ist sein Trainer felsenfest überzeugt. „Wenn er Bock gehabt hätte, hätte er auch höherklassig spielen können. Aber es war ihm wichtiger, mit seinen Freunden zu kicken. Christian hat einen überragenden linken Fuß. Er spielt Diagonalbälle, die haben in der Kreisliga eigentlich nichts zu suchen“, erklärt Schulzki. „Und auch eine Liga höher müsste ich mir keinen Sorgen machen, wenn der Gegner einen starken Mittelstürmer hat. Bei Christian ist der in guten Händen.“

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