2:0-Sieg im Derby: Westfalia Rhynern schießt sich aus der Krise

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Die Rhyneraner bejubelten nach dem Schlusspfiff ihren verdienten 2:0-Derbysieg gegen die Hammer SpVg.

Hamm - Das musste raus: Kaum hatte Schiedsrichter Thorben Siewer das Hammer Oberliga-Derby abgepfiffen, schrie Torwart Christoph Hunnewinkel seine ganze Freude heraus. Dreimal hatte sein SV Westfalia Rhynern in diesem Jahr bereits das prestigeträchtige Duell gegen die Hammer SpVg verloren. Diesmal nicht.

Die Gäste zeigten vor 1750 Zuschauern eine taktisch reife Leistung und gewannen ungefährdet mit 2:0 (1:0). Für das Team vom Papenloh war es der erste Sieg der Saison. Und für die HSV die erste Niederlage.

Hamms Trainer Oliver Gottwald versuchte die Niederlage in dem fairen, fast emotionsfreien Stadtduell schnell abzuhaken: „Wir werden uns jetzt schütteln, das Ganze analysieren und uns die Punkte gegen Neuenkirchen zurückholen.“ Zu analysieren gibt es vor allem die Harmlosigkeit seiner Offensive, die keine Mittel fand, Rhynerns Fünfer-Abwehrkette zu knacken.

Björn Mehnert war die Freude über seine geglückten Taktik-Kniff anzusehen: „Die Jungs haben das richtig gut gemacht. Wir haben im Verbund sehr gut verteidigt und bis auf Fernschüsse nichts zugelassen“, sagte er. Semih Yigit, in dieser Saison bislang der mit Abstand gefährlichste HSVer, war fast 90 Minuten lang kalt gestellt. War er am ersten Rhyneraner vorbei, war schon der nächste da. Fast wie bei Hase und Igel.

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Dass sich die Gäste früh vor allem auf die Spielkontrolle beschränken konnten, hatten sie einer kollektiven Schlafmützigkeit der HSV-Defensive zu verdanken. Ein Freistoß von Robin Hoffmann segelte lang und weit an den Strafraumrand, von dort köpfte Christoph Debowiak den Ball in hohem Bogen an die Latte. Den Abpraller nahm der allein gelassene Lennard Kleine auf und trat das Leder zum 0:1 ins Netz (8.). „Wir haben alle komplett gepennt. Ich verstehe nicht, warum wir da nicht rangegangen sind“, sagte Gottwald.

Was danach auf dem Rasen geschah, war wenig. Die HSV wusste nichts mit Rhynerns 5-3-2-System anzufangen. Yakup Köse holte sich in der eigenen Abwehr immer wieder den Ball, fehlte dann aber dort, wo er gebraucht wurde. Immer wieder leisteten sich die Gastgeber Ungenauigkeiten und Ballverluste, konnten jedoch von Glück sagen, dass sich ihr Gegner beim Ausnutzen der Konter nicht viel schlauer anstellte.

Mit zunehmender Spielzeit lief der Ball zwar etwas sicherer durch die Reihen der HSV, doch mit Ausnahme von leidlich gefährlichen Schüssen von Tayfun Cakiroglu (15.) und Marcel Ramsey (26.) sprang dabei nichts heraus. Die einzige Großchance hatte die HSV bezeichnenderweise, als sich Semih Yigit einmal der eisernern Umklammerung von Dustin Wurst und Tim Neumann entziehen konnte. Er legte zurück auf Faysel Khmiri, der aus nächster Nähe den fallenden Tim Neumann traf (30.).

Die HSV verlagerte ihr Spiel zu Beginn der zweiten Halbzeit weiter nach vorn, doch das Tor – es fiel wieder auf der Gegenseite. Und wieder waren keine zehn Minuten gespielt. Die Gastgeber verloren nach eigenem Freistoß den Ball. Debowiak fackelte nicht lang und zerschnitt die entblößte HSV-Defensive mit einem weiten Pass auf Kleine. Der legte den Ball in die Mitte zu Thanh-Tan Tran, der mit einem langen Bein das 0:2 markierte (54.). Zwei Chancen, zwei Tore. Das nennt man Effizienz

Danach wurde die Partie etwas lebhafter. Allerdings lange nicht so lebhaft, wie man das von einem Derby erwartet. Ein, zwei kleinere Rangeleien – mehr Emotionen gab es auf dem Platz nicht zu sehen. Dafür ein paar mehr Chancen. Serdar Yigit (58.) schoss den Ball per Direktabnahme über die Latte (58.), auf der Gegenseite fischte HSV-Keeper Manuel Lenz einen Hoffmann-Schuss aus dem kurzen Eck (62.). Hunnewinkel lenkte einen kapitalen 30-m-Schuss von Cakiroglu an den Außenpfosten (71.) und entschärfte – nachdem Debowiak das 0:3 verpasst hatte (74.) – auch einen Versuch des sehr unauffälligen Hugo Magouhi (81.). Weitere zehn Minuten später durfte der Rhyneraner Keeper dann seine ganze Erleichterung herausschreien.

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