ASV kassiert eine deutliche Testspiel-Niederlage

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ASV-Neuzugang Björn Zintel wird unsanft gestoppt.

Hamm - Es war eine derbe Packung. Doch Niels Pfannenschmidt gab sich betont gelassen. „Natürlich bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden“, sagte der Trainer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen nach dem deftigen 18:28 (7:15) im ersten Testspiel unter seiner Ägide gegen Eintracht Hagen. „Aber es ist erklärbar. Und es ist ein normaler Prozess.“

Denn Pfannenschmidt hatte bislang erst eine Woche Zeit, um der Mannschaft seine Vorstellungen zu vermitteln. Zudem bildete das freundschaftliche Duell mit dem neuen Ligarivalen den Abschluss einer kräftezehrenden Trainingslager-Woche, auch gestern absolvierten die Hammer vor der Begegnung noch Einheiten. „Ich habe bewusst keine Rücksicht auf das Spiel genommen. Ich muss nicht heute gewinnen, sondern das erste Meisterschaftsspiel am 22. August“, sagte der neue Coach und war nicht überrascht, dass der Akku bei seinen Spielern leer war: „Die Jungs sind im Arsch.“

Nicht zuletzt fehlte Pfannenschmidt eine Reihe von Akteuren: neben den langzeitverletzten Marian Orlowski und Fabian Huesmann der leicht angeschlagene Stephan Just, Lars Gudat (Fuß-OP), Joscha Ritterbach U21-WM) – und schon nach elf Minuten auch Spielmacher Ondrej Zdrahala. Beim Wurfversuch hatte er sich eine Kapselverletzung zugezogen, die genaue Diagnose steht noch aus. „Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist“, sagte der Tscheche. Pfannenschmidt auch. Schließlich fällt fast für die gesamte restliche Vorbereitung Mittelmann Björn Zintel (U19-WM) aus.

Gestern allerdings zählte der Neuzugang vor rund 250 Zuschauern in der Stein-Halle zum ASV-Aufgebot. Und war am ersten Treffer beteiligt, der exemplarisch für Pfannenschmidts Vorstellungen stand: Zintel leitete mit seiner Balleroberung, provoziert durch aggressives, offensives Abwehrverhalten, den Gegenstoß ein, den Jakob Macke zum 1:0 vollendete (1.). „Das war ein Paradebeispiel“, lobte Pfannenschmidt. Es blieb die einzige Führung im gesamten Spiel, in dem die Hammer schnell den Faden verloren gegen den Aufsteiger, der sich mächtig verstärkt hat. Bis zum 5:7 (15.) blieb der ASV in Schlagdistanz, dann zogen die Hagener um die ehemaligen Hammer Sebastian Schneider und Matthias Aschenbroich davon, spielten ihre Routine und personellen Möglichkeiten aus. Nur noch zwei weitere Male trafen die Gastgeber vor dem Seitenwechsel. Bei dem nun, nach dem Ausfall Zdrahalas, extrem jungen und von Zintel geführten Team wuchs mit jedem Fehler vor allem in der Deckung die Verunsicherung. Oft reichten der Eintracht einfachste Mittel wie das Einlaufen des umtriebigen Linksaußen Jens Reinarz, um die Hammer Defensive zu löchern. „Wir haben die Abstände zum Gegner nicht mehr hinbekommen“, so Pfannenschmidt.

Doch auch im Angriff passten die Abläufe noch nicht, vieles wirkte daher planlos. Zudem erwies sich die Offensive als wenig treffsicher. Zum Wurfpech kamen „Fahrkarten“ selbst aus aussichtsreichsten Positionen – und eine eklatant schwache Quote vom Siebenmeter-Strich: Nur zwei von sieben Versuchen saßen. So verwunderte es nicht, dass der Rückstand Mitte des zweiten Durchgangs auf zehn Treffer angewachsen war (12:22/45.).

Doch Pfannenschmidt blieb demonstrativ ruhig. „Wir hatten im Training schon ganz gute Ansätze. Die Fehler helfen uns“, sagte der Trainer. „Und ich weiß, dass es funktioniert, wenn die anderen Leute dazukommen. Wir ziehen das Programm durch, weil es der Grundstein für die 40 Saisonspiele ist.“

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