Fußball

Das 100. Spiel - für Nils Kisker von der Hammer SpVg ein Alptraum

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Nils Kisker (rechts)

Nach der Niederlage gegen Westfalia Herne ist die Stimmung beim Fußball-Oberligisten Hammer SpVg nicht gerade besser geworden. Für Kapitän Nils Kisker, der gegen Herne zum 100. Mal in der Oberliga für die HSV auf dem Platz stand, steht fest: Am Sonntag in Holzwickede (14.30 Uhr/Montanhydraulik Stadion) "müssen wir einen raushauen".

Hamm – Es war nicht gerade die schönste Woche, die Nils Kisker hinter sich gebracht hat: Am Sonntag die deprimierende 1:2-Niederlage gegen die mittlerweile insolvente Westfalia aus Herne (WA berichtete). Dann der verbale Gewitterhagel, den Trainer René Lewejohann in der Pressekonferenz nach dem Spiel über der Mannschaft abgelassen hat. Und zu guter Letzt streckte den Kapitän der Hammer SpVg auch noch ein heftiger grippaler Infekt nieder – allerdings nicht bedingt durch die Traineransprache, wie Kisker versichert. Verschnupft zeigte sich der 25-Jährige nur aufgrund der Leistung des Teams im Allgemeinen und seiner persönlichen im Speziellen. Nicht aber wegen des erstmaligen heftigen öffentlichen Rüffels, den er und seine Teamkollegen vom Coach einstecken mussten. „Damit hat Lewe ja Recht gehabt“, zeigt sich Kisker selbstkritisch. „Er hat uns begründet angegriffen. Die komplette Mannschaft hat gegen Herne versagt. An dem Tag haben wir ohne die nötige Einstellung und Leidenschaft gespielt.“

Was sich Kisker selbst vor der Partie ein wenig anders vorgestellt hatte. Unabhängig davon, dass der Defensiv-Allrounder gegen Herne ein kleines Jubiläum feierte, absolvierte er doch gegen die Westfalia seine 100. Partie in der Fußball-Oberliga – übrigens alle für die HSV. „Das habe ich selbst gar nicht gewusst und erst von Achim Hickmann erfahren“, sagt der 25-Jährige, der sich in der Abwehrzentrale ungewohnt viele leichte Patzer erlaubt hatte. „Da war ich auf keinen Fall mit mir zufrieden, ich hatte viele Fehlpässe drin – das war mein schlechtestes Spiel in dieser Saison.“

Ohnehin kommt Kisker die laufende Saison eher wie ein Alptraum vor. Fünf Punkte, kein Sieg – das hatte sich der Kapitän ein wenig anders vorgestellt. „Das ist schon deprimierend“, ist die laufende Saison für ihn die schlimmste, seit er in der A-Jugend zur HSV gewechselt ist. „Ich gucke gar nicht mehr auf die Tabelle, lese keine Zeitung mehr. Denn da sind bei mir schon viele Emotionen für die HSV mit im Spiel.“

Dabei ist es eher einem Zufall zu verdanken, dass Kiskers Weg zur HSV geführt hat. „Ich hatte richtig Glück. Nachdem wir mit Roland Beckum als Jungjahrgang Erster in der Kreisliga geworden sind, waren wir im zweiten A-Jugendjahr in der Bezirksliga meist nur neun, zehn Leute“, erinnert er sich. „Ein Bekannter hat mich mit zum Training nach Hamm genommen. Im Winter bin ich gewechselt. Und da sind wir gleich Meister in der Landesliga geworden.“

Es folgten 18 Monate in der zweiten Mannschaft, ehe sein damaliger Coach Ferhat Cerci Nachfolger des beurlaubten Cheftrainers Oli Gottwald in der Oberligamannschaft wurde. „Ferhat hat mich mit hoch genommen“, sagt Kisker, der sich nach all den Jahren als echter HSVer fühlt und daher von seinen Kollegen um so mehr fordert, „weiter hart zu arbeiten und zu hoffen, dass wir irgendwo belohnt werden“.

Als Kapitän will er seinen Teil dazu beitragen, indem er im Training viel investieren und als Vorbild voran gehen wird. Aber: „Nicht nur die Älteren, auch die Jungen müssen Vollgas geben, wenn wir die Klasse halten wollen.“ Einzelgespräche mit den Mitspielern seien dagegen Sache des Trainers, dem Kisker weiter sehr gute Arbeit bescheinigt. „Meiner Meinung nach liegt es nicht an Lewe“, betont er. „Und dadurch, dass jetzt Adriano Ciallella als Co-Trainer dazu gekommen ist, haben wir wieder richtig Feuer im Training. Man merkt, dass er Co-Trainer in der Regionalliga war. Und Lewe muss nicht mehr das ganze Training alleine machen – das tut der Mannschaft gut.“

Ein Silberstreif am HSV-Himmel ist für den Defensivmann die Tatsache, dass „wir im Winter Qualitätsspieler dazu bekommen. Unter anderem mit Manuel Dieckmann, der aus Herne zurückkommt. Der ist ein super Typ – auf und neben dem Platz.“

Am Sonntag in Holzwickede hofft Kisker, wieder im Team zu stehen. „Da ist verlieren keine Option – gerade nach Herne müssen wir alles raushauen“, fordert Kisker, der in Münster wohnt und an der Fachhochschule Immobilien- und Facility Management studiert, und erinnert sich: „Letztes Jahr ist Lewe als unser Trainer in Holzwickede gestartet. Da haben wir gewonnen.“ Damit das wieder klappt, wird sich Kisker vorbereiten wie immer, wird „am Samstag nicht viel machen, mit Freunden essen gehen“, sagt er. Und vielleicht eine Wärmflasche mit ins Bett nehmen – vorbeugend gegen den grippalen Rückfall.

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