Größter Erfolg seit 1998

Kroatien nach Zittersieg sicher: "Wir können jeden schlagen!"

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Fans der Kroaten sind nach dem knappen Weiterkommen ihrer Auswahl gegen Dänemark aus dem Häuschen.

Kroatien kann auch dreckig siegen. Nach dem hart erkämpften Erfolg gegen Dänemark wartet im WM-Viertelfinale Gastgeber Russland - auch dort sind die Kroaten Favorit.

Nischni Nowgorod - Davor Suker war bestens gelaunt. Das anstehende Viertelfinale gegen seine "russischen Freunde" zauberte dem kroatischen Verbandspräsidenten und WM-Helden von 1998 ein stolzes Lächeln ins Gesicht. "Das wird ein großartiges Spiel, einfach großartig", sagte der frühere Weltklassestürmer mit Blick auf das Duell gegen den WM-Gastgeber am Samstag (Anstoß: 20.00 Uhr) in Sotschi und fügte voller Pathos an: "Wir können jeden schlagen, wir haben die vier Millionen Kroaten wieder stolz gemacht. Die ganze Welt respektiert uns!"

Seine Nachfolger Luka Modric, Ivan Rakitic, Mario Mandzukic und Co. hatten im Achtelfinale allerdings Schwerstarbeit verrichten müssen. Beim 3:2 im Elfmeterschießen gegen Dänemark stand das Team unmittelbar vor dem Aus - doch nach der gewonnenen Nervenschlacht von Nischni Nowgorod hat es nun Großes vor. "Wir respektieren Russland, sie haben immerhin Spanien, das vielleicht beste Team überhaupt, rausgeworfen", meinte der Ex-Schalker Rakitic, der den entscheidenden Elfmeter verwandelt hatte: "Aber auch wir haben unsere Stärken, die werden wir zeigen."

Der größte Antrieb dieser "goldenen Generation" ist der ständige Vergleich mit den Helden der Vergangenheit. Rakitic, 30, Modric und Mandzukic, beide 32, wissen, dass diese WM ihre letzte große Chance ist. "Ich möchte, dass meine Kinder in 20 Jahren über uns reden und stolz sind", sagte Rakitic. Etwa so, wie es der aktuellen Mannschaft mit Blick auf die 1998er-Auswahl geht, die damals in Frankreich Dritte wurde.

Suker sicher: „Luka wird der beste Spieler der WM sein“

Der Erfolg gegen Dänemark gibt dabei wenig Anlass für Optimismus. Der Geheimfavorit wirkte ratlos und fahrig, Modric vergab in der Verlängerung die Entscheidung, als er vom Elfmeterpunkt an Kasper Schmeichel scheiterte (116.). Die kampfstarken Dänen hatten das bislang so beeindruckende Mittelfeld mit Regisseur Modric und Rakitic weitgehend im Griff und raubten den Kroaten somit die größte Waffe. Nur Mandzukic (4.) traf nach einer Slapstick-Einlage in Dänemarks Abwehr und glich das 0:1 durch Mathias Jörgensen (1.) aus.

Letztlich war der Sieg Keeper Danijel Subasic zu verdanken, der im Elfmeterschießen mit drei parierten Strafstößen zum Helden avancierte. "Wir mussten leiden, aber wir haben es geschafft", meinte Suker, der vor 20 Jahren in Frankreich einer der Hauptdarsteller gewesen war. Ex-Nationalspieler und -Trainer Niko Kovac sagte bei seiner Vorstellung in München: "Darauf hat unser Land lange hingefiebert. Ich hoffe, dass sie noch eine Runde weiterkommen."

Suker ist sich sogar sicher: Diese Kroaten können nun den Titel holen! Vor allem, weil sie Modric in ihren Reihen haben - verschossener Elfmeter hin oder her. "Ich weiß, wie es ist, einen Strafstoß zu verschießen", sagte Suker: "Die ganze Mannschaft hat Luka aufgebaut. Luka wird der beste Spieler dieser WM sein, er wird zurückkommen, das Spiel des Teams leiten und dirigieren."

Auch Trainer Zlatko Dalic kündigte Großtaten an. "Das war noch lange nicht das Ende, wir sind bereit und wollen einen weiten Weg gehen", sagte er. Doch zunächst steht das Duell mit Russland an, ein "50:50-Spiel", wie Suker es nannte. An das bislang letzte WM-Viertelfinale einer kroatischen Mannschaft hat der Verbandschef beste Erinnerungen. 1998 in Frankreich gab es ein 3:0 gegen Deutschland - unter den Torschützen damals: Davor Suker.

SID

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