Verband bremst ihn aus

Wirbel um Ex-DFB-Sprecher Harald Stenger

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Harald Stenger.

Rio de Janeiro - Harald Stenger (63) begleitete viele Jahre als Pressesprecher des DFB die Pressekonferenzen. Doch jetzt gibt es Wirbel um ihn - er wird vom Verband ausgebremst.

Er twittert, filmt, bloggt und taucht überall im Dunstfeld des Campo Bahia, dem DFB-Quartier auf. Das wäre für einen Journalisten nichts Ungewöhnliches. Bei Harald Stenger (63) sieht das etwas anders aus.

Schließlich war er elf Jahre lang Pressesprecher des DFB. Elf Jahre lang teilte er alle Geheimnisse, er war ein Teil von Joachim Löws Team. Nun arbeitet er für Spiegel-Online. Aus „Daily-Harry“ ist „Studio-Stenger“ geworden. Das ist pikant. Denn: Im DFB befürchtet man, dass Stenger Interna an die Öffentlichkeit bringen könnte. Oder: Dass er seine glänzenden Kontakte zu Spielern wie Lukas Podolski dazu nutzen könnte, um die Spieler zum Reden zu bewegen.

Der Verband hat reagiert. Stenger wurde mit einem Interviewverbot belegt. Offiziell heißt es: Spiegel online habe keine Rechte, also bekomme das Magazin keine Interviews. Das stimmt. Digitalmedien, die kein Geld auf den Tisch gelegt haben, erhalten keinerlei Exklusivtermine mit Spielern. Im Fall des einstigen DFB-Intimus Stenger bleibt allerdings ein fader Beigeschmack. Stenger nimmt es locker. Er sagt: „Damit kann ich gut leben.“ Also kommentiert er Entwicklungen der Nationalelf. Und gerät mit seinen Einschätzungen schon einmal ins Visier des mächtigen Verbandes.

Als Stenger das Krisenmanagement des DFB nach dem schweren Unfall während des Trainingslagers in Südtirol scharf kritisierte, war Oliver Bierhoff verärgert. Auch bei Wolfgang Niersbach kam das schlecht an. Stenger lässt sich nicht beirren: „Ich werde weiter meine Meinung haben und die auch gut begründen.“

Das Verhältnis zu Löw jedenfalls scheint gut: Der Bundestrainer ging am Donnerstag vor der Pressekonferenz auf Stenger im Saal zu und begrüßte ihn freundschaftlich…

Thomas Gassmann

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