Nürnberg hofft auf das Happy-End

Verbeeks Bart-Schwur

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Gertjan Verbeek, hier beim Spiel am 21. Dezember 2013 gegen Schalke.

Marbella - Auch unter seinem neuen Trainer Gertjan Verbeek gelang dem 1. FC Nürnberg in dieser Saison noch kein Sieg. In der Rückrunde zählt nur der Klassenverbleib.

Natürlich zählt nur das Happy-End im Abstiegskampf. „Mein Bart wird erst abrasiert, wenn wir in der Bundesliga gewinnen. Testspielsiege gelten nicht“, hatte der bisher so glücklose Coach Gertjan Verbeek schon vor dem Sieg des 1. FC Nürnberg im spanischen Marbella gegen den rumänischen Meister Steaua Bukarest mit Verweis auf seinen Bart-Schwur klar gestellt. Doch das ungewohnte Erfolgserlebnis beim 5:1 (3:0) am Dienstagabend sorgte auch beim Niederländer für spürbare Erleichterung. „Wir haben das gut gemacht“, lobte Verbeek. „Man kann die Idee sehen, die wir haben.“

Die Freude über den Hoffnungsschimmer im Trainingslager war verständlich. Immerhin war es der erste Sieg für den Niederländer, der in seinen bisher knapp drei Monaten beim neunmaligen deutschen Meister nicht verhindern konnte, dass die Franken in der Bundesliga einen traurigen Rekord verbuchten. Als erstes Team in 50 Jahren gelang Nürnberg in der gesamten ersten Saisonhälfte kein einziger Sieg.

Damit möglichst schon beim Rückrunden-Auftakt am 25. Januar daheim gegen 1899 Hoffenheim der erste Dreier gelingt, setzt Verbeek auf Angriff. „Wir müssen so schnell wie möglich in den Strafraum kommen, da bekommt man die meisten Chancen“, erklärt der Niederländer seine für einen Abstiegskandidaten eher ungewohnte Ausrichtung auf Offensive. Tatsächlich ist die mangelnde Torausbeute bisher das Hauptmanko der Franken, der Vorrunden-Durchschnitt von einem Treffer pro Partie dürfte kaum für den Klassenverbleib reichen.

So waren die fünf Tore gegen Steaua Balsam für die angeschlagene Seele der Franken. „Wir haben ein überragendes Spiel gemacht“, meinte Stürmer Daniel Ginczek, der vor allem mit den Japanern Hiroshi Kiyotake und Makoto Hasebe sowie Josip Drmic prächtig harmonierte. „Wir haben Qualität, die gilt es jetzt, zu verfeinern.“ Auch die in Halbzeit zwei eingewechselte B-Elf, zu der vorerst wohl auch der neue Innenverteidiger Ondrej Petrak gehören dürfte, fiel nicht groß ab. „Das gibt Selbstvertrauen“, sagte Verbeek.

Positiv stimmt Verbeek auch, dass er für die wichtige Rückrunde wieder mehr personelle Alternativen hat. Defensiv-Allrounder Hanno Balitsch feierte gegen Bukarest nach seiner Verbannung sein Comeback. Auch der lange verletzte Timo Gebhart ist wieder mit dabei, soll nach seiner langwierigen Leistenverletzung aber behutsam herangeführt werden. Verzichten muss Verbeek vorerst noch auf Niklas Stark, der wegen erneuter Leistenschmerzen passen musste.

Zwei weitere Testspiele stehen für die Franken in Südspanien noch an, dann läuft der Countdown für den Rückrunden-Auftakt gegen Hoffenheim. Natürlich will Verbeek möglichst schnell seinen weißen Bart los werden. Doch Sport-Vorstand Martin Bader ahnt, dass die Mission Klassenverbleib bis zum letzten Spieltag dauern könnte. „Es wird eine lange und vor allem sehr schwere Rückrunde. Wir werden auch mal ein Spiel verlieren. Wichtig wird sein, sich davon nicht umwerfen zu lassen.“ Leichter gesagt als getan.

dpa

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