Nach Ausschreitungen in Bielefeld

Sachsens Innenminister erhöht Druck auf Dynamo

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Teile der Dynamo-Fans fielen in der Vergangenheit öfter unangenehm auf.

Dresden - Nach den Ausschreitungen in Bielefeld fordert die Arminia Dresdens Liga-Ausschluss. Auch der DFB und die DFL erwarten eine klare Positionierung. Nun hat sich auch Sachsens Innenminister Ulbig eingeschaltet.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig hat den Druck auf Dynamo Dresden erhöht. „Das, was Dynamo - der Verein, der Vorstand - macht, ist bemerkenswert, aber es ist nicht genug“, sagte der CDU-Politiker und forderte nach den erneuten Ausschreitungen der Dynamo-Anhänger in Bielefeld eine konsequente Verfolgung und Bestrafung der Verantwortlichen. „Es gibt sportorientierte Fußballfans und es gibt immer wieder Idioten“, sagte Ulbig und forderte die echten Fans auf, bei der Identifizierung der Randalierer zu helfen. Diese müssten persönlich dingfest gemacht werden. Dabei dürfe „keine Gnade an den Tag gelegt werden“, sagte der Minister.

Ein härteres Vorgehen der Polizei gegen die - eigenen - gewaltbereiten Fans fordert unterdessen Andreas Ritter, der Präsident des Zweitligisten. In einem Gespräch mit MDR 1 Radio Sachsen gab er zu, dass der Club „mit dem Verhindern von Ausschreitungen vor dem Stadion überfordert“ sei. Ritter zeigte sich tief enttäuscht vom Verhalten der eigenen Fans. Die Chaoten und Kriminellen seien dabei, den Verein zu ruinieren, sagte er. Das Bild sei verheerend. Alle Arbeit der vergangenen Jahre, ein besseres Image aufzubauen, würde zunichtegemacht. Am Montagabend war ein Treffen mit Fanbetreuern angesetzt. Danach will der Verein über eigene Konsequenzen entscheiden.

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der das Vorstrafenregister der Sachsen gerade gelöscht und die 17 anhängigen Verfahren gegen Zahlung von 30 000 Euro eingestellt hat, erwartet mehr als nur Entschuldigungen. „Da ist der Aufsichtsrat ebenso gefordert wie die Ultras-Gruppierungen“, meinte DFB-Vizepräsident Rainer Koch.

Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller will die Vorkommnisse umgehend aufarbeiten. „Es wäre ein Armutszeugnis, wenn wir jetzt sagen würden: Naja, alles halb so schlimm“, sagte Müller den „Dresdner Neuesten Nachrichten“ (Montag). Er möchte vor allem mit den Organisatoren des Fan-Sonderzuges sprechen - und in erster Linie mit dem Dynamo-Sicherheitschef Sören Klar.

Nach dpa-Informationen ist der Zug nach Bielefeld - wie sonst üblich - nicht von der Bundespolizei, sondern nur vom eigenen Sicherheitsdienst begleitet worden. Auf der Fahrt soll Alkohol ausgeschenkt worden sein, was unter Aufsicht der Bundespolizei verboten ist. Die Bielefelder Polizei stellte in ihrem Bericht fest, dass die Fans bereits stark alkoholisiert am Spielort eingetroffen waren.

dpa

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