Skripnik will Werder mit großer Ruhe formen

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Bremens Trainergespann Viktor Skripnik (l) und Torsten Frings feierte einen gelungenen Einstand. Foto: Hendrik Schmidt

Chemnitz (dpa) - Nach seinem ersten Sieg als Profi-Trainer blieb sich Viktor Skripnik treu. Der Jubel des Ukrainers nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg des SV Werder Bremen beim Drittligisten Chemnitzer FC und dem Einzug in das Achtelfinale des DFB-Pokals fiel alles andere als überschwänglich aus.

Und diese Ruhe will der 44-Jährige auch auf die Spieler des kriselnden Bundesligisten übertragen. Den Sieg hakte der langjährige Werder-Spieler und Nachwuchstrainer schnell ab. Es wartet noch viel Arbeit.

"Sieg ist Sieg, nur leider war das kein Bundesligaspiel", resümierte Skripnik. Vielleicht hätte er auch sagen sollen: Zum Glück war es kein Bundesligaspiel. Denn Wunderdinge hatte der Trainer in den drei Tagen seiner Amtszeit nicht vollbringen können. Seine Schützlinge präsentierten sich nämlich durchaus verwundbar, der Zwei-Klassen-Unterschied wurde erst dann deutlich, als Werder 2:0 führte und Chemnitz nichts mehr einfiel, um den Favoriten noch in Bedrängnis zu bringen.

Das erkannte auch Skripnik. "Wir mussten auch in dem Spiel gegen einen Drittligisten alles tun, was im heutigen Fußball gefordert wird. Wer weiß, wie es gelaufen wäre, wenn der Ball von Fink nicht an den Pfosten, sondern reingeht. Aber Glück gehört zum Fußball und ich habe nichts dagegen, wenn wir die nächsten Spiele alle mit Glück gewinnen", bemerkte der Trainer.

Tatsächlich hatte Chemnitz in den ersten 30 Minuten zwei dicke Chancen durch Reagy Baah Ofosu (4.) und eben Anton Finks Pfostenknaller (28.). Dann brachte ein stark gespielter Konter mit überlegtem Abschluss durch Fin Bartels (31.) die Bremer auf die Siegerstraße. Franco di Santos 2:0 (49.) beendete den Chemnitzer Traum vom Pokal-Achtelfinale frühzeitig.

Skripnik möchte zu gern an die alten Bremer Traditionen anknüpfen. Zu denen zählte auch immer ein besonders spielintelligenter Akteur auf der "10". Namen wie Micoud oder Diego stehen für Strategie und Spielwitz in der Werder-Schaltzentrale. Und so zauberte Skripnik mit Levent Aycicek einen Spieler hervor, der diese Position in Zukunft ausfüllen soll. "Ich habe ihn in der vierten Liga auf der Position gehabt, da war er sehr aktiv. Ich muss ihn jetzt ins kalte Wasser werfen. Er ist ein großes Talent, das muss er jetzt in den Spielen zeigen. Er kann noch viel mehr", lobte der Trainer.

Die Bremer wissen, dass der Sieg in Chemnitz wichtig, aber längst keine Bundesliga-Überlebensgarantie ist. "Wir müssen uns alles hart erarbeiten, es gemeinsam angehen und konzentriert auftreten", sagte Kapitän Clemens Fritz. Und Skripnik ergänzte: "Wir wissen, was zu tun ist. Wir werden jedes Spiel in Ruhe analysieren. Wir haben noch Zeit, es ist noch längst nicht alles vorbei. Es gibt noch 25 Final-Spiele."

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