Comeback nach 177 Tagen Pause

Khedira zuversichtlich: "In Top-Verfassung zur WM"

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Sami Khedira

Madrid - Sami Khedira befindet sich nach seinem Kreuzbandriss auf einem guten Weg. Joachim Löw setzt große Hoffnungen in den lange verletzten Mittelfeldspieler.

Die Partie am Samstag gegen Espanyol Barcelona ist für Real Madrid ohne Bedeutung - nicht so für Sami Khedira. Für den 27-Jährigen ist der Saisonabschluss in der Primera Division ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur WM. Khedira steht nach seinem Comeback am Sonntag in Vigo (0:2) nach 177-tägiger Pause vor seinem zweiten Pflichtspiel-Einsatz bei den Königlichen. Er liege damit knapp fünf Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) „genau im Plan“, betonte Bundestrainer Joachim Löw vor dem Länderspiel am Dienstagabend in Hamburg gegen Polen.

Am 24. Mai hat Khedira dann sogar die Chance auf einen Einsatz im Champions-League-Finale gegen Atletico Madrid, da Xabi Alonso gesperrt ist. Er verpasst damit zwar den Start ins Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft in Südtirol (21. bis 31. Mai). Aber für Löw ist wichtiger, dass der Mittelfeldstar von Real nach sechsmonatiger Auszeit wegen eines Kreuzbandrisses noch Wettkampfpraxis auf höchstem Niveau bekommt.

Noch ist Khedira nicht bei 100 Prozent. Dennoch war es für Löw ein „kalkulierbares Risiko“ und keine Frage, den früheren Stuttgarter für den WM-Kader zu nominieren. „Er ist mit seiner Persönlichkeit und Erfahrung unverzichtbar für die Mannschaft. Er ist zwar noch nicht am Leistungslimit, aber wir werden es schaffen, ihn hinzubringen“, sagte der Bundestrainer.

Alles ist der WM untergeordnet

Davon geht auch Khedira aus. Er wolle die Erwartungen „nicht zu hoch hängen. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich in Top-Verfassung zur WM gehen werden“, sagte der 44-malige Nationalspieler unlängst dem kicker.

Zumal Khedira seinem großen Traum von Brasilien alles untergeordnet hat. Löw lobte Khedira deshalb auch für dessen Einsatz in der Rehabilitation. Er habe selten einen Spieler erlebt, „der so vehement, konsequent und zielstrebig auf ein Ziel hingearbeitet hat“.

Doch Khedira hatte in den vergangenen Monaten auch Rückschläge erlitten, daraus aber die richtigen Lehren gezogen. Zwar habe ihn seine „Verbissenheit nach oben gebracht, ohne sie wäre meine Karriere nicht fast schon märchenhaft verlaufen. Aber irgendwo gibt es einen Punkt, an dem es um die Kombination aus konzentrierter, harter Arbeit mit einer gewissen Lockerheit oder Entspanntheit geht“, sagte er zuletzt im 11Freunde-Gespräch.

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So habe er in seiner Reha zunächst viele Dinge „unbedingt erzwingen wollen mit noch einer Behandlung und noch mehr Anstrengung, aber es ging nicht voran. Im Gegenteil - das Knie ist angeschwollen“.

Über Weihnachten sei er dann eine Woche mit der kompletten Familie in Urlaub gefahren, „und als ich wieder in die Reha zurückkam, konnte ich das Knie um 30 Prozent mehr beugen. Das war für mich der Wendepunkt, nicht immer zu sagen: Ich will, ich muss zur Weltmeisterschaft." Er habe "gelernt: Man sollte nicht laufen wollen, wenn man weiß, dass man noch nicht so weit ist“.

SID

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