Deutscher Triumph bei Fifa-Gala

Ronaldo schnappt Ribéry Weltfußballer-Titel weg

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Weltfußballer 2013: Christiano Ronaldo.

Zürich  - So viele deutsche Preisträger gab es noch nie bei der FIFA-Gala. Nur der Weltfußballer  kommt nicht wie erhofft aus der Bundesliga. Franck Ribéry musste Cristiano Ronaldo den Vortritt lassen.

Franck Ribery stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, der sonst so coole Cristiano Ronaldo weinte derweil hemmungslos vor Freude: Der Traum vom „Ballon d“Or„, der Auszeichnung zum Weltfußballer des Jahres, war für Ribery trotz seines überragenden Jahres mit dem deutschen Rekordmeister Bayern München geplatzt. Den Goldenen Ball aus den Händen von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter nahm stattdessen zum zweiten Mal nach 2008 Ronaldo entgegen - Ribery landete hinter Lionel Messi gar nur auf Platz drei.

Weltfußballer-Gala: Bilder aus Zürich

Weltfußballer-Gala: Bilder aus Zürich

"Ich möchte meiner Familie danken“, sagte der Superstar von Real Madrid (28) mit brüchiger Stimme: „Ich kann kaum sprechen. Vielen Dank.“ Ribery, der mit dem deutschen Rekordmeister 2013 fünf Titel gewonnen hatte, ging ebenso leer aus wie Superstar Lionel Messi (FC Barcelona). Ronaldo erhielt 1365 Stimmen, Messi 1205, Ribery 1127. Bester Deutscher war Philipp Lahm vor Mesut Özil, auch Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Manuel Neuer wurden von den Nationaltrainern, Kapitänen und Medienvertretern genannt.

Dennoch triumphierte im edlen Züricher Kongresshaus der deutsche Fußball. Nationaltorhüterin Nadine Angerer wurde als Weltfußballerin des Jahres geehrt, Ex-Bayern-Coach und Triple-Gewinner Jupp Heynckes sowie Bundestrainerin Silvia Neid sind die Trainer des Jahres. In der Mannschaft des Jahres 2013 stehen in Philipp Lahm und Manuel Neuer zudem erstmals zwei Nationalspieler - zusammen mit dem untröstlichen Ribery.

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Nach seiner überragenden Saison 2012/13 galt der kleine Franzose Ribery, der immerhin Europas Fußballer des Jahres ist, lange als großer Favorit auf den Goldenen Ball. Ronaldo gewann keinen Titel, Messi plagte sich mit Verletzungen durch die Saison. „Es ist eine Ehre, überhaupt hier zu sein“, sagte Ribery noch vor der Gala im legeren weißen T-Shirt.

Dennoch gewann „CR7“, der im Kalenderjahr 69 Treffer erzielt hatte. „Ich versuche immer, mein Bestes zu geben, jedes Jahr ist eine neue Herausforderung und ich versuche immer, mich zu verbessern“, sagte Ronaldo. Gegen Spieler wie Messi und Ribery zu spielen, „macht mich stolz“.

Alle Weltfußballer seit 1982

Alle Weltfußballer seit 1982

Die FIFA stellte klar, dass das Ergebnis nicht durch die fragwürdige Fristverlängerung der Abstimmung begünstigt wurde. Ronaldo konnte zwar so in den WM-Play-offs mit vier Toren gegen Schweden noch einmal auf der großen Bühne glänzen - laut FIFA habe sich in dem betreffenden Zeitraum aber nur die Anzahl der Stimmen verändert, nicht das Ergebnis.

Ob FIFA-Boss Joseph S. Blatter nach seiner peinlichen Ronaldo-Parodie zudem auf eine Art Konzessionsentscheidung hingearbeitet hat, um Reals Superstar nicht gänzlich zu verprellen, bleibt Spekulation. „Ich glaube, dass Thema ist abgeschlossen“, sagte Ronaldo, der laut spanischen Medien mit seiner gesamten Familie in die Schweiz gereist war: „Wir hatten ein telefonisches Gespräch und es ist erledigt.“

An der Wahl von Heynckes ging hingegen kein Weg vorbei. Der 68-Jährige, der sich gegen BVB-Coach Jürgen Klopp und Manchester-Ikone Sir Alex Ferguson durchsetzte, prägte das Fußball-Jahr 2013. Seinem Nachfolger bei den Bayern und Vorgänger als Trainer des Jahres, Pep Guardiola, hinterließ Heynckes, der als Spieler Welt- und Europameister wurde, die derzeit beste Mannschaft der Welt.

„Ich freue mich, dass ich meine Karriere mit einer solchen Auszeichnung krönen kann. Das ist etwas, was ich mir vor zehn Jahren nicht erträumt hätte“, sagte Heynckes, der ebenfalls den Tränen nahe war. Das letzte Jahr „war genau der richtige Zeitpunkt, um zu sagen: Das war“s„, meinte Heynckes. Klopp hatte schon vorher gesagt, dass nur Heynckes den Sieg verdient habe: `Ich bin eigentlich nur hier, um Jupp zu gratulieren. Das war die großartigste Trainerleistung.“

Großen Anteil an einem großen Titel hatte auch Nationalspielerin Nadine Angerer, die im EM-Finale im Sommer gegen Norwegen mit zwei gehaltenen Elfmetern zur Heldin wurde. Sie wurde als erste Torhüterin überhaupt und zweite Deutsche nach Birgit Prinz (2003 bis 2005) geehrt. „Ich bin überrascht und stolz und dankbar“, erklärte Angerer, die wie gewohnt mit Hut auf die Bühne gekommen war.

Der Triumph im Finale verhalf zudem Neid zur Auszeichnung, Triple-Gewinner Ralf Kellermann (VfL Wolfsburg) ging hingegen leer aus. Neid bedankte sich vor allem bei DFB-Präsident Wolfgang Niersbach für die Unterstützung. „Ich freue mich über die Auszeichnung und sehe sie als Anerkennung für den gesamten deutschen Frauenfußball“, sagte sie.

sid/dpa

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