Veh sieht kaum eine Chance

Es riecht nach Kapitulation beim Bayern-Gegner

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Eintracht-Trainer Armin Veh.

Frankfurt/Main - Realismus? Oder hofft Armin Veh, dass die Bayern seine Frankfurter unterschätzen? Die Maßnahmen und Aussagen bei der Eintracht klingen nach Kapitulation.

Es riecht ein wenig nach Kapitulation, was Armin Veh da für das große Spiel beim Triple-Gewinner Bayern München plant. Weder Mittelfeldmotor Sebastian Rode, der im Sommer zum Rekordmeister wechselt, noch Innenverteidiger Carlos Zambrano stehen am Sonntag (17.30 Uhr/Sky, bei uns im Live-Ticker) im Kader - die beiden Stammspieler werden geschont, oder - je nach Interpretation - geschützt. In Frankfurt zählt nur der Abstiegskampf.

„Der eine hat vier und der andere neun Gelbe Karten“, sagte Veh: „Ich wäge das schon ab, weil das Spiel dann gegen Eintracht Braunschweig - gegen einen unmittelbaren Konkurrenten - schon einen anderen Stellenwert hat.“

Nach dem lange ersehnten und hart erkämpften ersten Heimsieg am vergangenen Wochenende gegen Hertha BSC (1:0) kommt das Spiel gegen „sicherlich eine der besten Mannschaften, die es gibt auf dieser Fußballwelt“ (Veh), für den Tabellen-14. zur Unzeit. Die Bayern hatten erst am Mittwoch mit dem Last-Minute-Sieg beim VfB Stuttgart (2:1) den nötigen Warnschuss bekommen, sich gegen die Teams aus der unteren Hälfte nicht gehen lassen zu dürfen.

„Es wird wahrscheinlich wieder so kommen wie jedes Jahr, wenn wir denken, dass sie gegen so einen kleinen wie die Eintracht ein paar andere aufstellen“, sagte Veh: „Aber gegen uns laufen immer die Besten auf. So wird es wieder sein.“

Bayerns Startrainer Pep Guardiola ließ die Rückkehr der zuletzt angeschlagenen Franck Ribéry und Arjen Robben jedoch noch offen. Beide hätten am Donnerstag „gut trainiert“, sagte der Spanier. Dennoch wolle er das Training am Samstag abwarten, „und dann entscheiden“. Die beiden Superstars hatten am Mittwoch wegen muskulärer Probleme gefehlt.

Allerdings spielte der Rekordmeister in den vergangenen Monaten trotz prominenter Ausfälle „in einer eigenen Liga“ (Veh). Deshalb habe die Eintracht „im Normalfall“ kaum eine Chance, „so realistisch bin ich“, sagte Veh. Dennoch werde der Europa-League-Starter „natürlich das Beste rausholen und versuchen, die ganz, ganz, ganz große Überraschung zu schaffen“, sagte der Coach weiter: „Natürlich lassen wir uns was einfallen, das sag“ ich aber noch nicht - ich hoffe, dass man das zumindest sieht.„

Für Zambrano wird aller Voraussicht nach Winter-Neuzugang Alexander Madlung erstmals in der Startelf stehen. `Es macht schon Sinn, dass er relativ früh Spielpraxis bekommt“, sagte Veh: „Und wo kann man besser Spielpraxis bekommen, als wenn man gegen Bayern München spielt? Ich glaube nicht, dass er da wenig zu tun hat.“

Bei Hertha BSC, Madlungs erster Station im Profifußball, spielte die Sonntagspartie gegen den 1. FC Nürnberg (15.30 Uhr/Sky) unterdessen vorübergehend nur noch eine Nebenrolle. Die Nachricht vom Engagement des Finanzinvestors KKR beim ewig klammen Haupstadtklub dürfte bei den Hertha-Fans Jubelstürme ausgelöst haben. Die auf mindestens sieben Jahre angelegte strategische Partnerschaft soll angeblich etwa 60 Millionen Euro bringen - die Verbindlichkeiten des Aufsteigers (36,8 Millionen Euro) wären kaum mehr ein Problem.

Sportlich kommt es in Berlin an der Seitenlinie zum ersten Aufeinandertreffen der Niederländer Jos Luhukay (Hertha) und Gertjan Verbeek (Nürnberg) als Trainer, nachdem beide schon in ihrer aktiven Zeit vor Jahrzehnten gegeneinander gespielt hatten. „Luhukay war der bessere Spieler“, sagte Verbeek: „Am Sonntag werden wir sehen, wer der bessere Trainer ist.“

sid

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