Abstiegsränge verlassen

Nürnberg dreht Spiel und gewinnt in Berlin

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Nürnbergs Markus Feulner erzielt das Tor zum zwischenzeitlichen 1:1.

Berlin - Mit einem Auswärtserfolg bei Hertha BSC hat der 1. FC Nürnberg die Abstiegsplätze der Bundesliga verlassen. Die Cluberer drehten dabei einen frühen Rückstand noch um.

61,2 Millionen Euro, aber kein Punkt: Hertha BSC hat nach dem Millionen-Deal mit einem Großinvestor sein sportliches Konto nicht aufstocken können und steht 2014 immer noch ohne jeden Zähler da. Der Berliner Club, der den Vertrag mit einem US-Finanzriesen als "wichtigsten Meilenstein in der Geschichte von Hertha BSC" feierte, verlor am 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 1:3 (1:1) gegen den nach der Winterpause aufstrebenden 1. FC Nürnberg und verpasste den Sprung auf die Europapokalplätze. Der "Club" hingegen gewann zum zweiten Mal in Serie und verließ durch den ersten Saisonauswärtserfolg als Tabellen-15. die Abstiegsränge.

Turbulent wurde es in der Schlussphase. Schiedsrichter Michael Weiner gab zunächst Nürnbergs Ondrej Petrak für ein Handspiel auf der Torlinie die Rote Karte - nahm die Entscheidung aber zurück, da zuvor ein Berliner im Abseits gestanden hatte. Korrekt war auch die Entscheidung Weiners in der vierten Minute den Nachspielzeit auf Strafstoß für Nürnberg nach Foul von Marcel Ndjeng zu entscheiden. Josip Drmic (90+4.) traf zum Endstand.

Die Berliner waren am Sonntag durch ihren Toptorschützen Adrian Ramos zwar mit 1:0 in Führung (4. Minute) gegangen. Doch Markus Feulner (20.) und Drmic (68.) sicherten vor 37 483 Zuschauern mit ihren Toren im Olympiastadion den Franken den Sieg in der Hauptstadt - seit fast sechs Jahren hat der "Club" nun gegen die Berliner nicht mehr verloren. Hertha rangiert nach zwei Rückrunden-Niederlagen mit 28 Punkten auf dem achten Platz.

Vor dem Spiel waren die Wirtschaftsnachrichten aus Berlin das Thema. Am Freitag hatte Hertha einen Anteilsverkauf von 9,7 Prozent an eine US-Beteiligungsgesellschaft abgeschlossen. Insgesamt investiert der Finanz-Investor KKR 61,2 Millionen Euro. "Wir sind nicht reich. Aber wir haben den wichtigsten Meilenstein in der Geschichte von Hertha BSC erreicht", sagte Finanzvorstand Ingo Schiller. Mit der sportlichen Situation haben die Investitionen allerdings nichts zu tun. Auch im Sommer will Manager Michael Preetz nicht "mit der Geldkoffer" losziehen.

Nürnberg wurde bei Winter-Schmuddelwetter in der Hauptstadt kalt erwischt. Die aus der Not neuzusammengestellte Innenverteidigung mit Neuzugang Ondrej Petrak und Javier Pinola konnte Ramos nach einem Eckball von Ronny nicht am Kopfball hindern. Der Kolumbianer traf zu Saisontor Nummer 12 und übernahm nach dem Nachmittagsspiel die alleinige Führung in der Bundesliga-Torjägerliste. Hertha setzte beherzt nach. Ronny, etwas überraschend von Trainer Jos Luhukay in die Startelf gestellt, war an einigen guten Aktionen beteiligt. Ramos (8./10.) hätte früh erhöhen können.

Nach dem ersten Schock agierte der Club etwas mutiger: Nach schwerem Stockfehler von Johannes van den Bergh, der den Ball genau Feulner vor den Fuß legte, schoss der Nürnberger Mittelfeldmann aus 16 Metern zum Ausgleich ein. Kurz darauf nahm Luhukay van den Bergh vom Platz. Der Linksverteidiger hatte schon in der zweiten Minute Gelb gesehen und war sichtlich von der Rolle.

Nürnberg spielte mutig mit, betrieb viel Laufaufwand und hatte nach dem ersten Saisonsieg gegen Hoffenheim offenkundig neues Selbstbewusstsein. Nach dem Ausgleich fehlte aber jede Torgefahr. Hertha agierte zielstrebiger und hätte mit einer Führung in die Pause gehen müssen. Ramos (35.) verzog nach einem schönen, von ihm selbst eingeleiteten, Konter freistehend. Pinola klärte einen Schuss von Marcel Ndjeng (37.) kurz vor der Torlinie.

In der zweiten Halbzeit war die Hertha weiter tonangebend. Nur rechte Torchancen konnten sich die Berliner nicht herausspielen. Der agile und schnelle Ronny scheiterte mehrfach mit seinen gefürchteten Freistößen. Nürnberg schien mit der Aussicht auf den Punkt zufrieden. Und schlug dann bei der ersten Gelegenheit eiskalt zu. Daniel Ginczek traf zunächst den Pfosten, Drmic setzte nach und schob zum ein. Auch den Schlusspunkt setzte der Club-Profi mit seinem Foulelfmetertor.

dpa

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