Heftige Ausschreitungen im Pokal-Halbfinale

Nach Sitzschalen-Wurf im Istanbul-Derby: Besiktas boykottiert Nachholtermin

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Besiktas-Trainer Senol Günes wurde beim türkischen Pokalhalbfinale mit einer Sitzschale beworfen.

Nachdem Besiktas-Trainer Senol Günes von einer Sitzschale am Kopf getroffen worden war, wurde das Pokalspiel gegen Fenerbahce Istanbul abgebrochen. Den Nachholtermin boykottiert nun Besiktas.

Update 26. April:

Besiktas wird den Nachholtermin für das abgebrochene Halbfinal-Derby im türkischen Pokal gegen den Stadtrivalen Fenerbahce boykottieren. Das teilte der Meister am Donnerstag mit. Der türkische Verband hatte am Mittwoch entschieden, dass die Restspielzeit des am 19. April in der 57. Minute abgebrochenen Rückspiels am 3. Mai im Fenerbahce-Stadion vor leeren Rängen nachgeholt werden sollte.

Besiktas-Trainer Senol Günes war im Rückspiel aus dem Fenerbahce-Fanblock mit einer Sitzschale beworfen worden und hatte dabei eine blutende Kopfverletzung erlitten. Günes wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die Partie wurde nach einer 20-minütigen Unterbrechung abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt hatte es 0:0 gestanden, das Hinspiel war 2:2 ausgegangen. Sollte Besiktas seinen Boykott wahrmachen, würde Fenerbahce kampflos ins Finale gegen Akhisar Belediyespor einziehen.

"Als ein Klub, der den Fair-Play-Gedanken stets verfolgt, hat Besiktas entschieden, nicht an dem für den 3. Mai terminierten Spiel teilzunehmen", teilte der Klub in einem Statement auf seiner Homepage mit, da "Millionen von Zuschauern gesehen haben, dass Besiktas das einzige Opfer war".

Update 20. April 2018:

Nach den Krawallen beim Stadtderby der Fußballclubs Fenerbahce und Besiktas in Istanbul hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan von einer „Verschwörung“ gesprochen. „Das ist mehr als Fußball-Terror. Da gibt es, ich muss offen sprechen, auch eine Verschwörung“, sagte Erdogan am Freitag auf die Frage von Journalisten in Istanbul. „Hier hat natürlich jemand den Terror auf der Tribüne organisiert. Das ist nichts, was aus sich selbst heraus geschehen ist.“ Details nannte Erdogan aber nicht. Weiter sagte der 64-Jährige, der Angriff auf Günes sei „nicht zu akzeptieren“ und es sei „nicht möglich, das zu verzeihen“.

Recep Tayyip Erdoğan spricht von einer Verschwörung.

Update vom 20. April 2018:

Besiktas-Trainer Senol Günes hat am Freitagmorgen nach der Wurfattacke beim Istanbul-Derby gegen Fenerbahce das Krankenhaus verlassen. Der 65-Jährige musste die Nacht aufgrund einer Kopfverletzung zur Kontrolle im Hospital verbringen, berichten türkische Medien

Was beim Derby am 19. April 2018 geschah:

Istanbul - Das mit Spannung erwartete Rückspiel der beiden Stadtrivalen Fenerbahce und Besiktas Istanbul im Halbfinale des türkischen Fußball-Pokals ist am Donnerstag nach etwa einer Stunde beim Stand von 0:0 wegen Zuschauer-Ausschreitungen abgebrochen worden. Nachdem Gäste-Trainer Senol Günes in aufgeheizter Atmosphäre von einer Sitzschale am Kopf verletzt worden war und sich ärztlich versorgen lassen musste, zog sich das Team von Besiktas geschlossen in die Kabine zurück und wurde von Einsatzkräften der Polizei abgeschirmt. Nach Medienberichten wurde Günes' Wunde mit mehreren Stichen genäht werden.

Daraufhin pfiff Schiedsrichter Mete Kalkavan die Partie nicht mehr wieder an, nachdem er zuvor etwa 20 Minuten abgewartet hatte, ob sich die Situation im Stadion beruhigt.

Quaresma mit Schlüsselbund beworfen

Bereits im Hinspiel, in dem sich beide Teams 2:2 getrennt hatten, hatte es wegen der unfairen Spielweise beider Mannschaften drei Feldverweise gegeben. Im Rückspiel zeigte der Referee schon nach 30 Minuten wegen einer rüden Attacke die Rote Karte gegen Besiktas-Verteidiger Pepe. Sein Teamgefährte Ricardo Quaresma wurde von hitzigen Fenerbahce-Anhängern bei der Ausführung eines Eckballs von einem Schlüsselbund getroffen.

Ob die Partie wiederholt wird, war am Donnerstagabend nicht klar. Zunächst muss sich nun der Türkische Fußballverband mit den Ausschreitungen und der Wertung des Spiels befassen.

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dpa/sid

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