Madlungs Eigentor beschert Hannover Sieg gegen Frankfurt

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Hannover bejubelt das spielentscheidende Eigentor von Alexander Madlung. Foto: Peter Steffen

Hannover (dpa) - Alexander Madlung schlug sich nach dem folgenschweren Missgeschick die Hand vors Gesicht. Das 0:0 bei Hannover 96 schien für Eintracht Frankfurt zum Greifen nahe, als der Innenverteidiger in der 88. Minute ins eigene Netz traf.

Die Eintracht kassierte vor den schweren Partien gegen die Spitzenteams aus München und Mönchengladbach mit dem 0:1 (0:0) bei den Niedersachsen bereits die vierte Pflichtspiel-Niederlage in Serie.

"Das tut natürlich weh, wenn man so kurz vor Schluss noch einen kriegt", kommentierte Eintracht-Coach Thomas Schaaf die späte Niederlage des hessischen Fußball-Bundesligisten am Samstag. "Ich habe nur gesehen, dass er am Ball war", sagte Schaaf, "aber man kann ihm keinen Vorwurf machen." Die Eintracht wartet nunmehr seit 1987 auf einen Sieg in Hannover.

Die Gastgeber bejubelten vor 42 200 Zuschauern ihre drei Punkte und setzten sich in der Tabelle von Frankfurt deutlich ab. "Es war etwas glücklich, aber die Suche nach dem Tor war wichtig", sagte 96-Trainer Tayfun Korkut: "Wir hatten durch das Pokal-Aus eine negative Stimmung." Die ist nun erst einmal verflogen.

Die auf vier Positionen veränderte Gastgeber-Elf war klar überlegen, konnte ihre Dominanz aber nicht selber nutzen. Torchancen gab es erst spät, obwohl 96 allein in der ersten Halbzeit mehr als 70 Prozent Ballbesitz hatte.

Mit dem vielversprechend spielenden Startelf-Debütanten Maurice Hirsch neben Manuel Schmiedebach auf der Doppel-Sechs war Hannover druckvoller. Doch es fehlten meist das Tempo und die zündenden Ideen, um sich Einschussmöglichkeiten herauszuspielen.

Zum Ärger der Gastgeber wurde der Ball, der in der 19. Minute im Netz landete, von Schiedsrichter Sascha Stegemann nicht als Tor anerkannt. Bei Jimmy Briands Kopfball nach Joselu-Flanke entschied der Referee auf Stürmerfoul. Die 96-Fans hatten dafür ebenso wenig Verständnis wie der am Spielfeldrand heftig reklamierende Trainer Korkut. "Das war für mich klar ein Tor", sagte 96-Sportdirektor Dirk Dufner.

Die ebenfalls auf vier Positionen veränderte Eintracht-Elf zog sich sehr weit zurück. Nach den vielen Gegentoren beschränkte sich das Schaaf-Team vor allem auf die Defensive und tat fast nichts für das Spiel nach vorne. Bei Balleroberung wurde im Zweifelsfall nach hinten gespielt, statt einen Konter zu wagen. "Wenn man in der 63. Minute erstmals aufs Tor schießt, ist das zu wenig", kritisierte Marco Russ.

Vergeblich mühte sich Joselu: Der in der vergangenen Saison noch für Frankfurt spielende Spanier erhielt jedoch trotz der 96-Überlegenheit wenig Pässe. Zudem hatte der Angreifer in Eintracht-Innenverteidiger Madlung einen körperlich starken Gegenspieler, der ihn kaum zur Entfaltung kommen ließ. Bei seinem Eigentor wurde Madlung indes von 96-Innenverteidiger Marcelo bedrängt.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 63,3 - 36,7

Torschüsse: 14 - 6

gew. Zweikämpfe in %: 58,9 - 41,1

Fouls: 13 - 20

Ecken: 10 - 4

Quelle: optasports.com

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