Nach Last-Minute-Sieg 

„Leute, ich kann euch nicht hören“: Mourinho schießt gegen Juve-Fans - aus diesem Grund

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“Ich kann euch nicht hören“ - José Mourinho on fire.

Mourinho at its best, oder besser: Wie er leibt und lebt. Mit seiner Geste in Richtung Juve-Fans sendete er eine klare Botschaft. Aus folgendem Grund.

Turin - „Leute, ich kann euch nicht hören!“ José Mourinho ist sicherlich kein Publikumsliebling, vor allem die gegnerischen Fans haben meist keinen Vertrag mit dem Portugiesen. Der Grund liegt auf der Hand: Mourinho teilt gerne aus. Zu seiner Verteidigung: Er teilt gerne gegen jeden und alles aus, ob es nun der Gegner, der Schiedsrichter oder aber die eigenen Spieler sind. An diesem Mittwochabend bekamen es die Juve-Fans ab. Und wie! 

United-Fans dürften sich ein wenig an das Champions-League-Finale 1999 erinnert haben, als sie in den letzten Minuten eine sicher geglaubte Niederlage noch in einen Sieg drehten. Dieses Mal waren die „Red Devils“ allerdings deutlich unterlegener als beim legendären Finale gegen den FC Bayern vor über 18 Jahren. 23:9 Torschüsse pro Juve, eine drückende Überlegenheit gegen phasenweise hilflos wirkende United-Spieler. 

Dann kam Juan Mata, kurz darauf eine verirrte Flanke von Ashley Young und plötzlich stand es 2:1 für das Team von Mourinho. Und der sorgte nach dem Schlusspfiff für das eigentliche Highlight des Spiels. Demonstrativ hielt er die Hand ans Ohr in Richtung der Juve-Fans. Die Message: Leute, ich kann euch nicht hören. Eine Geste, die den Spielern von Turin mal so gar nicht schmeckte. Kurze Rudelbildung, kleines Wortgefecht mit Leonardo Bonucci, dann war Mourinho im Bauch des Allianz Stadium verschwunden. 

José Mourinho: Die Geschichte mit den Juventus-Fans 

Dass Mourinho gerne mal mit Aussagen oder Gesten für einen Eklat sorgt, ist gemeinhin bekannt. In Madrid können sie ein Lied davon singen. Bekannt ist aber auch: Mourinho ist ein Taktiker, ein Branchen-Fuchs, der nichts ohne Hintergedanken oder Grund macht. Warum also diese provokante Geste? 

„Ich hätte das vielleicht nicht tun sollen, aber wenn ich, meine Familie und auch die Inter-Familie von den Fans beleidigt werden, dann reagiere ich eben so", erklärte „Mou“ in der Mixedzone. Er sei 90 Minuten lang beleidigt worden. Beleidigungen sind also der Grund. Ein weiterer Grund könnte sein: Nun spricht alles über die Szenen nach dem Schlusspfiff, kaum einer aber über den über weite Strecken mageren Auftritt von Manchester United.

Was man aber auch wissen muss: Mourinho und Juve haben eine Geschichte. Schon nach dem Hinspiel im Old Trafford (Juve gewann 1:0) hatte er in Richtung Fans in Anspielung auf das Triple mit Inter Mailand 2010 drei Finger hoch gehalten. Italienischer Meister, Pokalsieger, Champions-League-Sieger in einer Saison, das ist nicht einmal den erfolgsverwöhnten Dauergewinnern aus Turin bisher geglückt. Mourinho weiß also, wo er den Hebel ansetzen muss. 

José Mourinho: „Fragen Sie die FA, die wird es Ihnen übersetzen“ 

Als er nach der Partie auf die Geste angesprochen wurde, entgegnet er in klassischer Mourinho-Manier: „Verstehen Sie italienisch?“ Auf das Nein der Reporterin antwortete er mit einem Lachen: „Fragen Sie die FA, die wird es Ihnen übersetzen.“ Die „Football Association“ (kurz FA) ist der führende Fußballverband in England. 

Mit diesem wichtigen Sieg hat sich die Ausgangslage von Manchester United in der Gruppe H nun deutlich verbessert. Mit sieben Zählern liegen die „Red Devils“ auf Rang zwei hinter Juve und vor dem FC Valencia und den BSC Young Boys. Vielleicht ging die Geste von Mourinho nicht nur in Richtung der Turiner Fans, vielleicht ging sie auch raus in die ganze Fußballwelt mit der Botschaft: ‚Manchester United ist noch am Leben, was sagt ihr jetzt?‘ 

Insbesondere Anfang September soll der United-Coach kurz vor einer Entlassung gestanden haben. Mourinho konnte darüber nur lachen und prahlte mit seinem Gehalt. Wenige Tage später avancierte er zum Hit im Netz mit einem fiesen Bauchplatscher

nc

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