Steiniger Europa-Weg

Eintracht Frankfurt und Werder Bremen suchen den Anschluss

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Frankfurts Trainer Adi Hütter (l) und sein Bremer Kollege Florian Kohfeldt (r) unterhalten sich vor Spielbeginn. Foto: Silas Stein/dpa

Gewachsene Spitzenteams, dazu noch Überraschungen wie Gladbach und Wolfsburg. Für Frankfurt und Bremen wird der Weg ins europäische Geschäft schwierig - dabei haben beide Teams gewachsene Ambitionen.

Frankfurt/Main (dpa) - Eintracht Frankfurt und Werder Bremen haben nicht nur ehrgeizige Ziele und den Anspruch Europa gemeinsam, sondern teilen in der hartumkämpften Fußball-Bundesliga auch eine Position: Aus dem Liga-Mittelfeld unter die ersten sechs Plätze zu stoßen.

Das aber dürfte in dieser ausgeglichenen Spielzeit mit der überraschenden Tabellenspitze Gladbach vor Wolfsburg noch schwieriger als sonst werden. "Die Konkurrenz ist hoch. Das Tableau ist noch eng zusammen. Es gibt keine Mannschaft so richtig vorneweg", sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt nach dem spektakulären 2:2 im direkten Aufeinandertreffen am Sonntagabend.

Neben den Top-Teams aus München, Dortmund, Leverkusen und Leipzig sind mit der Borussia und dem VfL zwei weitere Rivalen erwachsen, die ihre starken Vorjahresleistungen derzeit bestätigen. "Dass es nicht einfach ist, da sind wir uns alle einig", sagte Kohfeldt. Auch Schalke spielt unter David Wagner wieder eine starke Rolle und heizt den großen Konkurrenzkampf um die oberen Tabellenränge mächtig an.

Frankfurts Coach Adi Hütter, der um ein Haar mal selbst in Bremen gelandet wäre, und sein Kollege Kohfeldt haben in dieser Spielzeit beide ihre eigenen Probleme zu schultern. Hütter kämpft nach einer starken Vorsaison mit dem Europa-League-Halbfinale mit hohen Erwartungen und verlor im Sommer seine "Büffelherde" Sébastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic. Erst am Sonntag betonte er wieder, dass "uns 57 Tore fehlen". In Bremen waren zeitweise so viele wichtige Profis gleichzeitig verletzt, dass diese eine eigene Elf hätten bilden können.

"Mir geht es trotzdem um die Entwicklung einer Mannschaft, da mache ich mir mehr Gedanken als um die Punkte", befand Hütter, der in der Spitze zwar Qualität verloren hat, dafür aber einen deutlich breiter aufgestellten Kader besitzt. Gerade wegen der Vorjahreserlebnisse und der erneuten Qualifikation sei Europa für ihn ein wichtiges Ziel, aber definitiv kein Muss, hatte der Österreicher zuvor betont. "Mit 13 Punkten hätten wir uns annähern können", sagte Hütter nach der Punkteteilung durch Tore von Sebastian Rode und André Silva für Frankfurt sowie Davy Klaassen und Milot Rashica auf Bremer Seite. So sind es elf Zähler, bei Bremen acht.

Beide Vereine versuchen, mit Kontinuität und Stabilität in der Liga langsam voranzukommen. Die Eintracht hat ihrem Vorstandstrio um Fredi Bobic sowie Sportdirektor Bruno Hübner langfristige Verträge gegeben, bei Werder ist Kohfeldt als Gesicht des Clubs bis 2023 fest gebunden. Doch der letzte Schritt vom Mittelfeld in die Spitze ist schwer, wie der Trainer-Youngster weiß. "Ich kann nur für uns sprechen: Wir müssen dafür über unser Limit gehen. Aber es ist unser Ziel."

So sieht es auch Bremens Sport-Geschäftsführer Frank Baumann. "Es wird ein langer Weg für alle Mannschaften, die daran beteiligt sind", sagte der ehemalige Profi, der zehn bis zwölf Teams im Kampf um Europa sieht. "Man hat letztes Jahr gesehen, dass so viele Punkte wie noch nie nötig waren, um international dabei zu sein. Das setzt sich dieses Jahr fort."

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