Aus dem Gebüsch gestürmt

Hooligan-Sturm auf RWE-Fans miterlebt: Zum Glück waren die Essener Fans in Überzahl

Als einige Hooligans in Wattenscheid auf den Zug mit Fans von Rot Weiss Essen stürmten, war unser Mitarbeiter dabei. Er schildert seine Erlebnisse im Zug - und welche Konsequenz er daraus zieht.

Es waren beängstigende Szenen, die sich am späten Freitagabend um kurz vor Mitternacht am Bahnhof in Wattenscheid abgespielt hatten. Und leider auch Szenen, die man in seinem Leben nicht sehen oder gar miterleben möchte.

Das musste ich aber. Denn ich saß in dem Regional-Express der Linie RE6, der kurz vor der Ankunft in Essen von den vermeintlichen Ultras des FC Schalke 04 überfallen wurde.

Als der Zug in den recht dunklen Bahnhof einfuhr und an dem nur schwach beleuchteten Gleis Halt machte, schreckten fast alle Mitreisenden auf. Denn wie aus dem Nichts tauchten dort die vermummten Chaoten auf, eilten Richtung Zugtüren, hämmerten gegen die Scheiben und ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie in die Waggons eindringen wollten und die Auseinandersetzung mit den Fans von RW Essen suchten. Auch bei mir im Abteil saßen Anhänger der Rot-Weissen, die Richtung Tür eilten.

Hohe Gewaltbereitschaft der Hooligans

Letztlich war es mein Glück, dass die RWE-Fans in der Überzahl waren und die ungebetenen Gäste davon abhielten, in den Zug zu gelangen, so dass ich mit ein wenig Verspätung, letztlich aber unbeschadet und lediglich mit zitternden Knien in Essen ankam.

Dennoch möchte ich mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn es zu einer wilden Schlägerei in den Waggons gekommen wäre, in denen nun mal auch zahlreiche Unbeteiligte, ältere Leute und sogar noch Familien mit Kindern saßen.

Ich werde beim nächsten Mal jedenfalls meine Konsequenz aus dem Vorfall ziehen und darauf achten, in welchen Zug ich einsteige und ob in diesem eventuell Fans von irgendeinem Fußball-Verein sitzen. Denn ich habe miterleben müssen, wie hoch die Aggressivität und Gewaltbereitschaft der Hooligans ist.

Rubriklistenbild: © dpa

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