Fußball-Skandal

Nach Attacke bei Kreisliga-Spiel: Schiri arbeitsunfähig – Schläger verurteilt

Spieler sieht Rot und schlägt Schiedsrichter bewusstlos
+
Ein Fußballspieler sieht Rot und schlägt Schiedsrichter bewusstlos.

Münster/Hessen: Eskalation während eines Kreisliga-Spiels! Wegen einer Roten Karte schlägt ein Spieler den Schiedsrichter bewusstlos. Nun wurde der Schiri-Schläger verurteilt:

  • Fußballspiel zwischen FSV Münster und TV Semd eskaliert
  • Spieler schlägt Schiedsrichter wegen Roter Karte bewusstlos
  • Jetzt wurde der Schiri-Schläger wegen gefährlicher Körperverletzung am Amtsgericht Dieburg verurteilt:

Update vom 26. Juni: Am 27. Oktober spielen der FSV Münster gegen TV Semd. Kurz vor Abpfiff des Kreisligaspiels kassiert der Münsteraner Mittelfeldspieler Hayri G. (28) einen Platzverweis. Dann passiert das Unfassbare: Er schlägt dem Schiri mit der Faust ins Gesicht, der daraufhin bewusstlos wird. Erst nach 15 Minute erlangt er wieder das Bewusstsein und muss per Hubschrauber in die Mainzer Uniklinik geflogen werden. Am Donnerstag, 25. Juni muss sich der Schläger wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Dieburg verantworten. Laut Bild-Zeitung ist der 28-jährige Angreifer ein arbeitsloser Möbelpacker, fährt aber trotzdem mit einem Audi A8 vor.

Nach Prügel-Attacke auf Schiri: Schläger verurteilt

Vor Gericht entschuldigt sich Hayri G. bei Schiedsrichter Nils C., der seit dem Vorfall nicht mehr ohne Angst auf den Platz kann. „Ich fühle mich schlecht weil ich mit dem Fußball aufhören musste.“ Auch Hayri G. spielt nicht mehr, er wurde vom Sportgericht für drei Jahre gesperrt, der FSV Münster für sechs Monate. Der Richter verurteilt den Schiri-Angreifer zu 15 Monaten Haft auf Bewährung und zu 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Außerdem muss er dem Opfer 3.500 Euro Schmerzensgeld zahlen und an einem Anti-Gewalt-Training teilnehmen.

Schiri postet nach Prügelattacke emotionales Statement: „Es war nicht nur ein Angriff auf mich …”

Update vom 5. November 2019: Nach der brutalen Attacke während eines Kreisliga-Spiels meldet sich der verletzte Schiedsrichter mit einer klaren Botschaft zu Wort. Doch zunächst einmal die beruhigende Nachricht: Nils C. geht es wieder besser und er kann das Krankenhaus verlassen. 

In einem Facebook-Post bedankt er sich bei allen Helfern, Schiedsrichterkollegen, seiner Familie und vielen weiteren Menschen, die um ihn besorgt waren. Anschließend geht er auf den Angriff ein, der deutschlandweit für Empörung gesorgt hat: „Es war nicht nur ein Angriff auf mich als Schiedsrichter. Das war ein Angriff auf unseren Amateurfußball”, gibt Nils C. ganz klar zu verstehen. „Bitte beachtet aber, dass ich von einer Person angegriffen wurde. Ich distanziere mich von jeglichen Angriffen auf den gesamten Verein oder die Familie des Täters. Ich distanziere mich auch klar von der Debatte über die Nationalität/Herkunft des Spielers. Für mich macht dies keinen Unterschied. Ich glaube nicht, dass die AfD das Problem für die Gewalt auf unseren Sportplätzen ist, die AfD ist aber bestimmt auch nicht die Lösung!“, schreibt er weiter. Nils C. wünscht sich, dass von nun an alle Spiele friedlich über die Bühne gehen, dass sie verletzungsfrei bleiben und wünscht allen Schiedsrichtern „gute Spielleitung und genauso viel Spaß!”

Münster/Hessen: Vater des Schiedsrichters spricht nach der Prügelattacke

Update vom 29. Oktober 2019, 12.00 Uhr: Zwei Tage nach der Attacke auf einen Amateur-Schiedsrichter in der Partie FSV Münster gegen TV Semd in der C-Liga Dieburg, äußerte sich der Vater des Unparteiischen. Gegenüber Hit Radio FFH sagte er, dass es seinem Sohn den Umständen entsprechend gut gehe, auch wenn er noch Schmerzen habe. Allerdings stünden noch weitere Untersuchungen aus. "Das andere, was seelisch in ihm vorgeht, ist noch eine andere Geschichte", erklärte der Vater. Der 22-jährige Schiedsrichter erlitt nach dem Faustschlag des Spielers Hayri G. eine Gehirnerschütterung! Der Täter habe sich bisher nicht für seine Attacke entschuldigt.

Sorgen um ein solches Verhalten machte sich auch Gerd Schugard, der Vorsitzende des Verbandsschiedsrichterausschusses in Hessen: "Wie sollen wir das nur jungen Leuten schmackhaft machen nach solchen Vorfällen?", sagte er der "Frankfurter Rundschau". Weil es sich bei dieser Attacke nicht um einen Einzelfall handelt, werden am 16. und 17. November die Obleute der Landesverbände in der DFB-Zentrale in Frankfurt tagen. Das Hauptthema: Gewalt gegen Unparteiische. Das findet auch der Vater des verletzten Unparteiischen wichtig und fordert, dass der Schiedsrichter wieder eine Respektperson sein müsse!

Münster/Hessen: Nach Attacke auf Schiedsrichter - lebenslange Spielsperre für Täter gefordert 

Update vom 29. Oktober 2019, 10.15 Uhr: Nach der brutalen Attacke auf einen Schiedsrichter, fordert der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) eine lebenslange Spielsperre für den Täter. „Es ist erschreckend, wenn unsere Schiedsrichter, die das im Ehrenamt machen, Opfer von Prügelattacken werden. Wer auf dem Fußballplatz die Fäuste fliegen lässt und den Schiri bewusstlos schlägt, sollte nie wieder auf den Platz zurückkehren dürfen”, meint Beuth gegenüber der „Bild”. In einer Krisensitzung habe der FSV Münster, in dem der aggressive Fußballer spielt, entschieden, dass die komplette Mannschaft aus dem Spielbetrieb ausgeschlossen werde. Vereins-Chef Hans-Peter Samoschkoff (63) sagt zur „Bild” über den aggressiven Fußballer, der Unparteiischen bewusstlos geschlagen hat: „Bei uns ist er raus, hat lebenslanges Hausverbot.Täter Hayri G. hatte bereits zuvor eine sechswöchige Sperre abgesessen.

Münster/Hessen: Skandal in Kreisliga - Fußballer schlägt Schiedsrichter bewusstlos

Erstmeldung vom 28. Oktober 2019: Münster (Hessen) - Es sind unglaubliche Szenen, die sich am Sonntagnachmittag (27. Oktober) auf dem Fußballfeld während eines Kreisliga-C-Matches abspielen. Die FSV Münster trifft dabei auf den TV Semd. Gegen 16:30 Uhr bricht die 85. Minute an, es steht 0:2 für TV Semd. In diesem Moment zückt Schiedsrichter Nils C. (TSV Seckmauern) nach einem Foul im Mittelfeld die Rote Karte gegen den FSV-Spieler mit der Rückennummer 12 – und danach eskaliert die Situation. 

Münster/Hessen: Unfassbar! Fußballspieler schlägt Schiedsrichter bewusstlos

Weil der 28-jährige Fußballspieler mit dieser Entscheidung nicht einverstanden ist, geht er auf den 22-jährigen Schiedsrichter los. Wie MANNHEIM24* berichtet, holt der Spieler mit einem heftigen Schlag aus und trifft den Schiedsrichter am Kopf. Dieser bricht sofort bewusstlos zusammen und bleibt auf dem Rasen liegen. Der Rettungsdienst wird sofort verständigt.

Münster/Hessen: Schiedsrichter bewusstlos geschlagen – Rettungshubschrauber im Einsatz

Der 22-jährige Verletzte kommt nach ein paar Minuten wieder zu Bewusstsein und wird sofort mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Die Fußballpartie wird abgebrochen. 

„Wir sind geschockt. Es wird immer schlimmer. Ich weiß noch nicht, wie es ihm geht. Ich nehme an, dass er noch untersucht wird, nachdem er mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen wurde“, sagt Kreisschiedsrichterobmann Thorsten Schenk. Auch Peter Samoschkoff, Erster Vorsitzender der FSV Münster, der persönlich nicht vor Ort war, zeigt sich betroffen: „So etwas geht gar nicht. Wir werden uns beraten, aber das wird auf jeden Fall harte Konsequenzen haben.“ 

Münster/Hessen: Schiedsrichter bewusstlos geschlagen – Video hält Schock-Moment fest

Ein Zuschauer hält den Schlag auf Video fest und stellt dieses ins Netz. Zu sehen ist, wie der Spieler den rechten Arm ausholt und den Schiedsrichter zu Boden schlägt. Danach geht er einfach vom Platz, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. 

Laut Echo Online habe der Schiedsrichter nach der brutalen Attacke Schwierigkeiten mit dem Sprechen. Mit Kopf und Gehirn sei alles in Ordnung. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. 

*MANNHEIM24 ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

pol/jol

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare