Nach FCB-Schlappe

Pep: "Nein, nein, nein! Es ist schwierig!"

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Pep Guardiola.

München - Bayern München kann doch noch verlieren. Dem 2:3 gegen Manchester City konnte Trainer Pep Guardiola sogar positive Seiten abgewinnen.

Niederlagen sind Pep Guardiola eigentlich ein Graus. Doch das überraschende 2:3 (2:1) von Bayern München gegen Manchester City passte dem spanischen Perfektionisten sogar ganz gut in den Kram - das ganze Gerede von Dominanz und Rekorden seiner vermeintlichen Über-Mannschaft konnte er ohnehin nicht mehr hören.

„Das Wichtigste ist, dass wir wissen, dass wir ein Spiel verlieren können. Eine Niederlage ist nie gut, aber vielleicht brauchen dieser Verein, der Trainer und die Mannschaft eine Niederlage, um zu wissen, wie schwierig es ist, die Spiele zu gewinnen - in der Bundesliga und in Europa. Ich hoffe, dass wir das verstehen“, sagte der Trainer des Triple-Gewinners am Dienstagabend mit ernster Miene.

Er lese und höre immer, „nächstes Spiel - kein Problem für Bayern, die haben alles gewonnen, haben eine super Mannschaft“. Aber: „Nein, nein, nein! Es ist schwierig“, betonte der 42-Jährige energisch, „vielleicht ist das gut für Samstag und die Klub-WM.“

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Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wollen sich die Bayern gegen den Hamburger SV vorzeitig die Herbstmeisterschaft sichern, um dann in Marokko ein tolles Jahr mit der „Weltmeisterschaft“ zu krönen. Deswegen wollten sich die Verantwortlichen und die Stars auch gar nicht lange mit dem unerwarteten Ausrutscher gegen ManCity befassen, zumal dieser folgenlos blieb und die Münchner wie gewünscht als Gruppenerster ins Achtelfinale der Champions League einzogen.

„Da sind die Menschen in uns durchgekommen“, sagte Thomas Müller gelassen. Der Nationalspieler (5.) und Mario Götze (12.) hatten die zunächst groß aufspielenden Bayern 2:0 in Führung gebracht, ehe die Engländer die immer größer werdenden Nachlässigkeiten der Münchner durch Tore von David Silva (28.), Aleksandar Kolarov (59., Foulelfmeter) und James Milner (62.) eiskalt bestraften.

„Es ist kein großes Problem. Wir sind eine super Mannschaft. Aber unsere Lektion ist: Auch andere Mannschaften haben gute Spieler und gute Trainer“, unterstrich Guardiola nach der erst dritten Pflichtspiel-Niederlage des Rekordmeisters in diesem Jahr.

Die erste Pflichtspiel-Niederlage seit dem 2:4 im Supercup gegen Borussia Dortmund am 27. Juli, zugleich die erste Pleite nach zehn Siegen in der Königsklasse, war für die erfolgsverwöhnten Münchner offenbar ein Dämpfer zur rechten Zeit. Auch wenn Toni Kroos feststellte, „dass wir keinen Weckruf brauchen“. Dennoch meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, „dass wir daraus die richtigen Lehren ziehen müssen. Man darf nie nachlassen, vor allem, wenn der Gegner eine gewisse Qualität hat wie Manchester City. Diesen Vorwurf müssen wir uns machen.“

Die Mannschaft habe nach dem 2:0 „die Linie verloren und den Gegner eingeladen. Wir haben mit langen Bällen agiert, das wollten wir gar nicht“, monierte Kapitän Philipp Lahm, „aber damit können wir leben“. Weil City das vierte Tor, das den Engländern zum Gruppensieg gereicht hätte, nicht geschossen habe, „können wir mit einem Schmunzeln nach Hause fahren“, fügte Torwart Manuel Neuer entspannt an.

Und letztendlich wollte auch der Trainer kein großes Ding aus der Niederlage machen. „Wir sind zufrieden“, sagte Guardiola. Man sei immerhin gegen eine so große Mannschaft wie Manchester United Erster in der Gruppe geworden. United? Es war City - aber egal. Hauptsache verloren.

sid

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