Weitere Klubs seien gefährdet

Barcelona als Negativ-Beispiel: FC-Bayern-Chef warnt vor neuer Preisspirale im Profifußball

Allianz Arena: Heimspielstätte des FC Bayern - einer der Klubs, die finanziell vergleichsweise gut durch die Corona-Krise kamen
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Allianz Arena: Heimspielstätte des FC Bayern - einer der Klubs, die finanziell vergleichsweise gut durch die Corona-Krise kamen.

Hat der europäische Klubfußball aus Corona nichts gelernt? FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer sieht eine ungute Entwicklung - und warnt vor einer „ungesunden“ Preisspirale.

München - Die Corona-Krise hätte gut zum Anlass für einen Kurswechsel getaugt: Schließlich hat die Pandemie zutage gebracht, dass es um die finanzielle Seriosität vieler Profiklubs nicht zum besten bestellt ist. Auf den FC Bayern München* trifft das nachweislich nicht zu: Der Rekordmeister ist die mit Abstand stärkste Kraft in Deutschland, trotz der Einbußen stand am Ende des Geschäftsjahres 2019/20* immer noch ein Gewinn zubuche.

Wenn es nach FCB-Präsident Herbert Hainer geht, hat der Profifußball insgesamt jedoch nicht viel gelernt aus den vergangenen Monaten. Der Vereinsboss warnt vor einer weiteren Explosion der Spielergehälter und der Honorare für Fußballberater.

FC Bayern: Hainer warnt vor neuer Preisspirale - „Das kann nicht gesund sein“

Als Negativbeispiel führt Hainer in einem Interview den Absturz des spanischen Topklubs FC Barcelona* an: „Wir alle reden über Barcelona, weil es dort so offensichtlich ist und öffentlich gemacht wurde. Es gibt aber sicherlich mehr Vereine, die finanzielle Schwierigkeiten haben. Und trotzdem steigen die Gehälter der Spieler und die Beraterhonorare werden immer größer. Das kann nicht gesund und gewollt sein“, erklärt der 67-Jährige der Münchner Abendzeitung.

Hainer sieht demzufolge, dass trotz Corona die Preisschraube wieder nach oben führt, obwohl auch im Fanlager die Kritik an der kommerziellen Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte* immens ist. Vor allem der hoch verschuldete FC Barcelona sollte allen „ein mahnendes Beispiel sein, dass man versuchen muss, die Dinge besser zu regulieren, um auch die besondere Rivalität der Clubs langfristig sicherzustellen“, lässt Hainer wissen.

FC Bayern: Hainer erwartet vernünftiges Financial Fairplay - und sieht Münchner als Vorbild

Trotz finanzieller Schieflage gäbe es weiterhin Klubs, die zu viel investieren würden: „Man muss darüber nachdenken, wie man das zum Wohle aller vernünftiger gestalten kann.“ Für Hainer ist dabei eine Umsetzung des Financial Fairplay und bei Verstößen dagegen eine konsequente Sanktionierung wichtig. „Es wurde in den letzten Jahren allerdings auch durch Covid aufgeweicht und teilweise außer Kraft gesetzt“, sagte der ehemalige Adidas-Chef (bis 2016).

Über neue Überlegungen werde gesprochen und nachgedacht: „Ich bin der festen Überzeugung, dass es kommen wird. Wie schnell, das kann ich nicht sagen. Da spielen ja unter anderem auch die europäischen Gesetzgebungen mit rein.“ Bayern München tauge hingegen als Vorbild, wie Herbert Hainer ausführt - und als „Inspiration“: „Der FC Bayern hat das in den letzten 20 Jahren gut geschafft, sportliche Ambitionen zu haben und trotzdem auch wirtschaftliche Stabilität.“ (PF mit dpa-Material) *tz.de ist ein Angebot von IPPPEN.MEDIA

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