Mega-Zoff zwischen Bayern und Dortmund

Uli Hoeneß kassiert Mega-Watschn von BVB-Bossen - FCB-Präsident springt ihm zur Seite: „Da ist es sein Recht ...“

Kritisiert den BVB: Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Foto: Sven Hoppe/dpa
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Kritisiert den BVB: Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Foto: Sven Hoppe/dpa

Uli Hoeneß, der Ex-Präsident des FC Bayern, hat Dortmunds Transferpolitik kürzlich als „unklug“ kritisiert. Die BVB-Bosse kontern, einer pflichtet Hoeneß bei.

  • Uli Hoeneß hat bereits einen Monat vor der neuen Bundesliga-Saison gegen Borussia Dortmund gestichelt.
  • Der Ex-Präsident des FC Bayern München bezeichnete die Transferpolitik des BVB als „unklug“.
  • BVB-Manager Michael Zorc fand deutliche Worte - seine Kollegen ebenfalls.

Update vom 8. August, 20.55 Uhr: Die Hoeneß-Aussagen hallen auch noch nach Tagen nach. Selbst vor dem Achtefinal-Rückspiel des FC Bayern gegen Chelsea* waren die Aussagen des ehemaligen FCB-Machers Gesprächsthema.

So wurde Herbert Hainer am Samstag vor dem Spiel gegen die Blues zu der Thematik befragt. Und der aktuelle Präsident des FC Bayern sprang seinem Vorgänger verständlicher Weise zur Seite. „Uli Hoeneß ist ein Mann, der in den letzten 50 Jahren im Fußball eine dominante Rolle gespielt hat", so Hainer bei Sky: „Da ist es sein Recht, sich zu bestimmten Themen zu äußern.“

FC Bayern: Hoeneß im Mega-Zoff mit BVB-Bossen - Will er den Rivalen nur anstacheln?

Update vom 5. August, 7.05 Uhr: Uli Hoeneß stichelte bei einem Interview zu seinem 50-jährigen Bundesliga*-Jubiläum der FAZ scheinbar ohne konkreten Anlass ordentlich gegen die Dortmunder Transferpolitik. Die BVB-Bosse schossen daraufhin gegen den Bayern-Ehrenpräsidenten zurück (Update vom 4. August, 6.27 Uhr). Doch aus welchen Gründen setzt Hoeneß zu diesem Zeitpunkt auf eine verbale Offensive?

FC Bayern: Zwist zwischen Hoeneß und Dortmunder Führungsetage - Darum ging er in die verbale Offensive

Ex-Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte sich im November letzten Jahres von seinen Ämtern als Vereinspräsident und Aufsichtsratschef zurückgezogen, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Noch immer ist er stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, doch an der Säbener Straße* ist er durchschnittlich nur einmal die Woche, wie es in einem Bild-Bericht heißt. Obwohl er kein Büro mehr hat, seine Termine in einem Konferenzraum abhält und diese von der Sekretärin seines Nachfolgers Herbert Hainer abklären lässt, ist er noch immer ein lautes Organ beim FC Bayern.

Die Theorie hinter dem Bericht: Der Bayern-Macher will seinen ärgsten Konkurrenten nach acht Meisterschaften in Serie* anstacheln und somit nicht als größten Kontrahenten verlieren. Doch solange Hoeneß dies auf seine angriffslustige Art tut, darf er sich nicht über scharfe Kritik von Seiten des BVB beschweren.

Für leisere Töne beim FCB sind Hoeneß-Nachfolger Präsident Herbert Hainer und das seit diesem Jahr neue Vorstandsmitglied Oliver Kahn bekannt. Die beiden neuen Macher an der Säbener Straße haben mit einem neuen geheimen Strategie-Konzept verblüfft.

Hoeneß gegen BVB-Bosse: Zwist um Tansferpolitik spitzt sich zu - Nun mischt sich Lothar Matthäus ein

Update vom 4. August, 13.25 Uhr: Im Zoff zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund* konterte die BVB-Führungsriege zuletzt die Aussagen von Uli Hoeneß zum Transferverhalten der Dortmunder. Der Bayern-Ehrenpräsident hatte die Transferpolitik des Bundesliga-Konkurrenten als „unklug“ bezeichnet, BVB-Manager Zorc fans die Aussagen „ziemlich Arrogant“. Nun meldete sich Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus zu Wort und pflichtete Hoeneß bei.

Zoff zwischen Bayern und Dortmund: Nun pflichtet Lothar Matthäus den Bayern bei - „Kann Hoeneß verstehen, ...“

In seiner Sky-Kolumne schrieb der 59-Jährige, der BVB müsse „härter“ mit seinen Spielern sein und diese nicht so schnell abgeben. „Die Nummer eins wird man mit Ausstiegsklauseln für die besten Spieler nicht werden“, meinte er. Die Bayern könnten beispielsweise zu Robert Lewandowski* sagen: „Wenn du für uns spielen willst, muss dir das so viel Wert sein, dass du eine solche Klausel nicht willst und wenn ein Angebot über 100 Millionen kommt, ist uns das egal. In Dortmund ist das was anderes“, stellt Matthäus fest.

Spieler wie Haaland müssten „entweder ohne Klausel kommen oder gar nicht“, meint der Ex-Bayern-Profi. „Genauso wie ein Sancho. Dembele, Aubameyang, Sancho könnte dem Klub dann auch nicht auf der Nase rumtanzen, weil sie wissen, dass sie sowieso am längeren Hebel sitzen und bald weg sind“, schreibt der erfahrene Experte. „Ich kann Uli Hoeneß verstehen“, so Matthäus, der hinzufügt, dass das BVB-Konzept „nicht von heute auf morgen in Dortmund zu ändern ist.“

FC Bayern im Zoff mit dem BVB: Auch Watzke, Rauball und Weidenfeller reagieren auf die Hoeneß-Kritik - „Da scheint der Frust tief zu sitzen“

Update vom 4. August, 6.27 Uhr: Die Bundesliga ruht aktuell, aber der erste große Kampf wird schon ausgefochten: Natürlich zwischen den beiden Branchenführern in Deutschland. Uli Hoeneß hatte einmal mehr in den „Abteilung-Attacke“-Modus geschalten und gegen die Transferpolitik des BVB gestichelt. Daraufhin kassierte der Ehrenpräsident des FC Bayern München sofort den Konter von Michael Zorc.

Nun legen seine Dortmunder Kollegen nach. Gegenüber der Bild sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: „Karl-Heinz Rummenigge und ich bemühen uns seit Jahren darum, dass die beiden größten deutschen Klubs ein respektvolles Verhältnis miteinander pflegen. Ich finde es sehr schade, dass in regelmäßigen Abständen versucht wird, dies zu unterwandern.“

Präsident Reinhard Rauball wird wie folgt zitiert: „Die Aussagen hätte sich Uli Hoeneß besser gespart. Der Zeitpunkt ist auch sehr verwunderlich, schließlich haben die Bayern nächste Woche Champions League und eigentlich Besseres zu tun.“ Ex-Keeper und Botschafter Roman Weidenfeller geht sogar noch weiter: „Da scheint der Frust mal wieder tief zu sitzen, dass sich Jude Bellingham gegen die Bayern und für den BVB entschieden hat.“

Offenbar waren auch die Münchner am englischen Supertalent dran, das schließlich nach Dortmund gewechselt war. Gerüchten zufolge hatten die Bayern im letzten Moment versucht, den Mittelfeldspieler für viel Geld doch noch an die Isar zu lotsen.

Uli Hoeneß: Neuer Krach zwischen FC Bayern und BVB - Michael Zorc kontert Seitenhieb

Update vom 3. August, 15.35 Uhr: Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß bewertete in einem FAZ-Interview die Transferpolitik des direkten Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund* und bezeichnete diese als „unklug“. Der BVB hole meist „hochtalentierte Spieler“, die wenige Monate nach der Verpflichtung bereits als „Verkaufsobjekt“ dargestellt und meistens auch verkauft werden. Diese Aussagen konterte Dortmunds sportlicher Leiter Michael Zorc am Montag gegenüber Sport1 und den Funke-Medien.

Uli Hoeneß stichelt gegen Dortmunder Transfers - BVB-Manager Zorc kontert die Aussagen des Bayern-Machers

Der Dortmunder Rekordspieler holte weit aus und polterte ordentlich gegen Hoeneß‘ Behauptungen. „Ich finde die Aussagen ziemlich arrogant, aber einiges ist auch sachlich de facto falsch“, so der 57-Jährige. „Grundsätzlich: Wenn man jedes Jahr 250 Millionen Euro mehr in der Tasche hat, lässt es sich mit vollen Hosen gut stinken“, fügte er hinzu.

Zorcs Konter bezieht sich wohl auf die Aussage von Uli Hoeneß, der im FAZ-Interview behauptete, dass der FC Bayern mit Jadon Sancho einig gewesen sei, er sich jedoch „im letzten Moment“ für einen Wechsel zum BVB entschied. Diese könnte also falsch sein, Dortmund soll der Bild zufolge viel früher als die Bayern am Briten dran gewesen sein. Dem Bericht zufolge versuchten die Bayern mit finanziellen Mitteln, das Rennen um Sancho für sich zu entscheiden. Auch im Fall von Jude Bellingham sollen die Bayern den Spieler mit Geld geködert haben, jedoch entschied er sich für den BVB. Am Montag gab er sein Trainingsdebüt - die Hauptattraktion war aber das blaue Auge von Julian Brandt. Hat er sich geprügelt?

FC Bayern: Ehrenpräsident Uli Hoeneß mit harten Aussagen gegen Dortmunder Transferpolitik

Erstmeldung vom 3. August, 9.15 Uhr: München -Noch über einen Monat dauert es, ehe die Bundesliga-Saison 2020/21 beginnt und der FC Bayern München* in die Mission Titelverteidigung startet. Für das Team von Trainer Hansi Flick* wäre es dann bereits der achte Titel* in Folge. Einen erneuten Gewinn der Meisterschaft durch die Münchner verhindern will vor allem der BVB, der sich auch in der vergangenen Saison wieder als „Bayern-Jäger Nr. 1" etabliert hat.

FC Bayern: Uli Hoeneß stichelt gegen den BVB - „unkluge" Transferpolitik

Um für die erste Meisterschaft seit der Saison 2011/12 bestens aufgestellt zu sein, haben die Dortmunder bereits mehrmals auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Für Aufsehen sorgte dabei wohl vor allem der Transfer des erst 17-jährigen Engländer Jude Bellingham, der für 23 Millionen Euro aus Birmingham kam. Der Youngster passt perfekt in das Beuteschema der Dortmunder, die in den letzten Jahren mit Jadon Sancho und Erling Haaland bereits Erfolgsgeschichten bei der Verpflichtung von Teenagern schreiben konnten.

Einer, der diese Transfers nicht ganz so rosig sieht, ist der ehemalige FCB-Präsident Uli Hoeneß. Der 68-Jährige bezeichnete die Transferpolitik des großen Rivalen aus dem Pott in einem Interview mit der FAZ als "unklug" . „Wenn Dortmund einen hochtalentierten Spieler kauft und er gut spielt, kann man wenige Monate später entweder aus dem Club selbst oder von außerhalb hören, dass er irgendwann ein Verkaufsobjekt darstellen wird“, führt Hoeneß weiter aus.

Uli Hoeneß: Spieler des BVB sind Verkaufsobjekte - bei den Bayern würde es anders laufen

Die Spieler des BVB könnten sich deswegen nicht vollends mit dem Verein identifizieren, da sie bereits über den nächsten Schritt nachdenken würden. „Wie soll ein Spieler die DNA eines Vereins hundertprozentig aufsaugen, wenn er das Gefühl hat, ein Verkaufsobjekt zu sein?", fragt der Ex-Präsident der Bayern. In München würde es so etwas im Gegenzug nicht geben, beteuert Hoeneß. Dort würde man Spieler für Bayern München holen und nie, um aus ihnen Geschäfte zu machen.

Die Bayern-Ikone gehe demnach davon aus, dass diese Einstellung mancher Spieler den BVB in wichtigen Spielen zehn Prozent an Leistung kosten könne. „Ein Spieler muss das Gefühl haben: Ich bin Bayern forever“, erklärt Hoeneß und nennt als Beispiel Robert Lewandowski*. Als der vor zwei Jahren im Sommer den damaligen Bayern-Präsidenten aufforderte mit seinem Berater über einen möglichen Transfer zu reden, soll dieser erwidert haben: „Ja, gern, mein nächster Termin ist der 3. September." Also ein Termin nach Ende der Transferperiode.

EIn ehemaliger Star des FC Bayern Müncehn hat am Wochenende sein Karriereende bekanntgegeben.

Uli Hoeneß mit Lob in Richtung BVB - „finanziellen Vorsprung ganz schön ausgeglichen“

Hoeneß fand in dem Interview jedoch auch lobende Worte für Borussia Dortmund. Der Club habe sich als Top-Adresse für europäische Talente etabliert, so der 68-Jährige. „Im Sponsoring kommen sie an uns überhaupt nicht
heran, aber damit haben sie unseren finanziellen Vorsprung ganz schön ausgeglichen", gesteht der ehemalige FCB-Präsident ein. (fd) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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