FA-Cup

ManU raus - Gnabry nutzt Gunst der Stunde

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Serge Gnabry (r.) beim Jubeln.

London - Während drei deutsche Nationalspieler bei Arsenal auf der Bank saßen, sorgte Serge Gnabry im FA-Cup für Aufsehen. Chelsea und Liverpool sind auch weiter, ManUnited draußen.

Ganz ohne einen Kicker aus Deutschland geht es beim FC Arsenal nicht. Während die Nationalspieler Mesut Özil, Per Mertesacker und Lukas Podolski am Samstag zunächst in ihren warmen Anoraks auf der Ersatzbank saßen, sorgte auf dem Rasen ein Landsmann für Furore. Der 18 Jahre alte Serge Gnabry - in Stuttgart geboren und seit 2011 bei den Londonern unter Vertrag - nutzte beim 2:0 (1:0) in der dritten Runde des englischen FA-Cups gegen Tottenham Hotspur die Gunst der Stunde.

Am Sonntag folgten den Gunners unter anderem der FC Chelsea und der FC Liverpool in die vierte Runde. Chelsea siegte ohne Andre Schürrle durch Tore von John Obi Mikel (66. Minute) und Oscar (71.) beim Zweitligisten Derby County 2:0 (0:0). Liverpool besiegte Drittligst Oldham Athletic durch Treffer von Iago Aspas (54.) und ein Eigentor von James Tarkowski (82.) ebenfalls 2:0 (0:0). In dem Vater-Sohn-Duell setzte sich Liverpools Coach Brendan Rodgers gegen seinen 20 Jahre alten Zögling Anton durch.

Schwere Zeiten stehen indes David Moyes und Manchester United bevor. Swansea City feierte mit dem deutschen Keeper Gerhard Tremmel im Tor im Old Trafford ein 2:1 (1:1) und warf den Favoriten aus dem Wettbewerb. Wilfried Bony erzielte den Siegtreffer für die Waliser in der Nachspielzeit. Vor wenigen Tagen hatte ManUnited in der Liga bereits eine 1:2-Heimniederlage gegen Tottenham einstecken müssen.

Nach seinem siebten Pflichtspieleinsatz für Arsenal in dieser Saison sagte Gnabry: „Ich bin dankbar, dass ich heute schon gehört habe, dass ich eine gute Leistung geboten habe. Ich denke auch, dass ich es gut gemacht habe, aber es geht natürlich immer noch besser.“ Nach 15 Minuten strich ein Schuss des Deutsch-Ivorers nur knapp über die Latte, nach 24 Minuten leitete er eine Chance für Theo Walcott ein - und nach 31 Minuten bereitete der Nachwuchsmann das 1:0 durch Santi Cazorla vor. Er versorgte den Spanier mit einem perfekten Pass in den Lauf. Doch damit nicht genug: In seinen ersten 90 Minuten im Emirates-Stadium hatte der U 19-Nationalspieler des DFB weitere gute Szenen.

Seine Leistung sei „beeindruckend“ gewesen, schrieb der „Daily Telegraph“ über den Mittelfeldspieler, der im vergangenen Oktober seinen Vertrag bis 2018 verlängert hat. „Gnabry hat den besten Eindruck hinterlassen“, lobte die „Daily Mail“. Der „Guardian“ meinte: „Das nächste frühreife Talent, das vom Förderband rollt“.

Coach Arsène Wenger bremste die Erwartungen: „Lasst uns nach einem Spiel keinen Superstar aus ihm machen. Aber er hat alles, was man dazu braucht“, sagte der Franzose. Wenger gab zu, ein großer Fan von Gnabry zu sein. „Ich glaube an ihn. Er hat heute sehr gut gespielt. Jetzt muss er zeigen, dass er diese Leistung in jeder Partie bringen kann“, sagte Wenger.

Dem jungen Mann mit dem schnellen Antritt könnte in den nächsten Partien größere Bedeutung zukommen, da Theo Walcott möglicherweise ausfallen wird. Der englische Nationalspieler musste wegen Knieproblemen ausgewechselt werden. Zudem droht ihm eine Sperre.

Während er von Sanitätern vom Platz getragen wurde, präsentierte er den Spurs-Fans mit seinen Fingern noch einmal den 2:0-Zwischenstand. Es flogen Münzen und Feuerzeuge. Der englische Verband FA will nun untersuchen, wer agierte und wer reagierte. Wenger nahm Walcott in Schutz: Seine Geste sei nicht aggressiv gewesen, außerdem habe es vorher Münzen auf ihn geregnet.

In den weiteren Begegnungen des Pokalwettbewerbs kam Titelverteidiger und Premier-League-Absteiger Wigan Athletic mit dem deutschen Trainer Uwe Rösler gegen Drittligist MK Dons nur zu einem 3:3 (2:2) und muss daher zu einem Wiederholungsspiel antreten. Dies gilt auch für den zweiten Finalisten der vergangenen Saison: Manchester City musste sich beim Zweitligisten Blackburn Rovers mit einem 1:1 (1:0) begnügen.

Grund zur Freude hatte der deutsche Stürmer Nick Proschwitz. Beim 2:0 (1:0) von Hull City beim FC Middlesbrough traf der ehemalige Paderborner (61.) zum Endstand. Ein peinliches Aus ereilte dagegen Aston Villa. Der Erstligist verabschiedete sich nach einem 1:2 (0:1) gegen Drittligist Sheffield United aus dem Wettbewerb.

dpa

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