„Man of the Match“ spricht Klartext

Müller rüffelt unseren EM-Helden - Doch Gosens kontert auf der Pressekonferenz

Deutschland gegen Portugal - im zweiten Gruppenspiel der EM kam es zu einem echten Fußball-Klassiker. Wir haben die Stimmen rund um die Partie gesammelt.

  • Deutschland wahrt gegen Portugal seine Chancen auf das EM-Achtelfinale.
  • Die DFB-Elf ringt den Titelverteidiger mit einer starken Vorstellung nieder?
  • Alle Stimmen und Interviews rund um das große Spiel finden Sie hier.

München - Die deutsche Nationalmannschaft* hat die große Prüfung bestanden! Bei der EM* hat die Elf von Jogi Löw nach dem Sieg gegen Portugal (hier gibt es die Pressestimmen) gute Chancen aufs Achtelfinale. Robin Gosens avancierte mit einem Tor und zwei Vorlagen zum Matchwinner.

Natürlich gab es vor und nach dem Spiel eine Menge Redebedarf. Wir haben die Stimmen zum Spiel Deutschland gegen Portugal von ARD und MagentaTV gesammelt.

Robin Gosens nach dem Spiel bei ARD und MagentaTV über ...

... sein Spiel: „Unwirklich fühlt es sich an. Für mich ein unfassbarer Abend. Ein Spiel, das wir unbedingt gewinnen mussten. Ein Tor, an zwei Toren beteiligt, mehr kannst du dir nicht wünschen. Ich hab mich von Anfang an gut ins Spiel integriert gefühlt, wurde viel von meinen Mitspielern gesucht - darüber freu ich mich natürlich. Am Ende des Tages: weltklasse!“

... den Sieg: „Ich glaube wir haben uns offensiv belohnt - heute haben wir in der Offensiv-Leistung nochmal einen draufgepackt. Die Fans haben gefeiert, wir haben uns gegenseitig gepusht. Das ist doch affengeil! Das wollen wir genießen - und dann geht es Vollgas gegen Ungarn.“

... den Zeitpunkt, wann er wusste, dass es heute sein Spiel wird: „Habe es gestern Abed schon gespürt. Alle Kamerateams, die da waren, haben gesehen, dass Jogi uns eingeheizt hat. Es war ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Es war ordentlich Druck auf dem Kessel.“

... den Traum bei der EM für Deutschland zu treffen: „Du kannst mich gerne mal zwicken, auch dann glaube ich‘s nicht. Es ist echt geil! Ein Tor zu schießen für die Nationalmannschaft zu schießen ist immer toll und dann auch noch eins, was für unseren weiteren Turnierverlauf so wichtig war. Da geht mir einer ab.“

... seine vorzeitige Auswechslung: „Ich mache schon länger damit rum, dass meine Adduktoren etwas schmerzen. Zum Glück hat der Coach mich noch etwas auf dem Platz gelassen, so dass ich noch das Tor machen konnte.“

(bei der Pressekonferenz) ... Müllers Scherz-Kritik: „Der hat das zu mir direkt nach dem Spiel gesagt: ‚Wie kannst du nach 60 Minuten runtergehen?‘ Ich meinte dann zu ihm: ‚Besser 60 gute Minuten als schlechte 90.‘ Er hat dann gelacht, ich glaube, damit ist das Thema durch.“

Thomas Müller nach dem Spiel bei ARD und Magenta über ...

... das Spiel: „Wir hatten viele gute Aspekte. Wir hatten da aber auch einige Dinge, die wir deutlich verbessern müssen. Spielerisch und nach vorne haben wir sehr viel Gutes gesehen. [....]. Jetzt sind wir gut ins Turnier hineingekommen, jetzt haben wir die drei Punkte, die wir unbedingt benötigt haben, jetzt haben wir das Ganze in der eigenen Hand. Wir dürfen jetzt nicht überdrehen.“

... den nächsten Gegner: „Ungarn ist ganz unangenehm, die können sehr gut verteidigen und auch Leidenschaft an den Tag legen. Deshalb dürfen wir nicht überheblich werden. Aber wir dürfen auch bisschen an unsere Qualität glauben. Man darf so eine kleine Euphorie spüren - aber wir müssen sachlich bleiben.“

... Robin Gosens: „Er hat das gemacht, was wir von ihm verlangen. Er hat das ordentlich gemacht. Nur 60 Minuten (lacht). Gut, er spielt in Italien (Müller spielt auf die vermeintlich geringere Intensität in der Serie A an) - aber er darf gerne öfter liefern. Wir haben ihn genau da eingesetzt, wo er seine Waffen ins Spiel bringen kann - das hat er gut gemacht.“

Kai Havertz nach dem Spiel bei ARD und MagentaTV über ...

... die Leistung des Teams: „Ich glaube wir können insgesamt zufrieden sein mit der Leistung. Wir wussten, dass Portugal genau wie Frankreich ein harter Gegner ist. Ich glaube, wir haben es gut gemacht. Ich freue mich natürlich auch übers Tor. Es war wichtig für uns nach dem verlorenen Spiel gegen Frankreich, dass wir nicht gleich alles über den Haufen werfen, sondern auch ein bisschen unserer Linie treu bleiben und Vertrauen in das System und unsere Spieler haben. Der Bundestrainer hat uns viel Vertrauen geschenkt. Wir sind froh, heute drei Punkte geholt zu haben.“

... das Spiel gegen Ungarn: „Ein schwerer Gegner, den man nicht unterschätzen darf. Es wird wieder ein harter Brocken für uns. Jedes EM-Spiel ist hart, deswegen werden wir gut regenerieren und in vier Tagen wieder frisch auf dem Platz stehen.“

... die Wichtigkeit des Sieges: „Der Sieg war sehr wichtig für uns. Das Spiel gegen Frankreich war unglücklich, daher war der Dreier sehr wichtig.“

... die Kritik an der Offensive nach dem Frankreich-Spiel: „Man hat gesehen, dass wir sehr viel Spielfreude ausstrahlen. Wir hatten viele Chancen. Wir können sehr zufrieden sein mit dem Spiel.

... die Kritik an seiner Person: „Ich habe von der Kritik nicht so viel mitbekommen, ich versuch da immer locker zu bleiben.“

... was es ihm bedeutet, dass er nun der jüngste deutsche Torschütze bei einer EM ist: „Eigentlich gar nix. Das sind Randnotizen. Am Ende geht es darum, wie weit wir kommen.“

... den großen Schritt in Richtung Achtelfinale: „Es ist noch nicht vollbracht, es wartet nun ein sehr unangenehmer Gegner.“

Bundestrainer Joachim Löw nach der Partie bei der ARD über ...

... den Sieg: „Insgesamt war es eine klasse Leistung von der Mannschaft, wir haben zurecht auch in der Höhe gewonnen und eine tolle Moral gezeigt. Es war von Anfang an Tempo in den Aktionen. Unser Plan ist gut aufgegangen.“

... den Schlüssel zum Sieg: „Die Dinge, die wir gegen Frankreich nicht gut gemacht haben, haben wir heute besser gemacht. Mir war aber klar, dass die Mannschaft noch einen Gang zulegt.“

... Robin Gosens: „Er hat ein unglaubliches Spiel gemacht mit viel Zug nach vorne. Sein Spiel des Lebens? Das kommt vielleicht noch, wer weiß.“

... die Schwächen nach den Standards: „Die Standards stehen schon länger auf dem Programm. Die Gefahr war, dass Portugal kontert und da sind wir bei den Gegentoren direkt reingelaufen.“

... die Bedeutung des Siegs: „Es haut mich jetzt nicht um, ich habe schon einige Spiele gehabt. Das Ziel war, die Dinge in der eigenen Hand zu haben. Wir haben ein Spiel gewonnen, aber jetzt kommen weitere Aufgaben. Die werden nicht weniger schwer.“

Renato Sanches nach dem Spiel bei der ARD über ...

... die Niederlage: „Wir hatten gute Chancen, aber wir haben verloren. Das ist schade. Am Mittwoch geht es gegen Frankreich. Wir wussten, dass die Gruppe schwer wird. Aber wir haben es selbst in der Hand.“

Bundestrainer Joachim Löw vor der Partie bei der ARD über ...

... die identische taktische Aufstellung: „Ich habe gar nicht so sehr gegrübelt, wir sind uns sicher, dass die Mannschaft das besser kann. Rechts gab es keine Alternative, weil Klostermann verletzt ist. Das ist keine Frage des Systems, das ist flexibel. Es ist die Verteilung von Aufgaben. Wir müssen es im letzten Drittel besser machen und nicht immer wieder abdrehen. Wir müssen mehr nachrücken und die Spieler besser zuordnen. Wach sein, Zweikämpfe gewinnen. Das ist manchmal viel wichtiger als Taktik.“

... den Gegner: „Portugal ist eine konterstarke Mannschaft, wenn wir das nicht richtig machen, wird es gefährlich. Sie haben gute Fußballer und gute taktische Überlegungen.“

... die wichtigsten Faktoren für den Sieg: „Am Ende sind es oft nur die einfachen Dinge. Wir sind auf der Suche nach der goldenen Mitte zwischen Mut und Sicherheit. Wir verpassen manchmal den richtigen Moment, die Räume zu nutzen und schnell umzuschalten. Dafür brauchen wir Mut und Risikobereitschaft.“

... die deutsche Bank: „Alle anderen sind während des Spiels ein Thema, es ist sehr heiß. Da werden wir frische Kräfte brauchen.“

(epp/smk) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Screenshot/UEFA

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