Nun auch Schmelzer und Höwedes verletzt

Es bleibt eine Problem-Vorbereitung für Löw

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Bundestrainer Joachim Löw

Berlin - Es wird allmählich eng. Schmelzer und Höwedes verlängern die Liste von Joachim Löws Sorgenkindern. Mesut Özil ließ sich in Deutschland behandeln. Die Rückkehr gleich mehrerer WM-Kandidaten ist fraglich. Wenigstens meldet Manager Bierhoff Positives aus Brasilien.

Die Ungewissheit wächst. Die Verletzung von Marcel Schmelzer und das drohende WM-Aus für Benedikt Höwedes haben auch bei Bundestrainer Joachim Löw neue Besorgnis ausgelöst. Der Dortmunder Abwehrspieler Schmelzer, der sich beim 1:2 des BVB in der Champions League gegen Zenit St. Petersburg einen Muskelfaserriss am Schambeinansatz zugezogen hat, erweitert die ohnehin schon lange Liste der WM-Sorgenkinder. Mindestens einen Monat Pause hat die medizinische Abteilung der Borussia für Schmelzer angekündigt.

Auch die neue schwere Verletzung beim Schalker Höwedes (Muskelbündelriss im linken Adduktorenbereich) beeinflusst Löws WM-Planungen erheblich. Frühestens Mitte Mai soll der Defensivspezialist erst wieder fit sein, damit ist die WM-Teilnahme wie bei Sami Khedira (Kreuzbandriss) und Ilkay Gündogan (Rückenverletzung) stark gefährdet. Der Hamburger Marcell Jansen, neben Schmelzer Löws EM-Kandidat für die linke Verteidigerposition, hatte sich im jüngsten Testländerspiel gegen Chile (1:0) einen Außenbandriss im linken Sprunggelenk zugezogen und ist nach Operation ebenfalls länger außer Gefecht.

Löw ist nachdenklich

Es bleibt eine Problem-Vorbereitung für den Bundestrainer, der bereits von „Kopfschmerzen“ wegen der personellen Situation gesprochen hatte: „Sportlich gesehen bin ich echt nachdenklich.“ Am 21. Mai beginnt für das Löw-Team das WM-Trainingslager in Südtirol. Der Ernstfall beginnt am 16. Juni mit dem ersten WM-Gruppenspiel in Salvador gegen Portugal mit Weltfußballer Cristiano Ronaldo.

Mesut Özil hatte seine Muskelverletzung bis zu Beginn dieser Woche bei Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München behandeln lassen. Seit Dienstag ist der deutsche Spielmacher wieder in London und wird beim FC Arsenal medizinisch versorgt. Wie die Behandlung in den nächsten Wochen fortgesetzt wird, soll noch entschieden werden. Die Ausfallzeit wurde zunächst mit rund vier Wochen angegeben. Der Dortmunder Sven Bender fällt wegen einer Schambeinentzündung sogar noch länger aus. Sein Klub-Kollege Marco Reus konnte zuletzt wegen einer Blessur auch nicht spielen.

Gomez braucht noch Zeit

Dazu kommt für Löw die Ungewissheit, ob lange verletzte Spieler rechtzeitig wieder in Form kommen. „Ich bin schmerzfrei, aber natürlich brauche ich nach der langen Zeit auch noch etwas Geduld und viele Minuten“, hatte Mario Gomez um Geduld geworben. Mitte Februar hatte der Stürmer des AC Florenz nach fünfmonatiger Verletzungspause sein Comeback gefeiert. Auch der Münchner Bastian Schweinsteiger ist wieder im Wettkampfbetrieb, muss aber wie Miroslav Klose noch seinen Rhythmus weiter finden.

Wenigstens von der organisatorischen WM-Vorbereitung des DFB gibt es positive Signale. Teammanager Oliver Bierhoff ist derzeit wieder in Brasilien. Dort hat er sich auch mit Jacques Wagner getroffen, dem Gouverneur des Bundesstaates Bahia, wo der DFB sein Hauptquartier aufschlägt. „Wir haben gute und produktive Gespräche geführt, uns mit allen relevanten Akteuren abgestimmt. Ich bin sicher: Die Dinge in Brasilien nehmen einen guten Lauf. Für uns kann die WM kommen“, übermittelte Bierhoff. Für Löw noch nicht.

dpa

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