Acht Punkte für eine neue, saubere FIFA?

FIFA-Chefaufseher Scala erklärt Reform-Plan

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Domenico Scala will bei der FIFA aufräumen.

Zürich - Die von Skandalen geplagte Welt-Fußballorganisation FIFA soll reformiert werden. Chefaufseher Domenico Scala hat nun den Plan dazu öffentlich gemacht.

FIFA-Chefaufseher Domenico Scala hat seinen Acht-Punkte-Plan zur Reformierung des Fußball-Weltverbandes öffentlich gemacht. Damit erhöht er den Druck auf den Weltverband, der nun nicht mehr im Verborgenen arbeiten kann und sich daran messen lassen muss.

Mit der Veröffentlichung eines tiefgreifenden Acht-Punkte-Plans zur Runderneuerung des skandalumtosten Fußball-Weltverbandes hat FIFA-Chefaufseher Domenico Scala Bewegung in den stockenden Reformprozess gebracht. Zündstoff birgt vor allem der Vorschlag, das Exekutivkomitee aufzulösen. Es soll in zwei verschiedene Organe unterteilt werden - ein Aufsichtskomitee, das sich um strategische Fragen kümmert und ein wachsames Auge auf die Vorgänge innerhalb der FIFA hat, und ein Managementkomitee. Dieses soll die Geschäfte führen.

„Reform von zentraler Bedeutung“

„Der Reformprozess der FIFA ist für die Zukunft der Organisation von zentraler Bedeutung, deshalb muss er auch in Form einer breiten öffentlichen Diskussion aller Reformideen geführt werden“, begründete der Vorsitzende der Kommission für Audit und Compliance am Donnerstag seinen Schritt an die Öffentlichkeit. „Es besteht eine dringende Notwendigkeit, weitere Reformen vorzunehmen. Wenn sich die FIFA nicht bewegt, dann wird sich die öffentliche Meinung über sie nicht ändern.“

Bereits am 2. September hatte Scala in Bern die FIFA-Reformkommission unter Leitung des Schweizer Juristen François Carrard über die aus seiner Sicht unverzichtbaren Reformmaßnahmen informiert. Dem von vielen wegen zu großer Nähe zur FIFA kritisierten Gremium gab er gleich noch mit auf den Weg, es möge den Reformprozess „so umfassend und transparent wie möglich“ gestalten, „damit seine Glaubwürdigkeit gewahrt bleibt“.

FIFA-Präsident künftig mit zwölf Jahren Amtszeit?

Im Detail fordert Scala, der auf ein sauberes Geschäftsgebaren des nach etlichen Skandalen in der Blatter-Ära mächtig angeschlagenen Weltverbandes achten soll, allerdings nicht nur Neues. Einige Punkte seines Forderungskatalogs standen in der Vergangenheit schon auf der Agenda - und wurden abgeschmettert.

Zum Beispiel die Beschränkung der Amtszeit des FIFA-Präsidenten auf maximal zwölf Jahre. Dieser Vorschlag scheiterte beim FIFA-Kongress 2014 in São Paulo krachend. Oder die verschärfte Integritätsprüfung aller Mitglieder des Exekutivkomitees und Inhaber anderer Positionen in zentralen FIFA-Gremien. Das war schon eine Forderung im FIFA-Demokratisierungsprozess von 2011 - sie scheiterte damals auch am Widerstand aus Europa.

Direktwahl der Exko-Mitglieder wenig sinnvoll

Andere Forderungen wie die Direktwahl der Exekutivmitglieder durch den Kongress erscheinen wenig sinnvoll. Damit wäre ein Hauen, Stechen und Paktieren unter den 209 Mitgliedern programmiert. Bislang wählen die Konföderationen ihre Exko-Mitglieder für die FIFA. Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ging diesen Weg.

Nach Ansicht von Scala müssen zudem sämtliche Personen, die in FIFA-Organe entsandt werden sollen, in ihren jeweiligen Konföderationen und Nationalverbänden strikte Integritätsprüfungen bestehen. Er mahnt ferner eine individuelle und detaillierte Offenlegung der Vergütungen des Präsidenten sowie aller weiteren Top-Funktionäre der FIFA an - allerdings nur intern.

WM-Auswahlverfahren ist schon reformiert

Sinnvoll erscheint eine Verringerung von Anzahl und Größe der ständigen Kommissionen und die Stärkung deren Unabhängigkeit. Als bereits erfüllt sieht der Italiener die Revidierung des Bewerbungs- und Auswahlverfahrens bezüglich der Vergabe der Ausrichtungsländer von Weltmeisterschaften an. Eine Doppelvergabe wie zuletzt für 2018 an Russland und 2022 an Katar wird es künftig nicht mehr geben, hatte die FIFA entschieden. Die beschlossenen Maßnahmen zur Verhinderung möglicher Korruption seien lediglich weiter umzusetzen, heißt es unter Punkt sieben.

Zu den geforderten organisatorischen Verbesserungen innerhalb des Weltverbandes zählen auch verstärkte Kontrollmechanismen, insbesondere in Bezug auf Entwicklungsgelder, sowie die Schaffung eines Wirtschafts- und eines Entwicklungskomitees. Beide Gremien sollen unabhängig arbeiten und für eine klare und strikte Trennung zwischen sportbezogenen Zuständigkeiten und wirtschaftlichen Vorgängen sorgen.

dpa

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