Profi-Klubs treffen sich

DFL-Sitzung am Donnerstag über Bundesliga-Start nach Corona: Fragen und Antworten

Die DFL tagt am Donnerstag und bespricht die weiteren Maßnahmen für den Bundesliga-Start nach der Corona-Pause. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

  • Die DFL tagt am Donnerstag und bespricht das weitere Vorgehen, um die Wiederaufnahme der Bundesliga voranzutreiben.
  • Dabei geht es vor allem um ein Hygiene-Konzept, das die Politiker absegnen müssen.
  • Die wichtigsten Fragen vor der DFL-Sitzung im Überblick.

Der Donnerstag könnte für den Fußball entscheidend werden. Die Vertreter der Erst- und Zweitligisten treffen sich zur DFL-Sitzung und beraten über ein Konzept, wie der Spielbetrieb in der Bundesliga nach der Coronavirus*-Zwangspause im Mai wieder laufen könnte. Dabei geht es vor allem um ein Hygiene-Konzept. Die wichtigsten Fragen vor der Sitzung der Deutschen Fußball Liga.  

Was steht bevor?

Am Donnerstag treffen sich die Klubchefs der 36 Profi-Vereine - aufgrund der aktuell geltenden Corona-Auflagen* natürlich nur virtuell -  zu ihrer wahrscheinlich entscheidenden Sitzung während der Corona-Krise. Es könnte eine der wichtigsten Versammlungen in der Geschichte des deutschen Fußballs sein.

Um was geht es?

Für einige Klubs geht es schlicht um die Existenz. Sie müssen ihre Spieler wieder auf den Rasen schicken, um nicht pleitezugehen. Deshalb muss der Profi-Fußball darlegen, wie er sich einen Saison-Neustart im Mai vorstellt. Nur ein schlüssiges Konzept ohne Makel kann die Politik dazu bewegen, den Weg für Geisterspiele freizumachen.

Was ist noch wichtig?

Wenn es nach den Wünschen der Vereine geht, sollte DFL-Boss Christian Seifert vom Eingang der letzten Rate der Mediengelder in Höhe von rund 300 Millionen Euro berichten - das würde den Klubs eine Atempause verschaffen. Noch ist der Fluss der Gelder von Sky, DAZN, Sport1, ARD und ZDF nicht offiziell bestätigt.

Was ist entscheidend?

Die DFL muss glaubhaft vermitteln, dass durch die Ausführung der Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit keine Gefahren einer Ansteckung bestehen und dass es keinen negativen Effekt für die Allgemeinheit geben wird. Das Szenario für einen Wiederbeginn wird von der Taskforce unter Leitung von Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer erarbeitet.

Wie ist die Argumentation der DFL?

Der Profi-Fußball benötigt etwa 20.000 Corona-Tests für die ausstehenden Begegnungen. Die DFL geht von einer deutschlandweiten Testkapazität von mindestens 550.000 pro Woche aus. Der Standpunkt ist klar: Angesichts einer Kapazität von mehreren Millionen über mehrere Wochen hinweg sind 20.000 Tests für die restlichen neun Spieltage in diesem Zeitraum vertretbar.

Die DFL wehrt sich hingegen an die Kritik an die geplanten Tests. "Es geht an den Fakten vorbei, wenn unterstellt wird, dass eine mögliche engmaschige Testung eine Unterversorgung der Bevölkerung verursache. Die Test-Kapazitäten sind in den vergangenen Wochen massiv gesteigert worden", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme unter Bezug auf die Mitteilung der Akkreditierten Medizinischen Labore in Deutschland, die von 640.000 möglichen Tests pro Woche ausgehen.

Wer unterstützt diese These?

Zahlreiche prominente Politiker. Vor allem einige Ministerpräsidenten wollen grünes Licht für die Geisterspiele geben. Zuletzt hatten sich Markus Söder (Bayern) und Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen) entsprechend zuversichtlich geäußert. Etwas anderes als Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit kommt zumindest bis zum Jahresende nicht infrage. Argumentiert wird dabei oft mit einer "Ablenkung für die Menschen in den Zeiten der Krise".

Wer sieht das anders?

Viele. Allen voran das Robert-Koch-Institut. "Ich denke, man sollte die Tests dort anwenden, wo es medizinisch sinnvoll ist", äußerte Vizepräsident Lars Schaade. Auch Gesundheitsexperten wie SPD-Politiker Karl Lauterbach, Vertreter anderer Sportarten und Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider vom Paritätischen Gesamtverband haben wenig bis kein Verständnis für einen Sonderweg des Profifußballs. Auch ein großer Teil der Fan-Organisationen sieht das Vorgehen kritisch.

Wann wird voraussichtlich entschieden?

Bei der nächsten Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs am 30. April. Sollte es Geisterspiele geben, wären die Bundesligisten und Zweitligisten gerettet - da die TV-Gelder die wichtigste Einnahmequellen sind. Falls nicht, müsste um Überbrückungskredite gerungen werden.

Was wäre eine Alternative?

Sollten die Klubs bis zum Herbst überleben, könnte die Saison dann zu Ende gespielt werden. Die nächsten beiden Spielzeiten bis zur Winter-WM in Katar 2022 würden dann dem Kalenderjahr folgen.

sid

Rubriklistenbild: © dpa

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