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2G im Profisport: Politik diskutiert über Spielverbot für ungeimpfte Fußballer

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Von: Sven Schneider

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Die Politik diskutiert über eine 2G-Regel für Profisportler. Das betrifft auch die Bundesliga. Werden bald ungeimpfte Spieler wie Joshua Kimmich ausgeschlossen?

Hamm - Die Länderchefs ziehen die Zügel weiter an. Aufgrund der steigenden Neuinfektionen mit dem Coronavirus* gelten neue Regeln schon ab der kommenden Woche. Das könnte auch bald die Fußball-Bundesliga betreffen. Joshua Kimmich und Co. droht ein Spielverbot. Ganz so einfach ist es aber dann doch nicht.

Impfen oder Spielausschluss: Hendrik Wüst fordert Vorbilder im Fußball

Zahlreiche Freizeitaktivitäten in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland sind ab der kommenden Woche nur noch unter Einhaltung der 2G-Regel möglich. Wer 2021 Weihnachtsmärkte wie in Dortmund, Oberhausen oder Köln besuchen möchte, muss einen Geimpften- oder Genesenennachweis mit sich führen. Ungeimpfte werden von den Veranstaltungen ausgeschlossen.

Schon am kommenden Wochenende findet der Bundesliga-Spieltag vielerorts mit der 2G-Regel auf den Rängen statt. Das Problem, dass die Länderchefs haben: Die Profis auf dem Rasen sind teilweise ungeimpft. FC Bayerns Profi Joshua Kimmich hatte vor wenigen Wochen kein Geheimnis daraus gemacht, sich gegen eine Impfung gegen das Coronavirus entschieden zu haben.

2G im Fußball: Borussia Dortmund, Schalke 04 und andere bald mit weniger Spielern?

Nun droht dem Mittelfeldspieler und möglicherweise vielen anderen Fußballprofis ein Spielverbot. Die Länderchefs sollen sich „sehr schnell einig“ gewesen sein, die 2G-Regel auch für Profisportler einführen zu wollen, sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) der tagesschau. „Ob wir das umgesetzt kriegen, müssen wir jetzt prüfen“, so der Politiker weiter.

Münchens Joshua Kimmich reagiert.
2G im Fußball: Profisportlern wie Joshua Kimmich droht Spielverbot © Marius Becker/dpa

Beim Bund-Länder-Treffen am Donnerstag hatten Bund und Ländern beschlossen, dass nur noch Geimpfte und Genesene Menschen Zugang zu Sportveranstaltungen erhalten sollen. Die Fußballklubs Borussia Dortmund, Schalke 04 und weitere stehen nun mächtig unter Druck. Ob die Regelung, dass ungeimpfte Sportler vom Spielbetrieb ausgeschlossen werden, auch umgesetzt wird, ist ungewiss.

„Zurecht kann man vortragen, die Fußballer werden gut bezahlt, sind Vorbilder auch für junge Menschen. Ich finde, dann müssen sie sich auch benehmen wie Vorbilder“, sagte der CDU-Politiker der Bild am Freitag.

2G im Fußball: Corona-Regel ist eine Frage der Definition - 3G am Arbeitsplatz

Zumal die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die geltende 3G-Regel in der Arbeitswelt verwies. Demnach erhalten auch negativ Getestete Zugang zum Arbeitsplatz. Bei Fußballprofis ist das der Rasen im Stadion. Nun käme es laut Angela Merkel auf die Unterscheidung zwischen Arbeits- und Freizeit an.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hingegen ist ein deutlicher Fürsprecher der Impfpflicht für Profisportler. Eben jene könnte ein „Signal auch der Einheit von Spielern und Fans“ sein, so Söder. Das gefiel Kölns Trainer Steffen Baumgart überhaupt nicht*, wie 24Rhein.de* berichtet. Von den 36 Fußballklubs in der Bundesliga und 2. Liga sollen etwa zehn Prozent nicht gegen das Coronavirus geimpft sein. *wa.de und 24Rhein.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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