Fußball

0:1 zur Pause, am Ende 0:9 – „Einmaliges Erlebnis“ für SVD vor 750 Zuschauern

Farbe im Spiel: Ein Bengalo und roten Rauch gab es beim Spiel zwischen Bezirksligist SV Drensteinfurt und Regionalligist SC Preußen Münster. Foto: Kleineidam
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Farbe im Spiel: Ein Bengalo und roten Rauch gab es beim Spiel zwischen Bezirksligist SV Drensteinfurt und Regionalligist SC Preußen Münster.

Vor 70 Jahren stand der SC Preußen Münster im Endspiel um die deutsche Meisterschaft, am Sonntag war der Traditionsclub zu Gast beim SV Drensteinfurt. Spieler, Trainer, Verantwortliche, Einlaufkinder und Balljungen – alle waren beeindruckt, zum Teil sogar begeistert.

Drensteinfurt – „Es war ein einmaliges Erlebnis für mich und ein schönes Event“, sagte Sven Grönewäller, der zur Startformation des SVD gehörte und mit seinem Team gegen die vier Ligen höher spielenden Preußen im ersten Durchgang nur ein Tor kassierte. „Für die erste Halbzeit hätten wir uns in der zweiten belohnen müssen.“

Auch bei Dennis Popil überwog trotz der am Ende deutlichen 0:9-Niederlage das gute Gefühl. „Wir sind froh, dass es nicht zweistellig geworden ist, und haben unser Minimalziel erreicht“, sagte der 24-Jährige, der ebenfalls von Beginn an spielte. „Es ist es ein überragendes Gefühl, hat richtig Spaß gemacht.“

SV Drensteinfurt gegen SC Preußen Münster vor 750 Zuschauern

SV Drensteinfurt gegen SC Preußen Münster vor 750 Zuschauern
SV Drensteinfurt gegen SC Preußen Münster vor 750 Zuschauern
SV Drensteinfurt gegen SC Preußen Münster vor 750 Zuschauern
SV Drensteinfurt gegen SC Preußen Münster vor 750 Zuschauern
SV Drensteinfurt gegen SC Preußen Münster vor 750 Zuschauern

Spaß hatte auch der Sportliche Leiter der Fußballabteilung, Uwe Heinsch. „Ein Traum“, sagte er angesichts des guten Wetters und der laut SVD 750 Zuschauer. Zu denen gehörte auch Werner Hirsch. Der Preußen-Fan wohnte früher in Stewwert und kam extra aus Duisburg, wo er seit zehn Jahren lebt, zum Testspiel in seine Heimat. Dass es zur Pause nur 0:1 stand, sei genial gewesen, dass das Resultat am Ende deutlich war, „konnte man nicht anders erwarten“, so Heinsch. Traurig sei die Verletzung von Markus Fröchte.

„Das sah nicht gut aus, das Handgelenk stand quer“, beschrieb SVD-Trainer Volker Rüsing die Verletzung. „Das war das Schlimmste heute, das braucht keiner.“ Ansonsten war auch er zufrieden, weil das Duell nicht zweistellig endete. „Mir war klar, dass sie anders aus der Halbzeit rauskommen“, sagte Rüsing. Trotz der Flut an Toren „haben wir uns gut präsentiert“.

Autogrammjäger unterwegs

Gut präsentiert hat sich auch der SVD als Gastgeber. Nach der Vereinshymne „Hey SV Drensteinfurt“ begrüßte Bürgermeister Carsten Grawunder bei „idealem Wetter“ die Zuschauer und die „herausragenden Gäste“. Beeindruckt von der Kulisse war natürlich vor allem der Fußballnachwuchs. Der zehnjährige Lukas Rosendahl aus der U11 tippte vor der Partie auf ein 5:4 für die Preußen – zumindest mit der Anzahl der Tore lag er richtig. Auch Tobias Merschhoff (9) und sein Freund Ben Börste (10) waren Balljungen. „Ich bin riesiger Preußen-Fan“, sagte Ben und freute sich über die Unterschrift von Münsters Keeper Marko Dedovic. Auch nach dem Abpfiff standen die Spieler des Regionalligisten für Autogrammjäger bereit.

Farbe ins Spiel brachten am Sonntag nicht der Drittliga-Schiedsrichter Florian Exner und sein Gespann, das per Headset kommunizierte und keine Gelbe Karte zeigte, sondern einige Anhänger des SVD – mit einem Bengalo und rotem Rauch in der zweiten Halbzeit.

Wir sind sehr zufrieden, haben nur positive Resonanz bekommen.

Thomas Klein

Auch aus Sicht von Thomas Klein, dem 1. Vorsitzenden des Sportvereins, lief alles reibungslos. „Wir sind sehr zufrieden, haben nur positive Resonanz bekommen“, sagte er. Viele hätten von einem „top organisierten Event“ gesprochen.

Ob das, wie Grönewäller meinte, „einmalig“ für die Mannschaft des SVD bleibt, steht erst in Kürze fest. Im Westfalenpokal, dessen erste Runde am Donnerstag ausgelost wird, kann es zum Wiedersehen der beiden Teams kommen. Allerdings ist das unwahrscheinlich. Der SVD ist nach regionalen Gesichtspunkten einer Gruppe zugeordnet worden, in der weitere 28 potenzielle Gegner sind.

Preußens Sportdirektor Peter Niemeyer (Mitte) gratulierte dem SVD-Vorsitzenden Thomas Klein (links) und dem Sportlichen Leiter Uwe Heinsch vor dem Anpfiff zum 111-Jährigen des Stewwerter Vereins.

SVD: Scharbaum – Fröchte, van Elten, Kreuzberg, Steinert, S. Wiebusch, De. Popil, V. Kröger, Grönewäller, Bußmann, Groß (eingewechselt: Merten, Rüsken, Vieira Carreira, Ressler, Pankok, Klein, Hülsmann, Hörsken, Woltering)

Das Spiel im Zeitraffer gibt es in der Montagsausgabe des Westfälischen Anzeigers (WA Drensteinfurt 12. Juli 2021).

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