Appell an die Politik

Präsident Hampe fordert: „Lösungen für den Tennissport müssen her“

Langjähriger Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes: Robert Hampe.
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Langjähriger Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes: Robert Hampe.

Seit nunmehr fast dreieinhalb Monaten darf in den Tennishallen Nordrhein-Westfalens kein Ball geschlagen werden. „Ein mittlerweile untragbarer Zustand“, findet der Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes (WTV). Robert Hampe richtet vor den Bund-Länder-Gesprächen einen eindeutigen Appell an die Politik.

Drensteinfurt/Kamen – Aus vielerlei Gründen fordert Hampe zeitnah Lösungen, um den Tennissport in Westfalen und ganz NRW zu ermöglichen. Laut dem WTV haben viele Vereine die Augen längst auf die Saison unter freiem Himmel gerichtet. Sofern es das Wetter zulässt, wollen sie ihre Plätze schon im März fit für den Sommer machen. Knapp 300 000 Tennisspieler in NRW würden eine Lockerung spätestens im März herbeisehnen.

Differenzierte Betrachtung

Wie es geht, Corona-konform Tennis zu spielen, hätten die Vereine und ihre Mitglieder bereits im vergangenen Sommer gezeigt. „Mit der Verantwortung, schon Anfang Mai als eine der ersten Sportarten wieder auf die Plätze zu dürfen, wurde hervorragend umgegangen“, heißt es in der WTV-Mitteilung. Darüber hinaus seien im Winter bisher in Niedersachsen und in Hessen erfolgreich und ohne große Zwischenfälle Einzel in der Halle gespielt worden. „Ja ist die klare und eindeutige Antwort auf die Frage, ob es für den Tennissport in NRW auch eine differenzierte Betrachtung geben muss, denn schließlich ist das Spielen in zwölf Landesverbänden theoretisch und in vier von 17 Landesverbänden in der Halle möglich.“

Der WTV weiß von zahlreichen Spielern, die aus dem Ruhrgebiet und aus Ostwestfalen nach Niedersachsen und aus dem Sauerland ins benachbarte Hessen fahren und den Tennishallen dort florierende Umsätze bescherten. Mittlerweile sei es ein Ding der Unmöglichkeit, im südlichen Niedersachsen einen Hallenplatz zu buchen. Wartezeiten von drei Wochen seien die Regel, während wenige Kilometer entfernt in NRW Tennisschulen und Hallenbetreiber um ihre Existenz bangten.

Niedersachen und Hessen als Blaupause

Dabei schaut der WTV eigenen Angaben zufolge aber nicht neidisch in die benachbarten Bundesländer – „wenngleich die unterschiedliche Bewertung nicht zu vermitteln ist“ – sondern will die Lage als Blaupause nutzen. „Eine Lösung muss schnell her“, so WTV-Präsident Robert Hampe.

Eine von den NRW-Tennisverbänden unterstützte Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster gegen das Verbot von Hallentennis hatte im Dezember keinen Erfolg. Hampe verweist auf den in der vergangenen Woche vom Landessportbund NRW veröffentlichten Stufenplan. „Dieser zeichnet ein realistisches Szenario, wie eine Rückkehr in den Vereinssport gelingen kann – auch für die Individualsportart Tennis. Diesem Vorschlag darf die Politik nicht ausweichen, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit nicht verlieren will“, so der langjährige Verbandspräsident. Er befindet sich in stetigem Austausch mit den Behörden, ist das ständige Vertrösten allerdings leid.

Ähnlich sieht es der neue DTB-Präsident Dietloff von Arnim. Der Düsseldorfer erläuterte in einem Interview, dass man die Politik überzeugen müsse. „Wir müssen deutlich machen, dass wir Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sind. Von einem normalen Einzelspielbetrieb im Tennis geht keine Gefahr aus. Es gibt, vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen, einen großen Bedarf an Bewegung. Dem wollen wir Rechnung tragen und müssen nun daran arbeiten, die Politik davon zu überzeugen.“

Begleitschäden nicht in Kauf nehmen

„Ja, der Tennissport ist solidarisch!“, betont Robert Hampe. „Solidarität mit anderen Sportarten und Mitmenschen zeigen, ist selbstverständlich, wenn es aber Lösungen gibt und man Begleitschäden als Folge des Lockdowns vermeiden kann, dann sollten wir diese anstreben.“ Hampe zitiert den bekannten und renommierten Universitätsprofessor Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln, der Tennis dezidiert als „Sportart für eine differenzierte Sichtweise“ nannte. Froböse sieht außerdem die Psyche vieler Menschen in Gefahr, die den Sport als Stressventil bräuchten.

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