„Wir müssen uns hochpuschen“

Maximilian Groß will beim SVD mehr Verantwortung übernehmen

Sieben Spiele, siebenmal dabei: In der am Ende annullierten Saison 2020/21 kam Maximilian Groß (Zweiter von links) in allen Landesliga-Partien des SV Drensteinfurt zum Einsatz. Foto: Kleineidam
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Sieben Spiele, siebenmal dabei: In der am Ende annullierten Saison 2020/21 kam Maximilian Groß (Zweiter von links) in allen Landesliga-Partien des SV Drensteinfurt zum Einsatz.

Seit zwei Jahren spielt Maximilian Groß für die Fußballer des SV Drensteinfurt. Nachdem er sich nach seinem Wechsel vom SV Rinkerode zunächst akklimatisieren musste, stiegen die Einsatzzeiten peu à peu. Mittlerweile ist der 26-Jährige ein Leistungsträger beim Bezirksligisten und möchte mehr Verantwortung übernehmen.

Drensteinfurt – Maximilian Groß hat den Wechsel gewagt. Im Sommer 2019 verließ er seinen Heimatverein SV Rinkerode und schloss sich dem SV Drensteinfurt an. Die ersten zwei Saisons waren nicht nur wegen der Pandemie und der nervigen Zwangspausen äußerst turbulent. Es ging hoch in die Landes- und schnell wieder runter in die Bezirksliga. Nachdem Groß sich zunächst akklimatisieren musste, stiegen die Einsatzzeiten peu à peu. Mittlerweile ist der 26-Jährige ein Leistungsträger und würde gerne mehr Verantwortung übernehmen.

Auch wenn er in der Aufstiegssaison 2019/20, seinem ersten Jahr in Drensteinfurt, nur auf zehn Einsätze in 20 Bezirksligaspielen und im Schnitt auf etwa 40 Minuten pro Partie kam – „ich habe mich, nachdem ich zum SVD gewechselt bin, direkt wohlgefühlt“, sagt Groß. In der letztlich annullierten Spielzeit 2020/21 lief er in allen sieben Landesliga-Spielen auf. Dreimal wurde er eingewechselt, viermal gehörte Groß zur Anfangsformation. Durchschnittlich kam er auf 54 Minuten.

Gutes Klima

Nach der Saison gab es den großen Umbruch beim SVD und den freiwilligen Rückzug in die Bezirksliga. „Die Mannschaft ist neu organisiert worden“, sagt Groß. Ihn stören die personellen Veränderungen keineswegs. „Ich bin tatsächlich sehr zufrieden“, sagt der Münsteraner zum Status quo. In der Mannschaft herrsche ein gutes Klima. „Alle sind super drauf, jeder versteht sich mit jedem gut.“

Nur fußballerisch könnte es besser laufen. „Die Vorbereitung war gut, aber wir haben auch nur gegen Kreisligisten gespielt. In der Meisterschaft sind wir schlecht gestartet, das muss man sagen“, gibt Groß zu. In den vergangenen Jahren haben erfahrene Spieler wie Daniel Ziegner, Christoph Lübke und Diogo Castro den Takt beim SVD vorgegeben. Nun sind andere gefragt. „Ich würde gerne mehr Verantwortung übernehmen“, sagt Groß: „Nicht im Leader-Bereich, da sind wir mit Leon van Elten und Dennis Popil sehr gut aufgestellt, meiner Meinung nach.“ Dafür müsse er spielerisch mehr Verantwortung übernehmen. „Das gestaltet sich aber ein bisschen schwierig. Ich kann nur maximal zweimal pro Woche am Training teilnehmen, weil ich berufsbegleitend studiere und montags und donnerstags Uni habe bis abends. Aber ich versuche so oft wie möglich da zu sein.“

Zunächst Verletzungspech

Mit seinen Einsatzzeiten ist Groß – seine Teamkollegen nennen ihn Max – zufrieden. „Auf jeden Fall“, sagt er und nennt den Grund, warum das anfangs noch nicht so war: „Vorher hatte ich ein wenig Verletzungspech, da hätte ich gerne mehr gespielt.“ Aktuell gibt es nichts zu meckern. In Lohauserholz (0:4) wurde Groß beim Stand von 0:2 eingewechselt, gegen Sünninghausen (4:1) und in Oestinghausen (0:4) spielte er durch. Auf den Außen fühlt er sich am wohlsten. Rechts oder links – das ist ihm egal.

Wir können nur durch Kampf und Einsatz zum Erfolg kommen.

Maximilian Groß

Alles andere als egal ist ihm natürlich, in welche Richtung es für den SVD in der Tabelle geht. „Nach den ersten Spielen würde ich schon sagen, in dieser Saison geht es um den Klassenerhalt. Das ist das höchste Ziel“, sagt Groß. Schließlich gibt es vier Absteiger. Umso wichtiger war der Erfolg gegen den direkten Rivalen Sünninghausen. Dass sich die Blau-Weißen aus dem Oelder Ortsteil zuletzt nach einem 0:3-Rückstand bis zur 62. Minute gegen den ambitionierten SVE Heessen noch ein 3:3 erkämpft haben, hat Groß gewundert. „Das hätte ich gerne gesehen“, sagt der 26-Jährige. Aktuell ist Drensteinfurt Tabellenzwölfter mit drei von neun möglichen Punkten. Ein vierter hätte gutgetan. „Gegen Oestinghausen – die waren geschwächt – hätten wir auch was mitnehmen können“, betont Groß trotz der am Ende deutlichen Niederlage. Doch durch den verletzungsbedingten Ausfall von Angreifer Falk Bußmann zu Beginn der zweiten Halbzeit beim Stand von 0:1 „waren wir vielleicht ein bisschen von der Rolle“.

Hammer-Aufgabe gegen Spitzenreiter

Am Sonntag (19. September, 15 Uhr) wartet im Heimspiel gegen den SV Westfalia Soest eine Hammer-Aufgabe auf den SVD. Der SVW, als einziges Team der Staffel 7 noch verlustpunktfrei, hat eine technisch gut ausgebildete Truppe. „Wir können nur durch Kampf und Einsatz zum Erfolg kommen“, sagt Groß und fordert: „Wir müssen da sein und uns gegenseitig hochpuschen.“ Der Zusammenhalt auf dem Platz sei wichtig. Und: „Wir müssen erst mal sicher stehen.“ Denn die Soester haben schon 13 Tore erzielt.

Fühlt sich außen am wohlsten: Maximilian Groß vom SV Drensteinfurt.

Was bei seinem Ex-Club SV Rinkerode passiert, interessiert Groß natürlich auch. „Ich verfolge die Spiele schon ein bisschen und habe mich auch gefreut, als sie gegen Altenberge im Pokal weitergekommen sind“, sagt er. Ob er irgendwann zum SVR zurückkehrt? „Darüber habe ich mir noch nicht so große Gedanken gemacht. Ich weiß ja nicht, was die Zukunft bringt. Aber ich würde mir wahrscheinlich eher einen Verein in Münster suchen, allein wegen des zeitlichen Aufwands“, sagt Groß. Denn das Studium neben der Arbeit sei schon „sportlich“.

Vorerst will er aber beim SV Drensteinfurt bleiben und seinen Teil zum Bezirksliga-Klassenerhalt beitragen. Denn Maximilian Groß hat den Wechsel gewagt – und bislang nicht bereut.

BVB-Anhänger und ehemaliger Tennisspieler

Maximilian Groß ist 26 Jahre alt und lebt in Münster. Bis 2017 wohnte er in Rinkerode. Dort hatte er als Fünf- oder Sechsjähriger beim SVR mit dem Fußballspielen begonnen. Er durchlief die komplette Jugendabteilung – von den Minikickern bis zur A-Jugend – und spielte anschließend für die erste Mannschaft. 2018 verpasste er mit dem A-Kreisligisten um Haaresbreite den Meistertitel. Im Entscheidungsspiel um Platz eins gegen den punktgleichen SV Bösensell musste sich der SVR mit 3:4 nach Verlängerung geschlagen geben. Ein Jahr später wechselte Groß, nachdem er in der Saison 2018/19 zehn Tore für Rinkerode erzielt hatte, zum SV Drensteinfurt. Der Groß- und Außenhandelskaufmann, der lange Zeit Tennis beim 1. TC Hiltrup gespielt hat, ist Fan von Borussia Dortmund.

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