Voltigieren

„Megaaufwand“: Gruppen des RVD trainieren ausschließlich an der frischen Luft

Freuten sich, dass der Voltigierunterricht wieder startete: Das Team VI des RV Drensteinfurt mit Trainerin Birgit Mette (hinten links) und Helferin Melina Glade. Wie die anderen Mädchen hatten Stine Buttermann und Lea Bittner (stehend von rechts) das wöchentliche Treffen vermisst. Foto: Kleineidam
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Freuten sich, dass der Voltigierunterricht wieder startete: Das Team VI des RV Drensteinfurt mit Trainerin Birgit Mette (hinten links) und Helferin Melina Glade. Wie die anderen Mädchen hatten Stine Buttermann und Lea Bittner (stehend von rechts) das wöchentliche Treffen vermisst.

Die Vorfreude war riesig. „Als ich ihr gesagt habe, dass das Voltigiertraining wieder startet, ist sie durchs Zimmer getanzt und hat ,Hurra‘ gerufen“, sagt Andrea Bittner über ihre ältere Tochter. Wie Lea hat auch Stine Buttermann die Trainerinnen, die Pferde und die anderen Mädchen vermisst. 

Drensteinfurt – Es sei schön, dass die wöchentlichen Treffen auf der Anlage des RVD am Hof Nathrath wieder möglich sind, sagt Stine.

Seit Ende Oktober hatte kein Unterricht stattgefunden. Nun startet die Voltigierabteilung des Reitervereins Drensteinfurt wieder durch. „Wir sind wieder angefangen zu voltigieren – natürlich unter strengsten Auflagen“, sagt Leiterin Kordula Wernsmann. Trainiert werden darf nur an der frischen Luft. „Sobald ein Dach drüber ist, ist es verboten – auch wenn wir eine Halle hätten, die rundherum auf ist“, sagt Wernsmann kopfschüttelnd.

Erfreut waren die Voltis natürlich auch über die guten Witterungsbedingungen in der vergangenen Woche. Denn: „Wir sind vom Wetter abhängig, vom Boden auch. Wenn der klatschnass ist, wird es ein bisschen schwierig für uns. Aber dann können wir auf dem Standpferd etwas machen“, erklärt Wernsmann. Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche mussten Trainingseinheiten aufgrund des Wetters ausfallen, am Donnerstag musste laut Wernsmann etwas improvisiert werden, da der Reitplatz nach den Regenfällen zum Voltigieren zu nass war.

Wir fangen mit den Grundlagen an.

Kordula Wernsmann

Maximal zwei Trainer dürfen eine Gruppe betreuen. „Wir dürfen den Mindestabstand unterschreiten, um den Kindern Hilfestellungen zum Beispiel beim Aufgang zu geben“, sagt Wernsmann. Trainiert wird von montags bis samstags. Die Gruppen sind zeitversetzt auf der Anlage. „Es läuft nichts parallel. Nur mittwochs sind zwei Gruppen da. Die eine ist aber mehr oder weniger weg, wenn die andere kommt.“

Auch die Vorgaben bezüglich der Gruppengröße können von den Voltis des RVD gut umgesetzt werden. „In den Gruppen sind sowieso maximal zehn Kinder“, sagt die Leiterin. Von daher sei die Abteilung auf der sicheren Seite, was die Coronaschutzverordnungen betrifft. „Bei der ersten und der vierten Mannschaft haben wir Jugendliche dabei, die 14 Jahre oder älter sind. Sie bekommen Einzeltraining.“ Eva Hanewinkel, die Trainerin der Leistungsgruppe, habe ihre Mannschaft zum Beispiel zweigeteilt, damit es Corona-konform ablaufe. Auch wenn Kordula Wernsmann glücklich ist, dass die lange sportliche Zwangspause ein Ende hat – „es ist alles mit einem Megaaufwand verbunden“, berichtet sie. „Die Kinder kommen und müssen sich sofort die Hände desinfizieren. Und die Pferde werden draußen fertig gemacht.“

Erst mal Gefühl fürs Pferd bekommen

Auch von Hygiene- und Abstandsregeln abgesehen läuft zurzeit kein normales Training. „Wir fangen mit den Grundlagen an. Hauptsache, die Kinder sind erst mal auf dem Pferd. Schließlich haben sie fünf Monate nichts getan, das darf man nicht vergessen“, betont Wernsmann. Der Nachwuchs müsse wieder das Gefühl fürs Pferd und für die Bewegung des Pferdes bekommen. Alle seien „ein bisschen eingerostet. Wobei: Ich habe mich gewundert. Es hat besser geklappt als ich gedacht hatte“, spricht Wernsmann für ihre Teams.

Die Resonanz auf das Training war gleich in den ersten Wochen gut. „Erstaunlicherweise sind in meinen Gruppen alle dagewesen“, sagt Wernsmann und fügt hinzu: „Es läuft alles auf freiwilliger Basis.“ Wenn Eltern sagen, sie möchten ihr Kind diesem Risiko nicht aussetzen, sei das vollkommen okay.

Rund 60 Mitglieder zählt die RVD-Voltigierabteilung. Das Interesse an dem Sport sei trotz der Pandemie groß. „Wir haben immer wieder Anfragen, dass Kinder reinschnuppern möchten“, sagt Kordula Wernsmann. „Da bin ich im Moment ein bisschen vorsichtig.“ Zunächst soll das Training mit den „eigenen Kindern“ anlaufen.

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