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Rüsing und Stratmann verlängern Vertrag nicht: SVD schon wieder auf Trainersuche

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Von: Matthias Kleineidam

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Sind erst seit dem Sommer im Amt und hören als Trainer des SV Drensteinfurt schon wieder auf: Daniel Stratmann (links) und Volker Rüsing. Foto: Kleineidam
Sind erst seit dem Sommer im Amt und hören als Trainer des SV Drensteinfurt schon wieder auf: Daniel Stratmann (links) und Volker Rüsing. © Kleineidam

Volker Rüsing und Daniel Stratmann werden die erste Fußballmannschaft des SV Drensteinfurt in der nächsten Saison nicht mehr trainieren. Das haben die beiden dem Verein mitgeteilt. Der Sportliche Leiter Uwe Heinsch bestätigt, dass es bereits Gespräche mit potenziellen Nachfolgern gegeben hat.

Drensteinfurt – Lange Zeit setzte der SV Drensteinfurt auf Kontinuität und hatte damit Erfolg. Von 2009 bis 2017 war Ivo Kolobaric Trainer und schaffte mit den Fußballern den Aufstieg in die Bezirksliga. Sein Nachfolger Oliver Logermann (bis 2021) realisierte mit der ersten Mannschaft 2020 den Sprung in die Landesliga. Mittlerweile hat sich die Lage geändert: Nach der freiwilligen Rückkehr in die Bezirksliga droht der Absturz in die A-Liga. Außerdem hat das Trainerduo Volker Rüsing und Daniel Stratmann den Verein informiert, in der nächsten Saison nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

„Beide Trainer haben uns von sich aus informiert, dass im Sommer Schluss ist“, sagt der Sportliche Leiter Uwe Heinsch. Rüsing hatte den Verantwortlichen und dem Team schon im Oktober Bescheid gegeben, Stratmann seine Entscheidung vor gut einem Monat mitgeteilt, als die sportliche Situation noch nicht so ernst war wie sie jetzt ist. Die Mannschaft weiß seit Dienstagabend offiziell von Stratmanns Entschluss.

Die Mannschaft braucht einen auswärtigen Trainer.

Volker Rüsing

Rüsing hat unter anderem aus persönlichen Gründen beschlossen, seinen Vertrag nicht zu verlängern. „Dreimal die Woche Training – es war von Anfang an klar, dass das nicht geht mit zwei Kindern zu Hause. Der Aufwand ist doch enorm. Deswegen sind wir ja ein Trainerduo.“ Seiner Meinung nach brauche die Mannschaft einen auswärtigen Trainer, sagt Rüsing. Für den Neuaufbau nach den Abgängen vieler Leistungsträger sei die Konstellation ganz gut gewesen, für alles weitere sei er aber wohl „nicht der richtige Mann für die Truppe“. Außerdem gebe es weitere Gründe für seine Entscheidung, sagt Rüsing. Ins Detail gehen will er aber nicht. Dafür unterstreicht er noch mal, mit welchen Hindernissen die Mannschaft in der Hinrunde zu kämpfen hatte: „Wir hatten die Hoffnung, dass es besser wird, aber es ist nur noch schlimmer geworden. Wir haben in Hamm mit acht und in Neubeckum mit neun Leuten aus der Ersten gespielt.“

Mir fehlt einfach die Gier.

Daniel Stratmann

Für Stratmann sind die personellen Probleme und die Einstellung einiger Jungs die Hauptgründe. Die Art und Weise gefalle ihm nicht. „Mir fehlt einfach die Gier. Vielleicht bin ich noch zu ehrgeizig“, sagt Stratmann. Er erwartet trotz der vielen Verletzten und Kranken im Kader „viel, viel mehr“ von einer Bezirksliga-Mannschaft. Eins sieht Stratmann genauso wie Rüsing: „Ich bin vielleicht einfach zu nah dran, kenne die Spieler zu gut.“

Gespräche mit Heinze und Gadomski geführt

Die Suche nach einem Nachfolger für die nächste Saison läuft. „Nachdem beide Trainer uns informiert hatten, mussten wir als Verein die Augen offen halten“, sagt Heinsch. Das sei eine „legitime Sache“. Auch Stratmann findet das „völlig in Ordnung“. Der Sportliche Leiter bestätigt, dass es diverse Kontakte zu möglichen Nachfolgern gegeben habe. Unter anderem habe er mit Bodo Gadomski und Thorsten Heinze telefoniert. Es ging um die Frage, ob überhaupt Interesse an einem Engagement beim SVD besteht. Das sei ein ganz normaler Austausch gewesen, „nicht mehr und nicht weniger“, sagt Heinsch.

Es ist alles offen.

Uwe Heinsch

Heinze war vor eineinhalb Wochen beim TuS Wiescherhöfen, dem abgeschlagenen Schlusslicht der Landesliga 4, von seinen Aufgaben befreit worden. Am Sonntag war der 39-Jährige als Zuschauer bei der 1:3-Niederlage des SVD in Neubeckum. Beschlossen sei aber noch nichts, betont Heinsch. „Es ist alles offen, es gab noch nicht einmal ein persönliches Gespräch.“

Weil Heinze als Coach zur Verfügung steht, könnte es angesichts der prekären sportlichen Situation auch zu einer Ablösung des Trainerduos Rüsing/Stratmann in der Winterpause kommen. Diese Überlegungen wollte Heinsch weder bestätigen noch dementieren.

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