Handball

Vertragsverlängerungen bei der HSG „logischer Schritt“

Unwahrscheinlich ist, dass in dieser Saison im Handballkreis Münsterland noch Spiele ausgetragen werden.
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Unwahrscheinlich ist, dass in dieser Saison im Handballkreis Münsterland noch Spiele ausgetragen werden.

Die Handballer der HSG Ascheberg/Drensteinfurt haben erst zwei Spiele in dieser Saison absolviert, die Frauen nichts eins. So wie es aussieht, kommt auch keine Partie hinzu. Dafür hat die Spielgemeinschaft die Weichen für 2021/22 gestellt. Die Trainer Jochen Bülte und Heinz Huhnhold haben ihre Zusage gegeben.

Drensteinfurt – Die Handballer der Amateurvereine befinden sich weiterhin in einem Schwebezustand. Dass die Sporthallen in den nächsten Wochen geöffnet werden, ist in Anbetracht der steigenden Inzidenzen nahezu utopisch. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden daher in dieser Saison im Handballkreis Münsterland keine Spiele mehr ausgetragen. Und so richten die Verantwortlichen der HSG Ascheberg/Drensteinfurt ihren Blick bereits auf die nächste Spielzeit. In die geht die Spielgemeinschaft mit Jochen Bülte und Heinz Huhnhold. Beide Trainer haben ihr Okay für eine weitere Zusammenarbeit gegeben, wie sie auf Anfrage dieser Zeitung bestätigten.

Bülte musste nicht lange überlegen. „Es ist ja auch noch nichts passiert. Wir hatten noch kein Saisonspiel“, sagt der Coach der Frauenmannschaft. Von daher sei die Vertragsverlängerung, die telefonisch mit dem Abteilungsvorstand vereinbart wurde, selbstverständlich. „Selbst, wenn wir die Saison gespielt hätten, hätte grob was passieren müssen, damit ich darüber nachgedacht hätte, nicht weiterzumachen.“

Das letzte Spiel der HSG in der Kreisliga war vor mehr als einem Jahr – am 8. März 2020 (gegen die Warendorfer SU). „Das ist der Hammer“, sagt der 46-Jährige. Bülte, der schon in den Saisons 2013/2014 und 2014/2015 für das Team verantwortlich war, ist im vergangenen Sommer wieder eingestiegen.

Seit 2016 bei der HSG

Als die Frauen zuletzt im Einsatz waren, war Heinz Huhnhold noch deren Trainer. Von 2016 bis 2020 coachte er die Truppe um Janine Große Westermann und Maike Schlamann. Im Sommer übernahm der B-Lizenz-Inhaber die erste Mannschaft der Männer. Im Gespräch mit Abteilungsleiter Carsten Gburek gab der 53-Jährige kürzlich seine mündliche Zusage für die Saison 2021/22. „Ausschlaggebend war: Ich konnte im Endeffekt nicht sehen, ob mein Training von Erfolg gekrönt wird“, sagt Huhnhold, der seit 2009 als Übungsleiter arbeitet. Sein Ziel war der Aufstieg mit der HSG in die Bezirksliga. „Das wollen wir nachholen und das ist meine Marschroute.“

Für Pressesprecher Oliver Sevenich, auch Torwart der ersten Mannschaft, waren die Vertragsverlängerungen „der einzig logische Schritt, und das ist nicht nur der Situation geschuldet. Beide hatten den Plan, mit ihrer Spielidee ihre Mannschaft weiter nach vorne zu bringen. Anfänge hierzu konnten zwar mehr oder weniger gemacht, jedoch aufgrund der Pandemie nicht nachhaltig aufgezeigt werden.“ Daher sei „ganz klar, dass mit beiden der Weg weitergegangen wird, welcher eingeschlagen wurde“, so Sevenich. Er hofft, dass die Arbeit „ab dem Zeitpunkt X in den Spielen in entsprechende Erfolge umgemünzt werden kann“.

Fortsetzung ist unwahrscheinlich

Der Handballkreis Münsterland mit Daniel Hooge an der Spitze hatte Mitte Januar ein Konzept veröffentlicht und eine Alternative bekannt gegeben für den Fall, dass ein normaler, flächendeckender Spielbetrieb bei den Erwachsenen ab März nicht möglich wäre. Die sieht vor, dass es im April und Mai Aufstiegsrunden für die ambitionierten Teams und kleine regionale Gruppen für die anderen Mannschaften geben würde – und erneut keine sportlichen Absteiger (der WA berichtete). Da Kontaktsport im Innenbereich in NRW allerdings frühestens vom 5. April an erlaubt ist und das auch nur bei einer Inzidenz von unter 50, dürften sich die Funktionäre auch von diesem Plan in Kürze verabschieden.

„Ich glaube Stand jetzt, das wird noch nichts“, sagt Bülte. „Vielleicht gibt es im nächsten Monat die Möglichkeit, dass man draußen wieder irgendwas machen kann mit mehreren Leuten und Abstand. Aber das bringt uns auch nicht weiter.“ Irgendwann seien zwar alle topfit und könnten einen Marathon laufen, aber sie wüssten nicht mehr, wie man einen Ball wirft, sagt der Sendenhorster überspitzt. „Du musst schon einen Monat mit dem Ball was gemacht werden, damit du wieder auf dem Stand bist, auf dem du vor dem Lockdown warst.“ Und sich vor jeder Einheit Selbst- oder Schnelltests zu unterziehen, wäre für Amateursportler erstens ein zu großer Aufwand und sei zweitens auf Dauer teuer. Bülte erwartet eine zeitnahe Entscheidung des Handballverbandes Westfalen und der ihm angeschlossenen Kreise.

Ich nehme an, dass nicht mehr gespielt wird.

Heinz Huhnhold

Auch Huhnhold geht von einem kompletten Saisonabbruch aus. „Ich nehme an, dass nicht mehr gespielt wird“, sagt der Trainer aus Hamm. Er kann sich höchstens vorstellen, dass die Aufstiegsrunden in den Mai/Juni verschoben werden. Doch auch das werde schwierig, weil es vor einem Re-Start eine vernünftige Vorbereitung geben müsse. „Wenn du erst Mitte April wieder in die Hallen kannst, brauchst du noch vier Wochen Vorlauf.“ Weil alle Vereine, die aufsteigen wollen, bis Montag, 15. März, melden müssen, vermutet auch Huhnhold, dass in Kürze Näheres bekannt gegeben wird.

Die HSG-Frauen halten weiter auch über Videokonferenzen Kontakt und absolvieren eigenständig gemeinsam Krafttrainings. „Ich warte, bis wir wieder vis-à-vis was machen können“, sagt Bülte.

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