Zocken, Joggen, Kraftsport: So verbringt der Nachwuchs seine Zeit

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Christian Niemann (hinten links) trainiert mit Pascal Bonnekoh und Lorenz Jedanowski die B-Jugend des SV Drensteinfurt.

Drensteinfurt – Seit mittlerweile viereinhalb Wochen ruhen der Trainings- und der Spielbetrieb bei den Vereinen der Stadt. Darunter leiden vor allem die Kinder und Jugendlichen. Obwohl die Schulen zu sind und sie mehr Freizeit haben, müssen sie auf Mannschaftssport verzichten.

Auch den Trainern fällt die Zwangspause schwer. „Der Fußball fehlt mir schon“, sagt Christian Niemann. Er coacht nicht nur die U15 des SV Drensteinfurt, sondern seit dem Winter zusammen mit Pascal Bonnekoh und Lorenz Jedanowski auch die U17. Der 36-Jährige, mittlerweile seit 1999 Jugendtrainer beim SVD, war vor der Corona-Pandemie fast jeden Tag auf dem Sportplatz. „Jetzt gehe ich mehr mit dem Hund raus und koche mehr“, sagt Niemann, der zurzeit im Homeoffice arbeitet.

Mit seinen Spielern – zum Kader der C-Jugend gehören 17, zu dem der B-Junioren 19 – hält er über WhatsApp Kontakt. „Ich frage ab und zu, was die Jungs machen und wie es bei ihnen aussieht.“ Das wollte auch der WA wissen und hat sich in den beiden Mannschaften umgehört. Franz Cremer, Laurenz Wulfert und Pouya Ardehari aus der U17 sowie Falk Abu-Sakr aus der U15 haben folgende drei Fragen beantwort:

Wie schwer fällt es dir, auf Training und Spiele verzichten zu müssen?

Kein Fußball, weniger Aufwand für die Schule und keine großen Treffen mit Freunden: Wofür nutzt du die neue freie Zeit?

Wie bleibst du mit Teamkollegen und deinen besten Freunden in Kontakt?

Franz Cremer

  • Alter: 16 Jahre
  • Position: zentrales defensives Mittelfeld (Sechser)
  • Fan des FC Bayern München
Franz Cremer

„Es fällt mir sehr schwer, auf das Training zu verzichten, weil es mir fehlt, mich abends mit meinen Freunden zu treffen und gemeinsam zu trainieren. Und natürlich macht Fußball riesigen Spaß, der aktuell wegfällt“, sagt Franz. Seinen Tagesablauf beschreibt er grob so: „Erst mal mache ich nach dem Frühstück etwas für die Schule. Aber danach habe ich den ganzen Tag Zeit. Meine Familie und ich haben uns darangemacht, das ganze Haus aufzuräumen und verschiedene Zimmer umzufunktionieren. Zum Beispiel haben wir ein Fernsehzimmer eingerichtet.“ Wegen der Kontaktsperre hält sich Franz anderweitig fit. Er geht jeden zweiten Tag mit Hannes Kröger laufen. An den anderen Tagen trifft sich der 16-Jährige mit einem Freund im Garten. „Wir machen Kraftsport.“ Und abends wird gezockt. „Ich spiele mit Freunden und Teamkollegen gemeinsam Playstation und wir reden.“ Das Internet macht‘s möglich.

Laurenz Wulfert

  • Alter: 16 Jahre
  • Position: rechtes Mittelfeld
  • Fan von Paris Saint-Germain
Laurenz Wulfert

Auch ihm fällt die Zeit „sehr schwer, weil mir die geregelten sportlichen Aktivitäten mit der Mannschaft in meinem Alttag fehlen“. Sein Alternativprogramm: „Damit ich meine sportliche Fitness beibehalte, gehe ich regelmäßig joggen und fahre zudem gelegentlich mit meinem Bruder Rennrad.“ Laurenz nutzt die sozialen Medien, um mit seinen Freunden in Kontakt zu bleiben. „Wir tauschen uns über FaceTime, WhatsApp und Spielekonsole aus.“

Pouya Ardehari

  • Alter: 15 Jahre
  • Position: Linksverteidiger
  • Fan von Juventus Turin
Pouya Ardehari

„Sehr schwer“ ist die aktuelle Situation auch für Pouya, „weil ich Fußball liebe und ich gerne trainiere und spiele. Aber ich bin ja nicht der Einzige, dem es schwerfällt, nicht zu trainieren oder zu spielen.“ In der Zeit, „in der wir nichts machen können, spiele ich vor unserer Tür ein bisschen Fußball, halte mich fit und spiele ab und zu mit der Konsole“. Letzteres macht der B-Jugendliche des SVD am liebsten mit Freunden und Teamkollegen. „So bleiben wir in Kontakt.“

Falk Abu-Sakr

  • Alter: 14 Jahre
  • Position: defensives Mittelfeld (Sechser)
  • Fan des FC Schalke 04
Falk Abu-Sakr

Der U15-Spieler sieht es ziemlich gelassen. „Zwar vermisse ich es, mit meiner Mannschaft zu spielen, aber ich komme drüber hinweg. Denn ich kann mit meinem Bruder im Garten Fußball spielen.“ In den ersten Wochen hatte Falk Schulaufgaben zu erledigen. Jetzt, in den Osterferien, spielt er im Garten und packt zu Hause mit an. „Meine Eltern wollen, dass ich Gartenarbeit mache.“ Wenn die geschafft ist, nutzt der 14-Jährige die Zeit und ruht sich aus. Mit seinen Freunden und Teamkollegen bleibt auch er in Kontakt, „indem ich mit ihnen über WhatsApp schreibe oder mit einem Freund joggen gehe“.

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