Vor dem Start der Deutschen

Umfrage zur Fußball-EM: „Die Begeisterung hat nachgelassen“

Wollen auch bei der Europameisterschaft jubeln: Kai Havertz (links) und Thomas Müller, der in die Fußball-Nationalmannschaft zurückgekehrt ist.	Foto: dpa
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Wollen auch bei der Europameisterschaft jubeln: Kai Havertz (links) und Thomas Müller, der in die Fußball-Nationalmannschaft zurückgekehrt ist.

Wie groß ist die Vorfreunde auf die Spiele der deutschen Nationalmannschaft? Wie sind die Chancen der DFB-Elf? Und wer sind die Favoriten? Diese Fragen hat WA.de vor dem ersten Gruppenspiel gegen Frankreich Fachleuten aus den heimischen Vereinen gestellt.

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde – Seit Freitag läuft die wegen der Pandemie verspätet angepfiffene Fußball-Europameisterschaft. Die deutsche Nationalmannschaft steigt an diesem Dienstag (21 Uhr) mit der extrem schwierigen Aufgabe gegen Weltmeister Frankreich in die Gruppenphase ein. Titelverteidiger Portugal ist am Samstag (18 Uhr) der Gegner, am 23. Juni (21 Uhr) trifft das Team von Bundestrainer Joachim Löw auf Außenseiter Ungarn. Der WA hat bei vier Fußball-Fachmännern nachgefragt, wie sie die EM verfolgen, wie sie die Chancen der DFB-Elf sehen und wer die Favoriten sind: bei Dennis Hoeveler (35 Jahre) und Leon van Elten (26) aus der ersten Mannschaft des SV Drensteinfurt, bei Thorsten Ernst (31), dem Geschäftsführer von Fortuna Walsteddes Fußballabteilung, und bei Christian Lackhoff (31), dem Betreuer des A-Kreisligisten SV Rinkerode.

Wie groß ist die Vorfreude auf die Spiele der Deutschen?
Hoeveler: Grundsätzlich freue ich mich natürlich auf die Spiele der Deutschen. Dennoch habe ich das Gefühl, dass die Begeisterung im gesamten Land nachgelassen hat. Es sind kaum Autos mit deutschen Flaggen an den Spiegeln, Fahnen et cetera zu sehen. Vermutlich haben die zahlreichen Skandale des DFB auch etwas dazu beigetragen.
Ernst: Die Vorfreude auf die Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der EM ist natürlich da, auch wenn sie nicht mit der vergangener Turniere zu vergleichen ist. Aber was noch nicht ist, das kann durch gute Ergebnisse ja noch werden.
van Elten: Eine gewisse Vorfreude ist vorhanden. Allerdings ist diese deutlich geringer im Vergleich zu allen vorherigen großen Turnieren, die ich erleben durfte.
Lackhoff: Groß.
Wie intensiv verfolgst du die EM?
Hoeveler: Die 15-Uhr-Spiele werde ich berufsbedingt nicht schauen können. Interessante Partien – auch ohne deutsche Beteiligung – werde ich nach Möglichkeit verfolgen.
Ernst: Ich werde selbstverständlich alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft schauen. Darüber hinaus gibt es ja das eine oder andere interessante Spiel, das ich mir mit Sicherheit ansehen werde.
van Elten: Weniger intensiv als zuletzt. Bei den vergangenen Europameisterschaften habe ich jedes Spiel gesehen. Die Spiele mit deutscher Beteiligung werde ich aber alle verfolgen.
Lackhoff: Nur die Spiele der Deutschen und dann das Halbfinale und Finale.
Wie schätzt du die Chancen der DFB-Elf ein?
Hoeveler: Auch wenn wir eine Turnier-Mannschaft sind, sehe ich momentan eher elf individuell gute Spieler, jedoch keine Mannschaft auf dem Platz. Ich glaube, dass wir bis ins Viertelfinale kommen.
Ernst: Mit der richtigen Portion Mut und Leidenschaft traue ich der deutschen Mannschaft mehr zu als es die vergangenen Jahre vermuten lassen. In der Vorrunde gilt es zunächst, ordentliche Ergebnisse einzufahren. Dann ist alles drin.
van Elten: Falls die Deutschen die Vorrunde überstehen sollten, hoffe ich auf den Einzug ins EM-Finale.
Lackhoff: Ich schätze es so ein: Überstehen wir in der Gruppe die Vorrunde, ist alles möglich – auch bis zum Schluss.
Wer sind die Favoriten auf den Titel und wer jubelt am Ende?
Hoeveler: Ich könnte mir ein Finale zwischen Frankreich und Belgien gut vorstellen, in dem die Franzosen am Ende gewinnen.
Ernst: Es sind die üblichen Verdächtigen Belgien, Frankreich, Spanien und England sowie Titelverteidiger Portugal. Dänemark traue ich die Position des Geheimfavoriten zu. Aber am Ende jubeln immer die Deutschen ...
van Elten: Meine Favoriten sind die Engländer und Franzosen. Am Ende werden die Franzosen Europameister.
Lackhoff: Spanien, Italien, Frankreich und – falls wir die Vorrunde überstehen – auch Deutschland. Und ich hoffe, dass wir dann auch den Titel holen.
Dennis Hoeveler vom SV Drensteinfurt
Thorsten Ernst von Fortuna Walstedde
Leon van Elten vom SV Drensteinfurt
Christian „Lucky“ Lackhoff vom SV Rinkerode

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