„Einfach fit“ auch in Corona-Zeiten

Triathlet Hermann Aschwer: Jeder kann Puls-Millionär werden

Klein und Groß können gemeinsam Sport treiben: Hermann Aschwer mit Enkeltochter Melia und ihrem Schulfreund.
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Klein und Groß können gemeinsam Sport treiben: Hermann Aschwer mit Enkeltochter Melia und ihrem Schulfreund.

Dr. Hermann Aschwer ist 73 und für sein Alter topfit. Seit 1983 ist der Ameker leidenschaftlicher Triathlet. Außerdem hat er sich als Fachbuch-Autor einen Namen gemacht. Auch vom Coronavirus lässt sich der Sportler nicht aufhalten. WA.de erklärt er, wie er sich in dieser außergewöhnlichen Zeit fit hält und wie andere ebenfalls Puls-Millionär werden können.

Ameke – Vor einigen Jahren hat Aschwer ein Basis-Fitness-Buch geschrieben mit dem Titel „Einfach fit. Die 2 %-Formel“. Und dieses Motto „galt vor Corona, das gilt während Corona und wird auch nach Corona gelten!“, betont er. Die zwei Prozent bedeuten, dass man sich jeden Tag zwei Prozent der Zeit aktiv bewegen soll. Von den 24 Stunden (1440 Minuten) sind es also 28,8 Minuten, pro Woche zirka dreieinhalb sportliche Stunden.

„Dabei geht es nicht nur ums Joggen, sondern es schließt alle aktiven Bewegungen ein, bei denen man aktiv den Kreislauf anregt“, so Aschwer. Für ihn gehören flottes Wandern, also Walken mit und ohne Stöcken, Radfahren, Inlineskaten, Bergwandern, aber auch Dehn- und Kräftigungsübungen sowie (nach dem Lockdown auch wieder) Schwimmen und Aquajogging dazu. „Wer also von seinem Arzt das Okay für eine maßvolle, moderate und mit Spaß ausgeführte Bewegung hat, der sollte die Corona-Zeit nutzen, um sich fit zu halten oder damit beginnen, fit zu werden“, sagt Aschwer. Durch den Wegfall längerer Wege zur und von der Arbeit habe der eine oder andere sicherlich mehr Freiraum, also mehr Zeit für Bewegung.

Die Tipps des Triathleten:

  • Listen Sie wöchentlich die aktiven Bewegungszeiten auf einem DIN-A4-Blatt auf. Legen Sie es so hin, dass Sie es täglich einsehen können. Das hat den Vorteil, dass man ständig daran erinnert wird und dass sich so zum Beispiel am Wochenende einiges von der versäumten Aktivität unter der Woche nachholen lässt.
  • Bewegung in den Tages- oder Wochenablauf fest einplanen.
  • Bewegung in Kleingruppen mit Nachbarn oder Familienangehörigen.
  • Ausdauertraining oder Dehn- und Kräftigungsübungen lassen sich sehr gut alleine oder in Kleingruppen vollziehen.
  • Unterschiedliche Leistungsniveaus lassen sich dabei ausgleichen durch Rücksichtnahme des leistungsstärkeren Partners, (der Langsamere bestimmt das Tempo), durch unterschiedliche Sportgeräte (leichtere, schwere Fahrräder, E-Bikes, Inliner) und/oder durch die Streckenwahl (kleine oder große Runden). Der leistungsstärkere Partner kann aber auch zunächst begleiten, um anschließend alleine weiter zu trainieren.

„Wer nicht zu dem großen Volk der guten Vorsätze gehören will, das sich in Zukunft öfter bewegt und in nächster Zeit gesünder essen und trinken will, sondern ein Mensch der Tat ist, der fange noch in dieser Woche an, sich zu bewegen“, appelliert Hermann Aschwer. Für alle Bewegungseinsteiger und selbst für die meisten Freizeitsportler gelte dabei: Jeder kann zum Millionär werden. „Nicht zum Euro-Millionär, sondern zum Puls-Millionär!“, so Aschwer.

5400 Herzschläge pro Tag weniger

Durch Ausdauertraining sinkt bereits mittelfristig der Ruhepuls – von zum Beispiel 65 auf 60 Schläge pro Minute. Das bedeutet, das Herz schlägt in der Stunde 300 Mal und am Tag sogar 7200 Mal weniger. „Selbst wenn durch die sportliche Belastung pro Tag wegen der 30 Minuten 1800 zusätzliche Pulsschläge dazukommen, sind es pro Tag immer noch 5400 Herzschläge weniger“, rechnet Aschwer vor. Für ihn bedeutet das ganz konkret: „In sechs Monaten haben wir durch das Ausdauertraining eine Million Pulsschläge eingespart. Unser Herz schlägt schonender.“

Aschwer, der mehrmals beim Ironman auf Hawaii gestartet ist, versucht sich derzeit mit unterschiedlichen Sportarten und Übungen fit zu halten. „Beim Radfahren begleitet mich meine Frau einen Teil der Strecke. Ich fahre dann noch eine weitere Schleife. Oft wähle ich auch ein schwereres Fahrrad und sie ein deutlich leichteres Gefährt“, erklärt der 73-Jährige. Beim Laufen und Walken wird er schon mal von einem Radfahrer begleitet. Und Dehn- und Kräftigungsübungen absolviert er zu Hause.

Aschwers Kritik

Etwas Kritik übt der Ameker in diesen Tagen an den sogenannten Experten. „Ich verstehe alle Aufrufe der Politiker und der Virologen, den Abstand einzuhalten, Hygiene zu pflegen und, und, und. Nur eines höre ich nicht von allen Experten und Politikern, und selbst von den meisten Medizinern vermisse ich eine Sache, die für jeden Einzelnen von großer Wichtigkeit ist: die Stärkung des Immunsystems.“ Durch Ernährung und Bewegung könne jeder – gerade in Corona-Zeiten – sehr viel für sein Immunsystem tun.

Wie halten Sie sich fit?

Mannschafts- oder gar Kontaktsport sind während des Corona-Lockdowns nicht möglich. Die Schließung der Sporthallen verhindert zudem Teile des Individualsports. Wie halten sich die Drensteinfurter, Rinkeroder und Walstedder fit? Nur durch Laufen oder gibt es zu Hause und unter freiem Himmel andere Möglichkeiten? Wer anderen seinen Sport vorstellen möchte, meldet sich oder schickt direkt Infos und Fotos per E-Mail an drensteinfurt@wa.de.

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