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Warum Oliver Logermann beim SV Drensteinfurt bis 2020 verlängert

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Von: Matthias Kleineidam

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Oliver Logermann wird auch in der Saison 2019/20 auf dem Trainerstuhl des SV Drensteinfurt sitzen. Foto: Kleineidam
Oliver Logermann wird auch in der Saison 2019/20 auf dem Trainerstuhl des SV Drensteinfurt sitzen. © Kleineidam

Drensteinfurt - Bereits zwei Wochen vor dem Fest gab es beim SV Drensteinfurt die Bescherung. Der Vorstand verlängerte den Vertrag mit Oliver Logermann, dem Trainer des Fußball-Bezirksligisten, bis 2020. Obmann Alexander Moos sprach von einem „vorzeitigen Weihnachtsgeschenk“.

Die Vertragsverlängerung kam nicht überraschend. Der SVD spielte die beste Bezirksliga-Hinrunde seit dem Aufstieg im Jahr 2012. In 16 Partien gab es zehn Siege, vier Unentschieden und nur zwei Niederlagen. Vom 1. bis einschließlich zum 14. Spieltag stand das Team an der Tabellenspitze, aktuell liegen die Stewwerter als Dritter vier Zähler hinter dem Topfavoriten IG Bönen.

„34 Punkte sind schon super“, sagt Dieter Heeren, der 1. Vorsitzende des SVD. „Wir aus der Vereinsführung sind uns mit dem erfolgreichen Trainer Oliver Logermann daher einig geworden, dass er uns eine weitere Saison zur Verfügung steht.“

Dass der 33 Jahre alte Münsteraner bleibt und im Sommer in sein drittes Jahr als Chefcoach gehen wird, ist laut Obmann Moos „ganz wichtig für den Verein“. Schließlich machen viele Spieler ihre Entscheidung, ob sie weiterhin für Drensteinfurt auflaufen, davon abhängig, ob Logermann weitermacht oder nicht. „Ich bin natürlich froh, dass er noch ein Jahr dranhängt. Die sportliche Entwicklung spricht für Oli, das muss man ganz klar sagen“, betont Moos. Die Mannschaft habe „noch mal einen Schritt nach vorne gemacht, was die spielerischen und taktischen Sachen betrifft. Es wäre mehr als schade gewesen, wenn er gesagt hätte: Ich höre nach zwei Jahren auf.“

„Macht noch Sinn in der Konstellation“

Logermann, der im Sommer 2017 vom spielenden Co-Trainer zum Coach der Bezirksliga-Fußballer aufgestiegen war und einen Vertrag für zwei Jahre erhalten hatte, wird aber definitiv nicht so lange im Amt bleiben wie sein Vorgänger Ivo Kolobaric. Der hatte erst nach acht Jahren in Stewwert aufgehört. „Mein Leben lang werde ich nicht Trainer beim SVD bleiben, aber mindestens eine Saison macht das Ganze absolut noch Sinn in der Konstellation“, sagt Logermann. „Ich bin kein Freund davon, acht, neun Jahre bei einem Verein zu bleiben. Irgendwann nutzt man sich vielleicht ein bisschen ab als Trainer. Zurzeit habe ich aber das Gefühl, dass ich die Jungs gut erreiche und ihnen auch noch ein paar Sachen vermitteln kann.“

Dass der sportliche Erfolg eines Trainers Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen weckt, ist auch Alexander Moos bewusst. Aber hat Logermann auch Angebote aus höheren Ligen erhalten? „Ja, die gab es“, sagt der B-Lizenz-Inhaber. Und er habe schon einen Moment überlegt. „Aber ich weiß ja auch, was ich beim SVD habe. Ich fühle mich ziemlich wohl hier. Wir spielen eine super Runde, ich habe charakterlich eine feine Truppe zusammen und dem SVD auch einiges zu verdanken.“ Das Umfeld sei einfach gut. „Man kann mit dem Vorstand gut arbeiten, und wir haben einen super sportlichen Leiter. Das muss ein anderer Verein einem erst mal bieten“, sagt Logermann.

Gespräche mit den Spielern beginnen

Der 33-Jährige ist sich sicher, dass er noch mehr aus der Mannschaft herauskitzeln kann. „Man sagt ja: Wenn‘s am schönsten ist, sollte man aufhören. Aber vielleicht wird es ja noch ein bisschen schöner. Wir sind sportlich auf einem super Weg. Vielleicht geht es nächstes Jahr in die Landesliga – auch wenn es ziemlich unwahrscheinlich ist“, sagt Logermann, dem es „einfach zu viel Spaß“ mache momentan, um schon im Sommer einen anderen Weg einzuschlagen.

„Weil jetzt die Phase ist, in der man mit den Jungs sprechen sollte, um den Kader für die nächste Saison zusammenzubekommen“, hat er „darauf gedrängt, dass wir schnell eine Entscheidung treffen“. Eine Forderung bei den Gesprächen mit den Verantwortlichen des SVD: „Oli wollte auch eine Zusage haben, dass er den Kader, so wie er momentan besteht, zusammenhalten darf – ohne finanzielle Einkürzungen. Und das haben wir ihm zugestanden“, bestätigt der 1. Vorsitzende Dieter Heeren.

Kapitän Ziegner und Co-Trainer Bonnekoh bleiben

„Die ersten Gespräche mit den Spielern laufen zeitnah“, erklärt Alexander Moos. Kapitän Daniel Ziegner hat bereits seine Zusage gegeben. „Er ist vorangegangen“, sagt Logermann. Als Co-Trainer bleibt ihm Marcel Bonnekoh erhalten. Bis Mitte, spätestens Ende Januar sollen die Planungen abgeschlossen sein.

Zur Person

Oliver Logermann spielte von Anfang 2012 bis 2017 für den SV Drensteinfurt. Zuvor absolvierte er 13 Länderspiele für die U16-Nationalmannschaft und lief für die U17 und U19 von Borussia Dortmund sowie für Preußen Münster (in der Regionalliga) und die SpVg Emsdetten 05 (in der Oberliga) auf. Einem Profivertrag stand eine langwierige Verletzung im Weg. Vor seinem Wechsel nach Drensteinfurt trug Logermann viereinhalb Jahre das Trikot des TuS Hiltrup. Seit 2015 ist der Münsteraner im Besitz der Trainer-B-Lizenz, seit 2017 coacht er den SVD. mak

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