Fußball

SVD-Trainer Oliver Logermann kündigt Abschied an

Seit 2017 und noch bis zum Saisonende Trainer des SV Drensteinfurt: Oliver Logermann.
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Seit 2017 und noch bis zum Saisonende Trainer des SV Drensteinfurt: Oliver Logermann.

Die erste Mannschaft des SV Drensteinfurt steht vor einem Umbruch, womöglich sogar vor einem großen. Oliver Logermann, Trainer des Fußball-Landesligisten, hat seinen Abschied zum Saisonende angekündigt.

Drensteinfurt – Der 35-Jährige hat seinen Entschluss den Verantwortlichen am Wochenende mitgeteilt und einem anderen Verein bereits zugesagt. Er wird im Sommer Coach des aktuellen Liga-Rivalen BSV Roxel.

„Wir werden uns frühzeitig zusammensetzen, die Situation analysieren und eine vernünftige Entscheidung treffen“, hatte Logermann in einem WA-Interview im November gesagt. Außerdem habe er „immer schon ein bisschen angedeutet“, dass es vermutlich die letzte Saison beim SVD werde. Nun, kurz vor Weihnachten, steht für den Münsteraner fest: „Es wird Zeit, Abschied zu nehmen im nächsten Jahr.“

Hätte der B-Lizenz-Inhaber seinen Vertrag nochmals verlängert, wäre es seine fünfte Saison als Trainer gewesen. „Irgendwann muss frischer Wind rein“, betont Logermann. Anfang 2012 war er als Spieler zu den Drensteinfurtern gewechselt und unter Ivo Kolobaric direkt in die Bezirksliga aufgestiegen. Seit 2017 ist er Chefcoach, die Krönung war der Sprung in die Landesliga in diesem Jahr.

Unterstützung bei der Trainersuche

Für den SVD sei es „keine einfache Situation“, so Logermann, weil der Verein sich gerade neu aufstelle mit Jan Wiebusch und Dennis Popil. Wiebusch hat im September das Amt des Seniorenobmanns von Alexander Moos übernommen, Popil, Spieler der ersten Mannschaft, unterstützt ihn. „Mir ist sehr viel daran gelegen, dass die Mannschaft jetzt nicht komplett auseinanderfällt und es vernünftig weitergeht“, sagt Logermann. Daher versucht er, bei der Suche nach einem neuen Trainer zu helfen. „Ich stehe mit Rat und Tat zur Seite.“ Wichtig sei, die Planungen voranzutreiben. „Aber es steht und fällt natürlich mit einem neuen Trainer. Du brauchst einen, der ein paar Kontakte hat.“

Wiebusch wusste zwar, dass Logermann irgendwann ein Team in Münster coachen möchte, war aber doch „ein bisschen überrascht, weil ich dachte, dass er sich wegen der aktuellen Situation eventuell noch mal mit einer kompletten Saison verabschieden möchte“. Der Obmann, der mehrere Jahre mit Logermann zusammen für die erste Mannschaft gespielt hat, kann die Entscheidung aber „vollkommen nachvollziehen. Das habe ich ihm auch gesagt.“ Es sei eine Chance gewesen, dass Roxel ihn kurzfristig kontaktiert hat. Wiebusch freut sich, dass er bei der Trainersuche auf Logermanns Netzwerk zurückgreifen kann.

Der Abschied vom SVD im Sommer nach neuneinhalb Jahren wird nicht einfach für Logermann. „Mir fällt der Schritt total schwer, in Drensteinfurt die Zelte abzubrechen“, sagt Logermann. „Der Verein ist mir mega ans Herz gewachsen. Ich bin dankbar, dass er mir den Weg in die Trainer-Laufbahn geebnet hat, und werde nie ein schlechtes Wort verlieren.“ Für beide Seiten sei die Zusammenarbeit „eine gute Sache“ gewesen. „Wir haben eine ganze Menge bewegt – auch wenn wir gerade nicht so gut dastehen.“

Tabellensituation nicht der Grund

Logermann bekräftigt, dass seine Entscheidung „gar nichts“ mit der Tabellensituation zu tun habe. Der SVD ist als einziges Team der Landesliga 4 sieglos und mit nur einem Punkt aus sieben Spielen Letzter. „Gut, wenn wir Erster wären, würde man es sich sicherlich anders überlegen“, sagt der 35-Jährige.

Er freut sich auf eine „interessante, ganz spannende Herausforderung vor der Tür“. Denn nach seinem Wechsel zum BSV Roxel fährt er nicht mehr 35 Minuten zum Training, sondern nur noch zehn bis 15. „Ich wollte auf Dauer sowieso was in Münster machen“, sagt er. Von daher kam die Anfrage – Roxel sei auf ihn zugekommen – wie gerufen. „Es ist ein Verein, bei dem ich einige schon kenne“, sagt Logermann und spricht von einem „sehr familiären Umfeld“. Roxel ist mit 13 Punkten aus sieben Spielen Tabellensechster, nach oben ist noch alles möglich.

Der BSV musste sich auf die Suche nach einem neuen Coach machen, weil Tobias Tumbrink zum zweiten Mal Vater geworden ist und laut Logermann auf eigenen Wunsch kürzertritt. Manuel Andrick, der mit Tumbrink ein Gespann bildet, bleibt dem Verein erhalten und wird Co-Trainer unter Logermann. „Mit ihm kann ich persönlich ganz gut. Das ist eine Sache, die gut passen wird“, ist sich Logermann sicher.

Ausverkauf beim SVD?

Beim SVD ist die Gefahr groß, dass mit dem Coach auch einige Spieler den Verein verlassen werden, wenn es keinen adäquaten Nachfolger für Logermann gibt. Auch in Roxel laufe die Kaderplanung auf Hochtouren, sagt Logermann. Er werde allerdings „nicht großartig aktiv“ auf Drensteinfurter Spieler zugehen und diese abwerben. Aber es könne schon sein, dass der eine oder andere, der in Münster wohnt, aus freien Stücken wechselt. „Ich will auf keinen Fall einen Ausverkauf beim SVD. Darauf können sich die Leute verlassen“, unterstreicht Logermann. „Ich hoffe, dass es vernünftig weitergeht.“

Für die Stewwerter wird es laut Wiebusch schwierig, einen geeigneten Kandidaten für die Nachfolge zu finden. Zwei Namen seien schon gefallen. „Die Personen sind aber mehr oder weniger schon raus aus dem Rennen“ – nicht weil sie keine Lust auf den SVD hätten, sondern aus privaten und zeitlichen Gründen. Wiebusch, Popil und eventuell Logermann werden die Gespräche führen. „Oli kann relativ viel zum Verein und zur Mannschaft sagen“, erklärt Wiebusch.

Dass auch zwei, drei Spieler den Verein verlassen werden, hält der 28-Jährige für wahrscheinlich. „Es wird garantiert ein kleiner Umbruch werden. Und wenn es blöd läuft und wir keinen geeigneten Trainer bekommen, könnte der Umbruch, was die Münsteraner angeht, etwas größer werden“, sagt Wiebusch. Vorsorglich hat der Obmann bereits mit diversen Spielern telefoniert. „Die meisten sind bereit, weiter für den SVD zu spielen, machen aber auch viel davon abhängig, wer Trainer wird und wie sich der Verein aufstellen wird.“ Wiebusch zufolge hat der SV Drensteinfurt auch in den nächsten Jahren und bei einem Abstieg in die Bezirksliga vor, weiter „leistungsorientiert“ zu spielen.

--- Ein Kommentar zur Entscheidung von Oliver Logermann und zur Situation des SV Drensteinfurt ---

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