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Bleibt Heinz Huhnhold bei der HSG oder geht er? Entscheidung ist gefallen

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Von: Matthias Kleineidam

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Nicht mehr lange Trainer des Bezirksligisten HSG Ascheberg/Drensteinfurt: Heinz Huhnhold (hockend). Er übernimmt eine weibliche B-Jugend. Foto: Siemund
Nicht mehr lange Trainer des Bezirksligisten HSG Ascheberg/Drensteinfurt: Heinz Huhnhold (hockend). Er übernimmt eine weibliche B-Jugend. © Kay Siemund

Geht Heinz Huhnhold im Sommer in sein siebtes Jahr bei der HSG Ascheberg/Drensteinfurt oder verlässt er den Verein? Eine Entscheidung ist gefallen.

Drensteinfurt – Heinz Huhnhold wird die HSG Ascheberg/Drensteinfurt nach dieser Saison verlassen. Der Hammer, der zunächst die Frauen der Spielgemeinschaft trainierte und sich aktuell um die Bezirksliga-Handballer kümmert, wechselt zum Soester TV und wird dort bei der weiblichen B-Jugend einsteigen.

Die Entscheidung sei nicht aus Frust oder Ähnlichem gefallen, betont der 54-Jährige. Er habe ganz einfach „eine neue Herausforderung“ gesucht. Der Wechsel zurück in eine Jugendabteilung – er hatte als Coach der weiblichen B-Jugend bei Westfalia Rhynern angefangen, danach die männliche B-Jugend des ASV Hamm trainiert – ist für ihn kein Rückschritt. „Soest hat ein bisschen was vor im weiblichen Bereich“, sagt Huhnhold und ergänzt: „Auf die Oberliga hinzutrainieren und die Quali zu schaffen“, sei auch eine Aufgabe. „Ich muss mich natürlich erst mal umorientieren und kundig machen.“

Es ist eine neue Herausforderung für mich.

Heinz Huhnhold

In dieser Saison hatte sich das Team des STV qualifiziert, in den zehn Spielen der Oberliga-Vorrunde aber zehn Niederlagen kassiert. „Das war mehr schlecht als recht, aber Potenzial haben sie. Wir müssen gucken, dass wir auch nächste Saison in der Oberliga spielen“, sagt Huhnhold. Er hat bislang positive Eindrücke gesammelt. „Es hat Spaß gemacht, ihnen zuzugucken, und ich habe donnerstags schon zweimal beim Training mitgemacht.“ Aktuell tritt die weibliche B-Jugend in der Landesliga an, hat dort aber auch die ersten vier Partien verloren.

In Soest wird Huhnhold mit Yvonne Dresselhaus arbeiten. „Ich löse sie nicht ab, sondern wir machen es zusammen“, sagt der Coach. Dresselhaus spielt zudem in der ersten Frauenmannschaft in der Landesliga. „Wir verstehen uns ganz gut“, so Huhnhold.

Gleichberechtigtes Duo

Die Gespräche von Vereinsseite führte Markus Behrens, der stellvertretenden Abteilungsleiter des STV, mit dem Hammer. Behrens bestätigt die Verpflichtung Huhnhold. „Wir konnten ihn für uns gewinnen“, freut er sich. „Wir versuchen, den Damenbereich in Soest ein bisschen professioneller zu gestalten und weiter auszuweiten.“

Huhnhold hat die B-Lizenz. „Das ist von der Qualifikation natürlich optimal, um die Jugend weiter zu fördern“, sagt Behrens. Laut ihm werden Dresselhaus und Huhnhold „ein gleichberechtigtes Duo. Es soll eine gute Kombination werden. So ist es auf jeden Fall geplant. Einer muss natürlich letztendlich das Sagen haben während des Spiels, aber das regeln sie untereinander und ergibt sich von Spiel zu Spiel.“

Auch Derby verlegt

Die Rückrunde in der Bezirksliga Münsterland Staffel 2 ist wegen der Omikron-Welle noch nicht gestartet. Fünf Spiele der HSG Ascheberg/Drensteinfurt waren bereits abgesagt worden. Für das Derby beim ASV Senden II, das für den 13. Februar angesetzt war, und das Heimspiel gegen die DJK Coesfeld (20. Februar) müssen auch neue Termine gesucht werden. „Wir wollen aufgrund der Corona-Lage nicht spielen. Wir haben auch Familienväter, die kleine Kindern zu Hause haben“, begründet Coach Heinz Huhnhold die Zurückhaltung. Im März, April und Mai sei genug Zeit, um die sieben Partien zu bestreiten. „Der Handballkreis wird sich sicherlich demnächst äußern, wie es weitergeht.“

Davon, dass Huhnhold „ordentlich Trainererfahrung“ habe, könne auch Dresselhaus „extrem profitieren“, sagt Behrens. Das Duo soll in der B-Jugend für einen guten Unterbau sorgen. Ziel des STV sei es, mit der A-Jugend sowie der ersten und zweiten Damenmannschaft „in den nächsten drei, vier, fünf Jahren“ (Behrens) ein bisschen höher anzugreifen, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter.

Seit 2016 bei der Spielgemeinschaft

Die Spielgemeinschaft der Vereine TuS Ascheberg und DJK Olympia Drensteinfurt muss nun einen Nachfolger finden. Huhnhold kam 2016 zur HSG und war bis 2020 zunächst für die Frauenmannschaft zuständig. Seit fast zwei Jahren ist er Trainer der ersten Männermannschaft, hat mit ihr wegen der Corona-Pandemie aber noch keine komplette Saison absolviert. 2021 gelang der HSG die Rückkehr in die Bezirksliga, die Entscheidung fiel nach dem Abbruch am grünen Tisch.

Dass sich die Wege im Sommer trennen werden, steht seit Anfang Februar fest. Huhnhold hatte zunächst Abteilungsleiter Carsten Gburek und die ehemalige Abteilungsleiterin Kathrin Mühlenbäumer „als meine Förderin“ informiert. Die Mannschaft weiß ebenfalls Bescheid. „Ich habe es den Jungs beim Training gesagt“, so Huhnhold.

Es war eine schöne Zeit.

Heinz Huhnhold

Wie schwer ihm der Abschied nach sechs Jahren bei der HSG Ascheberg/Drensteinfurt fallen wird, kann er jetzt noch nicht sagen. Aber „es tut auch ein bisschen weh“, gibt der 54-Jährige zu. Er habe viel gelernt unter beiden Abteilungsleitern. „Es war eine schöne Zeit und hat Spaß gemacht“, so Huhnhold.

Und es macht weiterhin Spaß. Denn während im Handballkreis Münsterland noch nicht gespielt wird, trainieren die Männer dienstags und freitags nach freiwilligen Selbst- oder Schnelltests im Vorfeld regelmäßig. Schließlich möchte Huhnhold seine Zeit bei der HSG mit einer vernünftigen Platzierung abschließen – und bestenfalls mit der Qualifikation für die Münsterlandliga, wie die Bezirksliga ab der nächsten Saison heißt. „Ich hoffe natürlich, dass sich auch die Mannschaft weiterhin den Arsch aufreißt“, sagt Huhnhold.

--- Volker Hollenberg über seine neun Jahre bei der HSG ---

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