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Trainer Stratmann analysiert: Die Probleme beim Bezirksligisten SVD

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Von: Matthias Kleineidam

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Schmerzhaft: Schlussmann Steffen Scharbaum, der nicht eine Minute fehlte, steht mit dem SV Drensteinfurt auf einem Abstiegsplatz. Foto: Kleineidam
Schmerzhaft: Schlussmann Steffen Scharbaum, der nicht eine Minute fehlte, steht mit dem SV Drensteinfurt auf einem Abstiegsplatz in der Bezirksliga 7. © Kleineidam

Fußball-Bezirksligist SV Drensteinfurt kann mit dem Verlauf der Hinserie überhaupt nicht zufrieden sein. Das Team überwintert als Drittletzter auf einem Abstiegsplatz. Es bedarf eines Kraftaktes nach der Winterpause, um den Klassenerhalt zu schaffen. Trainer Daniel Stratmann analysiert für WA.de die Situation.


Drensteinfurt – Drei Siege in 15 Spielen sind zu wenig, neun Niederlagen eindeutig zu viel. Fußball-Bezirksligist SV Drensteinfurt kann mit dem Verlauf der Hinserie überhaupt nicht zufrieden sein und überwintert als Drittletzter der Staffel 7 auf einem Abstiegsplatz. Es bedarf eines Kraftaktes im nächsten Jahr, um den Klassenerhalt noch zu schaffen und den Absturz von der Landes- in die Kreisliga zu verhindern.

„Volker und ich wussten ganz klar: Wenn es gut läuft, sind wir im Mittelfeld, wenn es nicht optimal läuft, spielen wir gegen den Abstieg. Dass es so katastrophal läuft, hatten wir nicht gedacht“, sagt Coach Daniel Stratmann. „Man muss das Gesamtpaket sehen. Wir sind mit 21, 22 Spielern in die Saison gegangen“, so Stratmann weiter. Vor dem Testspiel gegen den Regionalligisten SC Preußen Münster im Juli hätten er und Volker Rüsing mit 20 Leuten trainiert, danach sei die Beteiligung merklich gesunken. Mannschaftstaktisch könnten so keine Fortschritte erzielt werden, sagt Stratmann.

Das Traurige ist, dass sich nicht viele Leute in den Dienst der Mannschaft stellen.

Daniel Stratmann

Er bemängelt die Einstellung des einen oder anderen: „Ich fahre hier mal in den Urlaub während der Saison, ich bin da mal weg während der Saison. Das kannte ich so nicht.“ Stratmann sei „manchmal müde“ gewesen, sich aufzuraffen und zum Training zu fahren, wenn er wusste, dass noch nicht mal zehn Spieler an der Einheit teilnehmen.

Nicht eingespielt

Gründe für den Misserfolg gibt es mehrere. Da sind zum einen – wie erwähnt – die personellen Probleme. Es gibt mit Torwart Steffen Scharbaum, Dennis Popil, André Vieira Carreira und Maximilian Groß zwar vier Spieler, die in allen Meisterschaftspartien zum Einsatz kamen – Scharbaum fehlte sogar nicht eine Minute –, und mit Alexander Pankok, Robin Wichmann (beide 14), Philipp Ressler und Kapitän Leon van Elten (beide 13) weitere vier, die kaum fehlten. Doch insgesamt mussten die Trainer Stratmann und Rüsing immer wieder rotieren. Eine eingespielte Elf stand gar nicht bis selten auf dem Platz. Das machte sich in den Ergebnissen bemerkbar. „Das Traurige ist, dass sich nicht viele Leute in den Dienst der Mannschaft stellen“, sagt Stratmann. Ausnahmen würden Spieler wie Scharbaum, Popil und Pankok sein. „Wenn du nur acht Leute von denen hast, bringt das wenig“, betont Stratmann.

Aushilfen

Insgesamt setzten die Trainer 33 Spieler ein. Darunter sind nicht nur mehrere aus den Kadern der zweiten und dritten Mannschaft sowie der U19, sondern auch Obmann Jan Wiebusch, der stellvertretende Sportliche Leiter Bernd Drepper, Daniel Möllers von den Alten Herren II und Coach Stratmann selbst. „Gegen die Hammer SpVg II haben wir mit nur acht Leuten aus der ersten Mannschaft gespielt. Das geht einfach nicht“, sagt Stratmann.

Kaum Erfahrung

Außerdem fehlte nach den Abgängen zahlreicher Leistungsträger im Sommer die Erfahrung auf dem Platz. Junge Leute wie Popil (24 Jahre) mussten Verantwortung übernehmen, noch jüngere wie Philipp Ressler auf wichtigen Positionen spielen.

Schmerzlich vermisst beim SV Drensteinfurt: Angreifer Falk Bußmann (links) fiel lange verletzt aus. Foto: Kleineidam
Schmerzlich vermisst beim SV Drensteinfurt: Angreifer Falk Bußmann (links) fiel lange verletzt aus. © Kleineidam

Kein Torjäger

Ein weiteres Problem: Während der SVD mit 37 Gegentoren im Tabellenkeller relativ gut dasteht, werden die 22 erzielten Treffer nur von den Teams unterboten, die auch im Klassement unter den Stewwerter stehen: von der Hammer SpVg II (21) und Schlusslicht BW Sünninghausen (18). Angreifer Falk Bußmann, der in drei Saisonspielen zweimal traf und danach verletzt ausfiel, wurde schmerzlich vermisst. Zur Einordnung: In der Bezirksliga-Spielzeit 2018/19 hatte er zwölf, in der Corona-bedingt verkürzten Saison 2019/20 in 17 Partien immerhin acht Treffer erzielt.

Auswärtsschwach

Auch in der Heim- und der Auswärtstabelle steht der SVD auf dem drittletzten Platz. Auf eigenem Platz ist die Bilanz mit zwei Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen noch in Ordnung, auswärts haben die Drensteinfurter aber nur vier von 24 möglichen Punkten geholt. Der einzige Erfolg gelang im Oktober beim damaligen Letzten in Liesborn.

--- Die Tabelle ---

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