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Reiter aus Leidenschaft: Torben Kurzhals vom RV Drensteinfurt

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Torben Kurzhals, gerade mal 17 Jahre alt, nimmt mit seinen Pferden „Nekko“ (links) und „Zafiro“ an den Westfälischen Meisterschaften teil.

Drensteinfurt - Die Leidenschaft für den Reitsport hat Torben Kurzhals vererbt bekommen. Sowohl Mutter Gudrun als auch Vater Andreas sind früher Turniere geritten. Heute begleiten beide ihren Sohn, wenn er um Platzierungen kämpft. In dieser Woche fiebern sie besonders mit.

Der 17-Jährige vom RV Drensteinfurt startet bei den Westfälischen Meisterschaften. Die werden von Donnerstag bis Sonntag in Freudenberg im Siegerland ausgetragen. Gesucht werden die Meister in den Disziplinen Dressur und Springen, Veranstalter ist der Reitverein Giebelwald. Torben ist mit seinen beiden Pferden „Nekko“ und „Zafiro“ bei den Junioren dabei, darf aber nur mit einem ins Finale gehen, wenn er sich dafür qualifiziert. Ein konkretes Ziel hat er vor Augen: „Ich will in die Top Ten.“

Das ist ihm bislang noch nicht gelungen. Drei Mal startete der Schüler der Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen, der nach den Sommerferien in die 12. Klasse geht, bereits bei den Westfälischen Meisterschaften. Im Alter von 14 Jahren, bei seinem Debüt, nahm er am Nachwuchschampionat auf L-Niveau teil. 2016 absolvierte der Springreiter zunächst M**-Prüfungen und dann auf „Nekko“ das Finale. Im vergangenen Jahr, mit 16, ging er in Steinhagen beim Wettbewerb der Junioren mit beiden Pferden in den Parcours. Mit „Zafiro“ – der elfjährige Wallach ist seit zweieinhalb Jahren im Besitz der Familie – reihte sich Torben im Finale (auf S-Niveau) an 19. Stelle ein.

Vater Andreas war im Nationalkader

Richtig mit dem Reiten angefangen hat er mit acht Jahren. Vater Andreas, der in seiner aktiven Laufbahn S-Springen absolviert und an den Deutschen Meisterschaften in der Vielseitigkeit teilgenommen hat und darüber hinaus dem Nationalkader der Junioren angehörte, kaufte damals „zwei Wald- und Wiesenponys“, erinnert sich Gudrun Kurzhals. „Damit war ich wenig erfolgreich“, fügt Torben hinzu. Mit Prüfungen in der Vielseitigkeit ging es los. „Danach bin ich ab und zu bei E-Springen gestartet, weiter als A-Springen aber nicht gekommen.“

Aufs Großpferd stieg Torben 2013 um. Wallach „Nekko“, heute ebenfalls elf Jahre, wurde gekauft. „Er ist vorher kein Springen gegangen.“ Zunächst lag der Fokus wieder auf der Vielseitigkeit, „nach einiger Zeit habe ich mich mehr fürs Springen interessiert“, erzählt der 17-Jährige. „Dann ging es unheimlich schnell“, ergänzt Mutter Gudrun, die selbst in erster Linie als Dressurreiterin unterwegs war. Torben absolvierte direkt A-, dann L- und mit 14 Jahren sein erstes M-Springen (Sprunghöhe ab 1,25 Meter).

Schon viele M-Prüfungen gewonnen

Seine größten Erfolge: Mit „Nekko“ hat er 15 M-Prüfungen gewonnen, darunter vier M**-Springen. Mit „Zafiro“ sicherte er sich vier goldene Schleifen in M-Prüfungen. Seit vergangenem Jahr wagt sich Torben auch an die Königsdisziplin, das S-Springen (Höhe ab 1,40 Meter). Fünf Ein-Sterne-Prüfungen hat er bereits bewältigt, in dreien hat er sich mit „Nekko“ platziert.

Um ein weiteres Ziel, das Reitabzeichen in Gold, zu erreichen, müssen Siege auf S-Niveau her. Das Abzeichen ist das höchstrangige seiner Art und wird nur aufgrund von Erfolgen im Turniersport verliehen. Voraussetzung sind unter anderem zehn erste Plätze in Springprüfungen Klasse S, darunter mindestens ein Sieg in der Klasse S**.

Ein Mal pro Woche Stützpunkttraining

Um sich auf dem hohen Niveau zu behaupten, reitet Torben täglich zwei Pferde – vorwiegend auf dem kleinen Reitplatz am Haus in der Bauerschaft Averdung. Ab und zu geht es zur Abwechslung ins Gelände. Auf der Anlage des RV Drensteinfurt, dessen 1. Vorsitzender Andreas Kurzhals ist, erhält das Talent zudem Unterricht von seinem Vater. Und ein Mal pro Woche steht Stützpunkttraining auf dem Plan. Bis 2017 spielte Torben auch noch Tennis beim TCD. „Das wurde zu viel, ich musste zurückstecken.“

Weil die Pferde am Wochenende „Power brauchen“, reitet der junge Stewwerter nicht so viele Turniere. „Die Pferde werden schonend eingesetzt“, sagt seine Mutter. Verletzungen gab es bislang noch nicht – dafür aber Verzicht. „In den Urlaub zu fahren, ist schwierig. Die Pferde müssen ja gepflegt werden“, erklärt sie.

Für die Titelkämpfe nominiert worden

Wenn Torben an den Wochenenden unterwegs ist, sind die Eltern meist dabei – als Chauffeure und Unterstützer vor Ort. „Ich kümmere mich ums Wohl“, sagt Gudrun Kurzhals lachend. Die Sichtungen für die Westfälischen Meisterschaften fanden in Hamm-Rhynern, Herford, Bottrop-Kirchhellen und Dortmund-Wickede statt. Zwei der vier M**-Prüfungen musste man mindestens absolvieren, um für die Titelkämpfe in Freudenberg nominiert werden zu können, Torben hat drei geritten.

 Läuft alles glatt, macht der Sportler des RVD in zwei Jahren sein Abitur. Und dann? „Studieren will ich auf jeden Fall“, sagt er. Was genau, weiß er noch nicht. Das Springreiten möchte er nach der Schulzeit aber nicht aufgeben – auch wenn er sich bewusst ist, dass es ein Hobby bleiben wird.

Wenn Torben in seiner Freizeit mal nicht auf seinen Pferden sitzt, fährt er gerne Motorrad – auch diese Leidenschaft hat er von seinem Vater geerbt.

Weitere Bilder in der Ausgabe des WA von Mittwoch, 18. Juli

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