Fußball

SVD-Coach Logermann: „Würden uns trotzdem voll reinhauen“

Ist weiterhin äußerst skeptisch: Drensteinfurts Trainer Oliver Logermann.
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Ist weiterhin äußerst skeptisch: Drensteinfurts Trainer Oliver Logermann.

Abwarten und fortsetzen oder abwarten und abbrechen? Die Einschätzung, die Oliver Logermann zur aktuellen Situation gibt, hat sich nicht geändert. 

Drensteinfurt – „Ich war ja die ganze Zeit skeptisch. Und ich glaube nach wie vor, dass wir die Saison auch nicht zur Hälfte durchbringen werden“, sagt der Trainer des Fußball-Landesligisten SV Drensteinfurt und vermutet daher, dass die Spielzeit annulliert wird. Sollte die Meisterschaft doch fortgesetzt werden, geht Logermann davon aus, dass seine Spieler ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen werden – auch wenn der freiwillige Rückzug in die Bezirksliga feststeht.

Ob 2020/21 überhaupt noch mal gespielt wird, könne er nicht beurteilen, sagt der künftige Coach des BSV Roxel. Von Pflicht-Freundschaftsspielen sei aktuell die Rede, falls es mit den Ligaspielen nichts mehr wird. Vielleicht würden zumindest die Pokalwettbewerbe beendet. Aber das sei alles Spekulation, sagt Logermann. Aus seiner Sicht wäre es auch nicht vernünftig, den „Sport so schnell wieder laufen zu lassen. Man sollte die Zahlen weiter runterkriegen. Außerdem sind andere Sachen wichtiger als der Fußball.“ Seine Meinung: „Erst mal müssten der Einzelhandel und die Gastronomie aufmachen, bevor sie uns wieder mit zehn oder 20 Leuten in die Kabinen lassen. „Leider glaube ich, dass es noch ein bisschen dauern wird, bis wir wieder Fußball spielen werden.“

„Relativ ruhig“ in der Gruppe

Und weil alles „gefühlt in weiter Ferne“ sei, lässt der SVD-Trainer sein Team momentan noch nichts individuell machen. „Sonst trainierst du was, obwohl du nicht weißt, ob überhaupt noch was stattfindet.“ Ohnehin sei es in der Whatsapp-Gruppe „relativ ruhig“ momentan. „Was ich aber so von den Jungs mitkriege – mit ein paar bin ich ja in Kontakt –, würden zwar alle gerne so wie ich auch wieder spielen, sie glauben aber auch nicht so wirklich an eine Fortsetzung.“

Das Ziel des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) ist es trotz des bis zum 7. März verlängerten Lockdowns weiterhin, die Hälfte aller Spiele durchzubekommen, um die Saison werten zu können. 59 von 306 Spielen sind in der Landesliga 4 absolviert, 94 müssten also noch in die Tabelle einfließen. 10,4 Spiele müsste jede Mannschaft bis Ende Juni im Schnitt noch bestreiten. „Zwei Monate brauchst du dafür schon. Spätestens im Mai sollten wir wieder spielen bei uns, wenn man es noch durchkriegen will“, sagt Logermann.

Im April müsste Training starten

Und wie viele Wochen Vorbereitung wären nach mehr als vier Monaten Pause vernünftig? „Vier Wochen bräuchtest du schon nach einem solchen Kaltstart“, sagt der Münsteraner. Das heißt: Spätestens im April müsste das Training starten. Mit potenziellen Testspielgegnern ist Logermann noch nicht in Kontakt. „Nein, noch gar nicht“, sagt er. Das mache zurzeit keinen Sinn.

Weil die Verantwortlichen des SVD angekündigt haben, die erste Mannschaft im Falle des Klassenerhalts oder einer Annullierung der Saison aus der Landesliga zurückzuziehen und in der nächsten Saison wieder in der Bezirksliga starten zu lassen (der WA berichtete), wäre der sportliche Wert gleich oder nahezu null, wenn die Meisterschaft fortgesetzt würde. „Natürlich ist es schon ein bisschen was anderes, als wenn es um alles gehen würde“, sagt Oliver Logermann. Aber: „Wir würden uns trotzdem voll reinhauen. Die Hinrunde war bislang einfach nicht so toll. Wir können es schon besser und wollen zeigen, dass wir mit dieser Mannschaft in die Liga gehören.“

Team habe großen Ehrgeiz

Logermann schätzt sein Team so ein, dass es die Partien nicht abschenken würde. „Ich glaube schon, dass wir einen relativ großen Ehrgeiz haben. Alle sollten Sportsmänner genug sein, um noch ein paar Punkte einzufahren. Ich schätze den Charakter der Mannschaft jedenfalls so ein, dass sie alle noch mal Gas geben wollen. Für einige ist es vielleicht das letzte Mal Landesliga in ihrer Karriere.“ Außerdem wolle er keine Wettbewerbsverzerrung, so Logermann.

Auch wenn der Trainer des Tabellenletzten nicht davon ausgeht, dass die Saison fortgesetzt wird, er würde es sich wünschen. „Ich habe Bock darauf, wieder auf den Platz zu kommen und die Saison vernünftig zu Ende zu bringen.“ Logermann ist „relativ entspannt. Wir warten es mal ab, ändern können wir es eh nicht.“ Vorerst ist bis zum 7. März kein Mannschaftstraining möglich.

Die nächsten Beratungen von Bund und Ländern sind für den 3. März angesetzt. Logermann vermutet, dass die Verantwortlichen des FLVW danach besprechen und mitteilen werden, ob und wie es weitergeht. „Irgendwann muss eine Entscheidung her.“

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