Fußball

SVD verpflichtet mit Rüsing und Stratmann zwei ehemalige Spieler als Trainer

Der Drensteinfurter Volker Rüsing coachte bereits die zweite Mannschaft des SV Drensteinfurt.
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Der Drensteinfurter Volker Rüsing coachte bereits die zweite Mannschaft des SV Drensteinfurt.

Ein unfreiwilliger Trainerwechsel, ein freiwilliger Abstieg und ein personeller Umbruch: Beim SV Drensteinfurt tut sich einiges. WA.de fasst die Situation der ersten Mannschaft zusammen.

Drensteinfurt – Am Donnerstagabend ist nicht nur die Entscheidung gefallen, dass Volker Rüsing und Daniel Stratmann als gleichberechtigtes Trainerduo zur neuen Spielzeit den Job von Oliver Logermann übernehmen, sondern auch, dass der Verein seine Fußballmannschaft nach nur einem Jahr freiwillig aus der Landesliga zurückzieht – selbst wenn der Aufsteiger den Klassenerhalt sportlich schaffen oder die Saison wegen der Pandemie annulliert werden sollte.

„Wir sind uns einig geworden“, sagte Dieter Heeren, 1. Vorsitzender des SVD, nach dem Gespräch mit Rüsing und Stratmann, an dem auch der kommissarische 2. Vorsitzende Heinz-Dieter Heinrich teilnahm. Der Obmann der ersten Mannschaft, Jan Wiebusch, fehlte berufsbedingt. „Es war keine leichte Aufgabe für ihn, eher eine schwere, weil er relativ neu in dem Job ist. Er hat viel telefoniert“, sagt Heeren über Wiebusch. Der Vorsitzende freut sich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Trainern. „Die beiden haben gute Ideen, wie sie die Sachen angehen wollen. Und wir werden sie bei der Umsetzung unterstützen“, sagt Heeren. Er ist sich sicher: „Nach einer gewissen Beruhigungsphase wird sich der Erfolg einstellen, davon sind wir überzeugt.“

Positive Signale für die nächste Saison

Auch über die Spieler, die zur Verfügung stehen und noch gebraucht werden, und über die Spielklasse wurde gesprochen. „Wir sehen uns mittelfristig in der Bezirksliga“, sagt Heeren. Auch Wiebusch bestätigt das Vorhaben. „Es wäre total schwierig geworden, mit dem Kader in der Landesliga zu bestehen“, sagt der Obmann. „Es macht auf jeden Fall mehr Sinn, nach der Ära Logermann einen Neustart in der Bezirksliga zu wagen und sich mit einer vernünftigen Truppe dort zu etablieren.“ Wiebusch schwebt vor, „einen besseren Mix zu finden aus Drensteinfurtern und Externen“. Während Daniel Ziegner, Christoph Lübke und Diogo Castro den SVD verlassen und mit Logermann zum BSV Roxel wechseln werden, haben Keeper Steffen Scharbaum, Dennis Popil, Markus Fröchte, Leon van Elten und Falk Bußmann laut Wiebusch signalisiert, dass sie beim SVD bleiben wollen. Gespräche – auch mit mit Yannick Niehues, André Vieira Carreira und Martin Lambert – folgen.

Wiebusch ist froh, wie angekündigt Ende Januar Nachfolger für Logermann gefunden zu haben. „Wir gehen davon aus, dass es was wird. Sonst hätten wir es nicht gemacht.“ Die Mannschaft sei in Kenntnis gesetzt worden und gehe mit der Entscheidung d’accord, sagt er.

Das Trainerduo ist eins mit Stallgeruch. Rüsing ging ungefähr 15 Jahre für den SVD in der Kreisliga auf Torejagd und verpasste mit der ersten Mannschaft Mitte der 90er-Jahre unter Trainer Michael Thale den Aufstieg in die Bezirksliga knapp. In der Jugendabteilung hatte er das Fußballspielen gelernt. Der 50-Jährige war Trainer der Frauen und der Zweitvertretung und coacht aktuell die A-Junioren.

Stratmann läuft seit mehr als 20 Jahren als Torwart auf, zurzeit gehört er zum Kader des SC Hoetmar. In Drensteinfurt stand er sechs Jahre zwischen den Pfosten und feierte 2012 unter Ivo Kolobaric und zusammen mit Teamkollege Wiebusch die Meisterschaft in der Kreisliga A2 Münster. In der vergangenen Saison hat er ab und zu noch in der Reserve mittrainiert. Für Stratmann ist der SVD die erste Station als Coach einer Männermannschaft. Bislang hat er ausschließlich Mädchen- und Frauenteams trainiert. Bei Fortuna Walstedde übernahm er das Amt 2017 ausgerechnet von Rüsing.

Chance für Einheimische

Der hatte nicht damit gerechnet, dass der SVD bei ihm wegen der ersten Mannschaft anfragt. „Ich habe mich gewundert“, sagt Rüsing und freut sich über seinen Aufstieg als Trainer bei seinem Heimatverein: „Das auf jeden Fall. Für mich als Stewwerter ist es natürlich schön, bei der ersten Mannschaft an der Linie zu stehen.“ Druck verspüre er nach den Erfolgen der Vorjahre nicht, „weil es gerade einen Umbruch gibt und viele Leistungsträger gehen“. Vorrangiges Ziel sei es, sich in der Bezirksliga zu halten.

Was das Personal für die nächste Saison betrifft, „müssen wir noch einige Telefonate führen“, sagt Rüsing, der regelmäßig an Fortbildungen in der Sportschule Kaiserau teilnimmt, um seine C-Lizenz zu verlängern. „Die Leute müssen, dürfen, können zum Zuge kommen, die sonst mehr in der zweiten Reihe gestanden haben.“ Sie sollten nun die Möglichkeit sehen, in der Bezirksliga Fuß zu fassen. Auch der eine oder Spieler aus der zweiten Mannschaft und der U19 soll eingebunden werden und eine Chance bekommen. „Wir müssen auf die Einheimischen setzen und auf vier, fünf externe Spieler, die Qualität und Erfahrung mitbringen.“

Der Sendenhorster Daniel Stratmann war von 2017 bis Januar 2019 Trainer von Fortuna Walsteddes Frauen.

Das sieht Stratmann genauso. „Wir werden den Umbruch angehen und in ruhiges Fahrwasser kommen. Dann schauen wir, in welche Richtung es geht. Aber Landesliga macht keinen Sinn. Das passt von der Konstellation her nicht“, sagt der Sendenhorster. Er habe „lange und öfters“ mit Rüsing telefoniert“, bevor beide ihr Zusage gegeben haben. „Ich glaube, dass wir ein harmonisches Trainerduo bilden können und uns sehr gut ergänzen.“ Das Gute: Mit Stratmann hat der SVD auch gleich einen Torwarttrainer.

Der 40-Jährige sieht sich bereit für die neue Aufgabe: „Ich bin in den letzten zwei Jahren ruhiger an der Seitenlinie geworden.“ Auch Stratmann will anders als zuletzt vermehrt auf Einheimische setzen. „Wir sind gut aufgestellt. Du hast gute Kicker in Drensteinfurt. Die müssen halt nur eine Chance bekommen.“

Wiebusch sucht noch einen Coach

Noch nichts Neues gibt es dagegen bezüglich eines neuen Trainers für die zweite Mannschaft. Coach Dominik Heinsch wird aus beruflichen Gründen auch als Spieler aufhören. „Da hat sich noch nichts ergeben“, sagt Obmann Wiebusch. Auch die Suche sei „schwierig genug“.

Einen Kommentar zur Trainerverpflichtung gibt es in der Wochenendausgabe des Westfälischen Anzeigers (WA Drensteinfurt 30. Januar 2021).

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