Einrichtung wegen Wasserschaden noch lange gesperrt

Sportvereine leiden unter Sperrung der Dreingau-Halle

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Die Jugendfußballturniere der SV Drensteinfurt wird es über den Jahreswechsel nicht geben. Ob der Fortuna-Cup stattfindet, steht noch nicht fest.

Drensteinfurt/Walstedde - Der WA hat bei den Sportvereinen in Drensteinfurt und Walstedde nachgefragt, inwieweit sie von der Schließung der Dreingau-Halle betroffen sind.

Mindestens bis Ende des Jahres, so Fachbereichsleiter Werner Rohde von der Stadtverwaltung, wird die Dreingau-Halle in Drensteinfurt gesperrt bleiben. Wegen eines Wasserschadens muss der komplette Hallenboden erneuert werden. WA-Mitarbeiter Matthias Kleineidam hat bei den Sportvereinen nachgefragt, inwieweit sie von der Schließung betroffen sind.

Kathrin Mühlenbäumer fiel aus allen Wolken, als sie die Nachricht erhielt. „Das war ein absoluter Schock“, sagt die Abteilungsleiterin der HSG Ascheberg/Drensteinfurt. Für die Handballer wirkt sich die Sperrung auf den Spiel- und vor allem auf den Trainingsbetrieb aus. „Das ist eine Katastrophe im Moment“, betont Mühlenbäumer. In der Halle an der Nordkirchener Straße in Ascheberg „wird es sehr, sehr eng“.

Die zweite Herrenmannschaft der HSG trainiert übergangsweise mit der ersten zusammen in Ascheberg – zwei Mal pro Woche: dienstags und freitags. Als „nicht so prickelnd“ bezeichnet Mühlenbäumer die Situation. „20, 25 Leute für ein Abschlussspiel – das ist problematisch.“ Hinzu kommt, dass Hermann Wulfekammer, Coach der Reserve, freitags nicht kann und Volker Hollenberg die Einheiten alleine leiten muss.

Die Handballerinnen trainieren eigentlich dienstags in Ascheberg und donnerstags in Drensteinfurt. Da die Damen mittwochs eine Trainingszeit der Badminton-Spieler des TuS Ascheberg bekommen haben, treffen sie sich jetzt an zwei aufeinanderfolgenden Abenden, was für einen Bezirksligisten natürlich unerfreulich sei, so Mühlenbäumer.

Stark einschränken muss sich auch die männliche B-Jugend. Die B2 der HSG, ein reines Drensteinfurter Team, muss fürs Erste auf die Einheiten dienstags und donnerstags in der Dreingau-Halle verzichten und trainiert nun zusammen mit der B1 montagabends in Ascheberg. „Wir reden da von 36 Jungs“, erklärt Mühlenbäumer, die nur noch eine Einheit pro Woche haben. Denn auch der Mittwochs-Termin der Ascheberger B1 in Drensteinfurt fällt flach.

Mühlenbäumer: „Alles andere ist utopisch“

Für die Verantwortlichen der HSG gilt es zudem, etwa 15 Meisterschaftsspiele (Jugend und Senioren), die bis zum Jahresende in der Dreingau-Halle geplant waren, zu verlegen. „Wir hangeln uns von Woche zu Woche“, sagt die Abteilungsleiterin, die sogar von einer Schließung der Drensteinfurter Halle bis Ostern ausgeht. „Alles andere ist utopisch.“ Mühlenbäumer spricht aus Erfahrung. Vor mehreren Jahren wurde der Hallenboden in Ascheberg erneuert. Die Arbeiten hätten zwölf Wochen gedauert. Den „unheimlichen“ Mehraufwand, den sie, Karl-Heinz Welzel (Spielleiter HSG) und Willi Kleibolt (Spielleiter DJK Olympia) zurzeit leisten müssten, beziffert Mühlenbäumer auf eine „halbe Stelle“.

Betroffen von der Schließlung sind auch die Jugendfußballer des SV Drensteinfurt. Die Neujahrsturniere, die direkt nach Weihnachten starten sollten und traditionell über den Jahreswechsel stattfinden, fallen in diesem Winter aus. Das bestätigte Jugendobmann Manfred Drepper auf Anfrage. Insgesamt 15 Turniere für alle Altersklassen waren geplant. „Die Turnierpläne standen schon“, sagt Drepper. Ausweichmöglichkeiten gebe es keine. Außerdem fallen drei Winterhallenrunden-Termine aus. Die E-Junioren müssen in andere Orte ausweichen.

Eingeschränkt ist natürlich auch das Training der Nachwuchsteams. Montags, mittwochs, freitags und samstags stehen dem SVD eigentlich insgesamt zirka zwölf Stunden in der Dreingau-Halle zur Verfügung. Solange das Wetter mitspielt, trainieren die E- und F-Junioren, Minikicker, U9- und U11-Mädchen weiter draußen im Erlfeld. Immerhin kann die SVD-Jugend montags, mittwochs und freitags die kleine Turnhalle der Christ-König-Schule nutzen. „Ich gehe davon aus, dass wir vom Fußball in dieser Saison nicht mehr in die Dreingau-Halle gehen“, so Junioren-Obmann Drepper.

Clemens Kuhn, 1. Vorsitzender von Fortuna Walstedde, ist noch „vorsichtig optimistisch“, dass der Fortuna-Cup vom 8. bis zum 10. Januar in der Dreingau-Halle stattfinden kann. Realistisch gesehen seien die zehn Jugendturniere und der Wettbewerb für Frauen aber „arg gefährdet“. „Wir haben darum gebeten, dass wir bis Mitte, maximal Ende November eine endgültige Info von der Stadt bekommen“, sagt Kuhn. Verzichten müssen Fortunas Seniorenfußballmannschaften fürs Erste auf den Trainingstermin freitags von 20 bis 22 Uhr in der Dreingau-Halle.

Jubiläumsturnier wird verschoben

Bei der DJK Olympia Drensteinfurt trifft es die Judoka am schlimmsten. Die Gruppen – überwiegend Kinder und Jugendliche – müssen vorübergehend auf ihre Zeiten mittwochs von 18 bis 21 Uhr verzichten. „Die Volleyballer konnten wir nach Sendenhorst ausgliedern“, sagt Margit Gericke, Vorsitzende der DJK-Breitensportabteilung. Sie trainieren mittwochs statt montags. Das Jubiläumsturnier der Hobby-Volleyballer, das Hans-Werner Dinter für den 29. November geplant hatte, muss ausfallen, soll laut Gericke aber nachgeholt werden. Die Tänzerinnen der DJK Olympia, die sonst in der Dreingau-Halle trainieren, weichen in die Halle der Christ-König-Schule aus.

„Wir haben es ganz gut im Griff“, sagt Gericke. Sie kann dem Ganzen auch etwas Gutes abgewinnen: „Wir sind sehr froh. Der Hallenboden hätte längst erneuert werden müssen.“ Immer wieder hätten sich Tänzerinnen verletzt. Auch Gericke glaubt nicht daran, dass die Dreingau-Halle den Sportlern zu Beginn des neuen Jahres wieder zur Verfügung steht. „Wenn es Ostern wird, können wir von Glück reden.“

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