Handball

So überbrücken die Teams der HSG Ascheberg/Drensteinfurt die Zwangspause

Gewichtelt, trainiert oder sich einfach nur ausgetauscht: Richtig viel haben sich die Spielerinnen der Frauenmannschaft der HSG Ascheberg/Drensteinfurt überlegt. Foto: Verein
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Gewichtelt, trainiert oder sich einfach nur ausgetauscht: Richtig viel haben sich die Spielerinnen der Frauenmannschaft der HSG Ascheberg/Drensteinfurt überlegt.

Handball spielen ist zurzeit unmöglich – zumindest als Mannschaftssport. Die Hallen sind geschlossen, Training ist nicht erlaubt. Und es sieht nicht danach aus, dass sich das so schnell ändern wird. Dennoch haben die Jugend- und Seniorenmannschaften der HSG Ascheberg/Drensteinfurt die Corona-bedingte Pause genutzt und sich einige Aktionen für die Zeit im Lockdown einfallen lassen.

Drensteinfurt – Die männliche B1-Jugend von Trainer Martin Arntzen war Mitte November angefangen, einmal pro Woche ein etwa 40-minütiges Online-Training per Videokonferenz und am Wochenende eine Laufeinheit zu absolvieren. Anfang des Jahres wurde das Angebot ausgeweitet auf wöchentlich zwei Online-Einheiten. „Immer zu den eigentlichen Trainingszeiten“, sagt Arntzen, der auch Jugendwart der Handball-Spielgemeinschaft aus Ascheberg und Drensteinfurt ist. „Da einige Jugendtraineranwärter in der Mannschaft sind, werden die Einheiten abwechselnd von den Spielern selber vorbereitet.“ Zum Programm zählen das Aufwärmen, Koordinationsübungen und Ballbehandlung sowie Krafttraining.

Die männliche B2-Jugend, die Maike Schlamann trainiert, hatte mit kleinen Challenges begonnen, für die es Punkte gab. Sobald das erste Teamtraining nach der Pause stattfinden darf, gibt es eine Belohnung. Die Challenges bestanden aus kleinen handballerischen Übungen. Beispiele: Aus einer gewissen Entfernung einen Handball in eine Mülltonne werfen oder den Ball rückwärts gegen eine Wand schmeißen und durch die Beine wieder auffangen. Zusätzlich gab es eine Lauf-Challenge. Eine gewisse Strecke war zu absolvieren. Zusätzlich startete mittwochs zur normalerweise regulären Trainingszeit ein Online-Krafttraining und/oder ein Handball-Workout. „Entweder per Vorgabe der Trainer oder online mit den Workout-Videos vom BVB, dem Handballspieler Dominik Klein oder anderen“, teilt die HSG mit. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass die gemeinsamen Mittwochseinheiten besser angekommen als die kleinen Handball-Challenges. Die Jungs sollen aber weiterhin innerhalb einer Woche zehn Kilometer laufen.

Die Einheiten werden abwechselnd von den Spielern selber vorbereitet.

Martin Arntzen

Die weibliche B-Jugend – Trainerinnen sind Julia Israel und Janine Große Westermann – trifft sich nahezu seit Beginn des Lockdowns einmal in der Woche zum Online-Krafttraining. Zirka 45 Minuten sind jeweils angesetzt. „Die Mädels treffen sich zudem ein zweites Mal ohne Trainerin online, um zu quatschen“, heißt es.

Die E-Jugend der HSG Ascheberg/Drensteinfurt von Trainerin Melanie Tillmann war im Dezember mit einem Video-Adventskalender beschäftigt. Jeden Tag vor Weihnachten wurde ein Video mit einer handballspezifischen Übung in die Whatsapp-Gruppe gestellt.

Auch Alexa Pontow, Trainerin der D-Jugend, lässt den Eltern der Nachwuchshandballer unterschiedliche Übungen zum Nachmachen und als Challenges zukommen.

Martin Arntzen, Trainer und Jugendwart der HSG Ascheberg/Drensteinfurt.

Richtig viel haben sich bislang die Spielerinnen der Frauenmannschaft von Jochen Bülte überlegt. Anfangs fanden regelmäßige Workouts via Zoom statt (dienstags und/oder donnerstags), die mit der Zeit in regelmäßige Treffen zum Austauschen übergingen. Um sich gegenseitig ein wenig zu motivieren und beim Laufen zu unterstützen, wurde extra eine Mannschaftsgruppe erstellt.

In der Zeit vor Weihnachten wurde gewichtelt. Normalerweise werden während des Trainings oder beim Spiel die Geschenke heimlich in der Tasche des zu Beschenkenden versteckt, und es wird bis zur Weihnachtsfeier nicht aufgelöst, wer der Wichtel ist. Da im November und Dezember aber kein Training möglich war, wurden die Geschenke kurzerhand heimlich vor die Haustür gestellt. Kapitänin Maike Schlamann und Julia Feige planten eine Online-Weihnachtsfeier. Schwierig sei die Umsetzung gewesen. „Es sollte so schön wie immer werden und trotz des Abstandes so gemeinschaftlich wie möglich sein“, hieß es. Für jede Spielerin wurde eine Weihnachtstüte mit gleichem Inhalt und einem kleinen Geschenk gepackt. Der Abend wurde mit einem gemeinsamen Spiel rund um die Themen Handball, Mannschaft und Verein verbracht. 20 Spielerinnen aus dem 22-köpfigen Kader nahmen teil.

Spielerinnen werden vorgestellt

„Weiterhin versuchen wir, die Leute auf der Instagram-Seite der Damen ein wenig auf dem Laufenden zu halten. Zurzeit in Form von Vorstellungen jeder Spielerin“, teilen die HSG-Frauen mit.

Auch die erste Herrenmannschaft sieht sich regelmäßig per Videomeeting. „Die Meetings dienen eher dem geselligen Teil oder dem Austausch von Updates und Organisatorischem.“ Besonders viel Spaß machte den Spielern natürlich eine gemeinsame Bierverköstigung. Praktischerweise wurden die Getränke geliefert. Seit einigen Wochen finden Meetings mit gemeinsamen Kräftigungs- und Fitnessübungen statt, damit das Kreisliga-Team der Spielgemeinschaft zumindest halbwegs fit ist, wenn das Training in der Halle wieder möglich ist.

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