Fußball

Showdown beim ESV: Vor 15 Jahren stieg der SVD in die Kreisliga A auf

Ein Bild für die Ewigkeit: Mit etwa 250 begeisterten Fans feierte die erste Mannschaft des SV Drensteinfurt am 5. Juni 2005 den Aufstieg in die Kreisliga A. Foto: Daniel Drepper
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Ein Bild für die Ewigkeit: Mit etwa 250 begeisterten Fans feierte die erste Mannschaft des SV Drensteinfurt am 5. Juni 2005 den Aufstieg in die Kreisliga A.

Vor genau 15 Jahren machten die Fußballer des SV Drensteinfurt ihr Meisterstück in der Kreisliga B3 und stiegen in die höchste Liga auf Kreisebene auf. Das junge Team von Trainer Peter Lohrmann bestand allein aus Spielern aus der eigenen Jugend und überzeugte in der Saison 2004/05 als Kollektiv.

Drensteinfurt – Eine imposante Kulisse, ein verschworener Haufen, eine „bärenstarke“ Leistung und eine ebenso ausgelassene wie denkwürdige Feier: So lässt sich der 5. Juni 2005 aus Sicht des SV Drensteinfurt prägnant zusammenfassen. Heute vor genau 15 Jahren machten die Fußballer mit 81 von 90 möglichen Punkten ihr Meisterstück in der Kreisliga B3 Münster und stiegen in die Beletage auf Kreisebene auf.

Mehr Showdown ging nicht: Der SVD – Trainer war Peter Lohrmann – ging als Spitzenreiter in den letzten Spieltag und trat ausgerechnet beim einzig verbliebenen Konkurrenten ESV Münster II an. Nur zwei Zähler trennten beide Teams. Die Stewwerter ließen nichts anbrennen und schafften vor rund 250 mitgereisten Fans und insgesamt 500 Zuschauern einen 4:1-Erfolg. Neben den fünf Toren gab es zwei Rote Karten – beide für die Gastgeber.

5. Juni 2005: SV Drensteinfurt steigt als Meister in die Kreisliga A auf

Tobias Volkmar mit einem frühen Treffer und Torjäger Bernd Drepper per Doppelpack sorgten für eine unerwartet deutliche 3:0-Pausenführung des SVD. Dessen Anhänger hielten auf der Stehtribüne Banner in die Höhe und skandierten „Hier regiert der SVD“ und „Wir singen Heimspiel in Münster“. Auch in der zweiten Halbzeit geriet der Sieg nie in Gefahr.

Mit Bussen zum Vereinsheim

Nach dem Abpfiff feierten die Spieler im einsetzenden Regen mit den Fans die lang ersehnte Meisterschaft. Bierduschen auf dem Balkon des ESV-Vereinsheims durften natürlich nicht fehlen. In zwei Bussen fuhr die Mannschaft im Anschluss zum SVD-Vereinsheim im Erlfeld, wo die dritte Halbzeit endgültig eingeläutet wurde. Unter anderen gratulierte der damalige Bürgermeister Paul Berlage. Am nächsten Vormittag ging die Sause im „Münsterländer“ weiter. 

Beeindruckende Bilanz

Das junge Team (siehe Infokasten unten) mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren um die erfahrenen Andreas Drüge und Florian Hammer bestand ausschließlich aus Spielern aus der eigenen Jugend – und überzeugte in der Saison 2004/05 als Kollektiv. Die beeindruckende Bilanz: 26 Siege, drei Unentschieden und nur eine Niederlage (0:2 bei der SG Telgte II). Zu Hause blieb die Truppe von Peter Lohrmann ungeschlagen, die Derbys gegen den SV Rinkerode endeten 2:0 und 3:1. Der ESV stellte mit 139 Toren zwar die mit Abstand beste Offensive – der SVD kam auf 97 Treffer – im „Endspiel“ war Münsters Goalgetter Daniel Hirschfeld (mehr als 50 Saisontore) aber abgemeldet.

Trainer Peter Lohmann

„Bärenstarke Leistung“

Lohrmann attestierte seinen Jungs im entscheidenden Spiel eine „bärenstarke Leistung“ und sagte: „Wir waren die klar bessere Mannschaft und haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Zwei Siege gegen den ESV zeigen, dass wir verdient Meister geworden sind.“ Thomas Bonnekoh, damals 1. Vorsitzender, betonte: „Das ist ein schöner und wichtiger Tag für den SVD.“

Lob vom Gegner

Walter Niehues, Coach des ESV, zeigte sich als fairer Verlierer: „Das war ein Endspiel, und es kam auf die Nerven an. Der SVD ist mit der Situation einfach besser klargekommen und war in allem bissiger und energischer. Die Mannschaft war auf den Punkt fit.“ Und Torschütze Daniel Wienkamp meinte: „Das war meine erste Saison und dann direkt der Meistertitel – besser geht‘s nicht.“

Für Kunz und Volkmar „unvergessen“

Dominik Kunz, damals Kapitän der ersten Mannschaft, und Tobias Volkmar – beide spielen nun für die Alten Herren II – können sich noch gut an den Erfolg erinnern. „Eine unvergessliche Saison: geile Truppe, Trainer, Betreuer und Fans“, sagt Kunz. Durch den „großen Zusammenhalt aller“ sei das Ziel Aufstieg „mit Spaß und Ehrgeiz“ erreicht worden. Auch Volkmar spricht von einer „unvergessenen Saison mit einer Top-Mannschaft und einem Finale am letzten Spieltag, wie man es sich nicht besser hätte vorstellen können. Gänsehaut pur!“ Am 5. Juni 2005 habe einfach alles gepasst: „ein perfektes Spiel, sensationelle Fans mit Bengalos und Spruchbannern, die gemeinsame Rückfahrt in den Fanbussen und eine Aufstiegsfeier, die seinesgleichen sucht.“

Dönnebrink war „überwältigt“

Raimund Dönnebrink wohnt heute in Hamm. Er hat vor drei Jahren nach einer Sprunggelenksverletzung ganz mit dem Fußballspielen aufgehört. Dafür spielt er nun Tennis – für die Herren 30 des ASV Hamm. „Ich war damals echt überwältigt von der Fankulisse im letzten Spiel in Münster. Da wurde mir bewusst: Du machst es nicht nur für dich, die Mannschaft oder den Verein. Nein, du machst es für ein ganzes kleines Städtchen. Das hat schon gepusht“, sagt Dönnebrink. Er gibt aber auch zu: „Ein bisschen Angst war vielleicht auch im Spiel. Wir konnten in einer geilen Saison ja noch alles bis dato Erreichte verspielen. Aber mit den Jungs waren wir einfach zu gut.“

Bäuchlings über den nassen Rasen: Mit einem Diver nach dem Abpfiff startete die Meisterfeier.


Trainer muss beruhigen

Sven Reining, der promoviert hat und in Ludwigshafen arbeitet, erinnert sich: „In der Halbzeitpause herrschte eine so aufgekratzte Atmosphäre, als hätten wir schon gewonnen – so sicher waren wir uns. Da musste uns der Trainer erst mal wieder beruhigen.“

„Schlafender Riese“ erwacht

Meistercoach Peter Lohrmann sah den von ihm selbst als „schlafenden Riesen“ bezeichneten SV Drensteinfurt nach dem Sprung in die Kreisliga A erwacht. Damals öffnete der „Riese“ zumindest ein Auge, spätestens seit dem Landesliga-Aufstieg in diesem Jahr ist er hellwach.

Die Statistik zum Spiel

ESV Münster II: Lenter, Widomski, Bürger, Kleff, Dahms, Janoschka (45. Steens), Klein, Dachmann (60. Driese), Hirschfeld, Möllers, Herrmann

SV Drensteinfurt: Partu, Hammer, Dönnebrink, Drüge, Reining, Volkmar, Knispel (68. Etemi), Kleineidam (64. Niemann), Wienkamp, Kunz, Drepper (87. Peter)

Tore: 0:1 Volkmar (5.), 0:2 und 0:3 Drepper (27., 45.), 1:3 Kleff (53./Foulelfmeter), 1:4 Wienkamp (59.)

Rote Karten: Dahms (31.), Bürger (56.)

Die Beteiligten

Trainer: Peter Lohrmann

Betreuer: Christian Kunz

Spieler: Henning Partu, Marco Sievers, Florian Hammer, Michael Knispel, Raimund Dönnebrink, Andreas Drüge, Matthias Kleineidam, Sven Reining, Christian Niemann, Tobias Volkmar, Gazmen Etemi, Daniel Wienkamp, Dominik Kunz, Benedikt Töns, Bernd Drepper, Raphael Peter, Peter Wimber, Frank Friskovec

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